Do., 26.10.2017

DFB-Pokal Zwölf Erstligisten weiter - Auch Krisenclubs Bremen und Köln

DFB-Pokal: Zwölf Erstligisten weiter - Auch Krisenclubs Bremen und Köln

Foto: Annegret Hilse

Erstmals seit 2011/12 stehen zwölf Erstligisten im Achtelfinale des DFB-Pokals. Besonders wichtig ist das Weiterkommen für die in der Bundesliga sieglosen Teams Köln und Bremen. Deren Trainer Stöger und Nouri können aber nur kurz durchatmen. Denn ihr Kampf geht weiter.

Von dpa

Hamburg (dpa) - Im Windschatten des unter Jupp Heynckes auch im DFB-Pokal siegreichen FC Bayern München feiern die in der Fußball-Bundesliga noch sieglosen Krisen-Clubs Werder Bremen und 1. FC Köln eine sportliche Auferstehung.

Die Bremer bauten durch das 1:0 über 1899 Hoffenheim ihre beeindruckende Rekord-Heimserie im nationalen Cup-Wettbewerb auf 36 Partien ohne Niederlage seit 1988 aus und stehen ebenso im Achtelfinale wie die Kölner. Der Liga-Letzte gewann zwei Tage nach dem Abgang von Manager Jörg Schmadtke ebenso überraschend 3:1 bei Hertha BSC. Die schwer unter Druck geratenen Trainer Alexander Nouri und Peter Stöger dürfen erst mal durchatmen.

Dank der vielen Favoritensiege haben erstmals seit der Saison 2011/12 wieder zwölf Erstligisten die Runde der Top 16 erreicht. Sie erhalten dafür 637 000 Euro Erfolgsprämie. In den Genuss kommen neben dem Dutzend Oberhäuslern auch der FC Ingolstadt, der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Nürnberg aus der 2. Liga sowie Drittligist SC Paderborn als klassentiefster im Wettbewerb verbliebener Verein. Die nächste Runde wird am Sonntag von Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg in der ARD-Sportschau ausgelost und steigt am 19./20. Dezember.

Nach 13 Pflichtspielen ohne Sieg durfte Köln endlich wieder feiern. «Dieses Mal hat alles zusammengepasst. Es tut gut, uns einmal zu belohnen», stellte FC-Trainer Stöger erleichtert fest. Dabei hatte sich die kritische Lage nach dem plötzlichen Aus für Schmadtke, der die Kölner gemeinsam mit Stöger aus Liga zwei bis nach Fußball-Europa geführt hatte, noch einmal dramatisch zugespitzt. Entwarnung geben will Stöger nach dem couragierten Auftritt mit Toren von Simon Zoller (35.), Dominic Maroh (43.) und Christian Clemens (64.) aber nicht.

«Das kann man nicht als Befreiungsschlag werten. Es ist ein positives Gefühl, mehr nicht, und gibt uns zwei, drei Tage zum Durchatmen», meinte der Österreicher. Auf sein Team wartet schon am Samstag das prestigeträchtige Liga-Derby bei Bayer Leverkusen. Da gilt bei nur zwei Punkten auf dem Konto für die Kölner erneut: Verlieren verboten!

«Wir genießen erstmal den Moment», sagte Stögers in ähnlich prekärer Lage steckender Leidensgenosse Nouri. Nach dem katastrophalen Start mit neun Liga-Spielen ohne Sieg und nur drei Toren braucht Werder - und ganz besonders Nouri - dringend Erfolgserlebnisse. Nach dem 0:0 in Köln vom Wochenende hatte Sportchef Frank Baumann den Druck auf den jungen Coach deutlich erhöht. Eine Pleite gegen Hoffenheim hätte für ihn bittere Folgen haben können, nun hat Nouri wieder Spielraum. Aber auch am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Augsburg muss er wieder punkten, damit Werder Anschluss an die Nichtabstiegszone hält.

Immerhin konnte Nouri dank seiner Erfolgstaktik, mit der er Jungstar Julian Nagelsmann auf der 1899-Bank überraschte, Pluspunkte sammeln. Er stellte dem Champions-League-Teilnehmer ein acht Spieler starkes Defensiv-Bollwerk gegenüber, das den Laden hinten dicht hielt.

Vorne erzielte Ishak Belfodil (25.) sein erstes Pflichtspieltor für die Hanseaten. «In unseren Köpfen wussten wir, dass der Tag kommen würde, an dem wir das Siegtor erzielen», betonte der Algerier, an dem bereits erste Zweifel aufgekommen waren. «Genau diesen Kampf müssen wir in der Liga bringen, dann werden wir auch da punkten, aber nur dann», sagte Werders Top-Stürmer Max Kruse. Wenn nicht, dürften die Diskussionen um Nouri & Co. wieder von vorne losgehen.



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