Mi., 04.10.2017

DFB-Gegner Nordirland: «Wenn wir Deutschland schlagen könnten ...»

Nordirlands Trainer Michael O'Neill hofft auf ein gutes Resultat gegen die DFB-Elf.

Nordirlands Trainer Michael O'Neill hofft auf ein gutes Resultat gegen die DFB-Elf. Foto: Brian Lawless

Nordirland hat gute Chancen, sich das erste Mal seit über 30 Jahren für eine Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. In das Duell gegen Weltmeister Deutschland gehen die für ihre laute Anhängerschaft berühmten Nordiren mit breiter Brust. Und mit Humor.

Von dpa

Belfast (dpa) - Vor dem Duell gegen Fußball-Weltmeister Deutschland beweisen die Nordiren Sinn für Humor.

Der Weltverband FIFA hatte auf Twitter die deutsche Auswärtsbilanz in der WM-Qualifikation seit 1934 veröffentlicht: 46 Spiele ohne Niederlage. Der nordirische Verband IFA antwortete mit einem Bild des ehemaligen Wrestlers und Filmstars Dwayne «The Rock» Johnson, der mit einer lässigen Handgeste seinen Gegner in den Ring winkt. Der augenzwinkernde Gruß nach Deutschland ist auch eine Kampfansage des vermeintlichen Außenseiters.

Nordirland hat in diesem Jahr all seine Spiele gewonnen, vier davon in der WM-Qualifikation. Und in sieben von insgesamt acht Qualifikationsspielen hat das Team kein Gegentor kassiert. Genug Gründe, um mit breiter Brust aufzutreten. Innenverteidiger Gareth McAuley bleibt trotzdem realistisch. «Die deutschen Spieler sind auf einem anderen Level», betont McAuley, den die Fans «Big G» nennen. «Thomas Müllers Bewegung ist brillant. Sie haben viele Spieler von dieser Qualität, aber ich sehe solche Spiele als Herausforderung.»

Platz zwei in Gruppe C ist Nordirland bereits sicher. Theoretisch könnte das Team von Trainer Michael O'Neill sogar noch an Deutschland vorbeiziehen. Doch darauf spekuliert niemand. Viel mehr geht es darum, mit einem guten Ergebnis die Chance zu erhöhen, unter den acht besten Gruppenzweiten zu landen, die sich in den Playoffs für die WM qualifizieren können. «Es kann doch alle möglichen verrückten Ergebnisse geben», sagte McAuley. «Also müssen wir erstmal unseren Job erledigen - wie in jedem anderen Spiel auch.»

Die Nordiren, die in der Gruppenphase der Europameisterschaft 2016 in Frankreich mit 0:1 gegen Deutschland unterlagen, qualifizierten sich bisher dreimal für eine WM, letztmals vor 31 Jahren in Mexiko. Damals stand Jimmy Nicholl als Verteidiger für die Grün-Weißen auf dem Platz. Und der heutige Co-Trainer Nordirlands war auch beim letzten Sieg gegen die Deutschen dabei. «In der Qualifikation für die Euro 1984 haben wir sie zuhause und auswärts geschlagen», erinnert sich Nicholl. Kurios: Trotz der beiden Siege gegen den damaligen Europameister verpasste Nordirland am Ende das Turnier.

Ein Unentschieden am Donnerstag in Belfast wäre jetzt bereits ein Erfolg. Spieler und Fans träumen allerdings von mehr. «Wenn wir Deutschland schlagen könnten, wäre es das größte Ergebnis, das ich im internationalen Fußball je erlebt hätte, und eines der besten für das Land», sagt der 37 Jahre alte McAuley. «Wenn man sich überlegt, dass sie noch nie ein Spiel in der WM-Qualifikation verloren haben, das ist doch absurd. Es wäre unglaublich für uns, wenn wir es schaffen würden und diese Serie beenden könnten.»

McAuley, der nach längerer Verletzungspause in den Kader zurückkehrt, setzt für den Erfolg im heimischen Windsor Park auch auf die berühmte Unterstützung der Anhänger. Schon beim Hinspiel in Hannover sorgte die «Green And White Army» mit lautstarken Gesängen für Stimmung. «Sie werden eine warme Belfast-Begrüßung bekommen», warnte McAuley die deutschen Spieler vor dem nächsten Duell, «und wir werden sie unsere ganz besondere Atmosphäre spüren lassen.»



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