Mi., 27.09.2017

Fußball: Champions League Achtelfinale für BVB nach 1:3 gegen Real Madrid in weiter Ferne

Schmerzhafte Bodenlandung: Roman Bürki (l.) und Lukasz Piszczek konnten das Tor von Gareth Bale (r.) nicht verhindern.

Schmerzhafte Bodenlandung: Roman Bürki (l.) und Lukasz Piszczek konnten das Tor von Gareth Bale (r.) nicht verhindern. Foto: dpa

Dortmund - 

(Aktualisiert) Mit der Qualifikation für das Achtelfinale wird es jetzt ganz schwer. Borussia Dortmund verlor am Dienstag zu Hause im ersten Heimspiel der Champions-League-Gruppe gegen Real Madrid mit 1:3. Alles Bemühen half nichts gegen den Titelverteidiger.

Von Wilfried Sprenger

Sechs Mal ist es gut gegangen, nun hat die großartige Serie ein Ende gefunden. Erstmals in der Champions League verlor Borussia Dortmund am Dienstagabend ein Champions-League-Heimspiel gegen Real Madrid. 1:3 (0:1) unterlag der BVB in einem über weite Strecken fabelhaften Fußballspiel gegen das spanische Fußball-Imperium und steht nach zwei Gruppen-Spieltagen ohne jeden Punkt da. Der Kampf um einen Platz in den K.o.-Runden wird nun zur Herkulesaufgabe. In den kommenden Duellen mit Apoel Nikosia zählen nur Siege.

„Never change a winning team“ – das galt früher, als der Fußball-Kalender noch nicht so eng getaktet und das Spiel körperlich weniger anspruchsvoll war. Drei Tage nach dem mitreißenden 6:1-Erfolg in der Liga gegen Borussia Mönchengladbach setzte BVB-Trainer Peter Bosz auf drei frische Kräfte: Nuri Sahin und Gonzalo Castro rückten neu ins zen­trale Mittelfeld, auf der rechten Außenbahn stürmte der erfahrene Ukrainer Andrej Jarmolenko für Jungspund Christian Pulisic. Real bot alle verfügbaren Stars auf, die Champions League ist kein Ort für Schonung.

Fotostrecke: CL-Gruppenphase: Borussia Dortmund - Real Madrid

Die Partie hatte von Beginn an Rasanz. Dortmund begann forsch, presste im Bundesliga-Modus und schickte Madrids Defensive gleich in eine kleine Verlegenheit. Da glomm ein Funke, Madrids Antwort war noch feuriger. Nach zehn Minuten prüfte Dani Carvajal BVB-Schlussmann Roman Bürki, aber: 60 Sekunden später klärte Lukasz Pisz­czek in größter Not vor Gareth Bale. Holla, da fuhr einigen in Schwarz-Gelb der Schreck tief in die Glieder.

Dortmund blieb im Vorwärtsgang und haderte nach 14 Minuten schwer mit Schiedsrichter Björn Kuipers. Nach einem Kunstschuss von Maximilian Philipp klärte Sergio Ramos kurz vor der Torlinie klar mit der Hand. Elfmeter? Rot? Kuipers bewertete die Szene anders. Eine Fehlentscheidung. Vielleicht ärgerte sich der BVB zu lange. Nur vier Minuten später klingelte es jedenfalls im eigenen Kasten. Nach Zuckerpass von Carvajal nahm Bale den Ball direkt, keine Chance für Bürki. Aber: Warum kam der Waliser in dieser Szene so frei zum Abschluss?

Die Führung spielte dem Titelverteidiger in die Karten. Er hatte nun mehr Ballbesitz und drängte mit feinen Stafetten auf das zweite Tor. Die Borussia brauchte einige Zeit, um die Balance neu zu finden und wieder Zugriff auf die Partie zu bekommen. Es gelang mit einigem Kampf. Nur: Chancen zum Ausgleich gab es bis zur Halbzeit keine. Selbst für Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang öffnete sich die Tür nicht.

Bosz verzichtete in der Pause auf personelle Wechsel. Die Startformation sollte die Dinge richten. Doch den ersten großen Moment der zweiten Hälfte hatte der große Cristiano Ronaldo. Nach Bale-Flanke hängte er Jeremy Toljan lässig ab und traf mit Links zum 0:2. Es war das 108. Champions-League-Tor des eiskalten Portugiesen. Dortmund schon im Ringstaub? Nein, die Mannschaft blieb kerzengerade und schlug nach 54 Minuten durch Aubameyang nach einer Castro-Flanke von links zurück. 1:2 – und 1:1 im Duell der Mega-Torjäger.

Nach einer Stunde reagierte Bosz. Doppelwechsel und Umstellung auf Dreierkette. Mahmoud Dahoud und Pulisic durften jetzt ran. Der BVB zwang Madrid in den offenen Schlagabtausch. Es brannte fortan in beiden Strafräumen. Ein Klassespiel mit einem ganz starken Castro im Borussen-Trikot. Beide Teams hatten Chancen, die Uhr tickte gegen Dortmund. Doch es blieb Hoffnung, weil Madrid die Konter nicht sauber zu Ende spielte. Erst als Ronaldo ein zweites Mal traf (78.), war alles entschieden.



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