Fr., 26.06.2015

Siegerehrung Pascal Wenker ist Münsters Fußballer des Jahres

Siegerehrung : Pascal Wenker ist Münsters Fußballer des Jahres

Siegerehrung bei der Wahl zum Fußballer des Jahres. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Sieger reckte stolz seine Trophäe in die Luft und ließ auch den großen Scheck, der ihm zusätzlich 1000 Euro garantiert, nicht mehr aus den Augen. Pascal Wenker vom TSV Handorf ist Münsters zweiter Fußballer des Jahres und damit Nachfolger von Enno Stemmerich (BW Aasee).

Von Thomas Rellmann

Die von der Münsterschen Zeitung, dem Portal „11 Flemmer“ und dem Agrarhandelsunternehmen Agravis Raiffeisen AG als Hauptsponsor initiierte Wahl brachte samt der Vorabstimmung über 17.000 Votes. Die weiteren Partner waren die Agentur Interface Medien, Münster4Life, Studenta und Karstadt Sports, das unter den Teilnehmern noch drei Warengutscheine verloste. In der Endauswahl kam der Sieger auf einen Anteil von 25,4 Prozent der Stimmen und verwies Manuel Beyer (BSV Roxel/19,7 Prozent) und Maren Krieter (BW Aasee/14,2 Prozent) auf die Treppchenplätze. Für sie gab es auch noch satte 750 und 500 Euro. Den lautesten Jubel verursachte aber Wenker, der 14-fache Saison-Torschütze mit brasilianischen Wurzeln, der als Spielmacher oder Mittelstürmer glänzt und auch in der Halle Qualität nachweist.

Verleihung der MZ-Torjägerkanone

Am Freitagabend kamen die Nominierten mit Teamkollegen und Freunden in die Gaststätte „Früh bis spät“ am Alten Steinweg, wo im feierlichen und zugleich lockeren Rahmen die Ehrung stattfand. Die weiteren Anwärter waren Nils Heubrock (1. FC Gievenbeck), Luisa Schuster (Borussia Münster), Natalie Schwarz (TuS Hiltrup), Yannick Albrecht (SC Münster 08), Nick Rensing (Westfalia Kinderhaus), Christoph Rüschenpöhler), Daniel Mladenovic (Preußen Münster II) und Christopher Nas (VfL Wolbeck). Stephan Roth, „11Flemmer“-Gründer und Ideengeber der Aktion, sagte: „Es war Wahnsinn, wie sich die Vereine für die Nominierten ins Zeug gelegt haben.“ Er übergab den Pokal an Krieter, die es als erste Dame aufs Podest schaffte. MZ-Verlagsleiter Marc Zahlmann überreichte Dauerbrenner und Mittelfeldchef Beyer den Pott, Wenker nahm seinen Preis von Roland Greife aus der Agravis-Unternehmenskommunikation entgegen.

Albrecht ging zwar bei der Wahl leer aus, durfte sich aber über den Gewinn der MZ-Torjägerkanone freuen, die er mit 34 Toren und Punkten vor seinem Bezirksliga-Kontrahenten Dominic Tomasso (Kinderhaus/26) holte. Dritter wurde hier der Hiltruper Westfalenliga-Knipser Michael Fromme (17 Treffer/23,8 Zähler). Für den besten Goalgetter, der auf Mannschaftsfahrt weilt, nahm sein Aufstiegscoach Thomas Höppner die 200 Euro und 50 Liter Bier an. Für Platz zwei gab es noch 100, für den dritten Rang immerhin 50 Euro.

Überragende Beteiligung

Geldpreise überall – am wenigsten hatte damit wohl die Damen-Mannschaft von Concordia Albachten als Gewinner des Fairplaypreises, den Agravis ausgelobt hatte, gerechnet. Die vergangenen drei Spielzeiten beendete das junge und personell regelmäßig gebeutelte Team zwar immer als Kreisliga-Schlusslicht mit nur 21 Punkten aus 90 Partien (51:461 Tore), doch stets stellte sich die Truppe mit viel Sportsgeist dem Wettkampf, trat notfalls auch zu siebt an und sagte nur in Ausnahmefällen ganz selten eine Begegnung ab. Norbert Krevert, Vorstandsmitglied und Frauenfußball-Beauftragter im Kreis Münster, hatte die Concordia-Mädels vorgeschlagen. „Die Mannschaft überzeugt seit ihrer Gründung nicht nur durch viel Spaß auf dem Platz, sondern stellt das Fairplay immer in den Vordergrund“, sagte er. „Das sympathische Team ist ein Paradebeispiel für unseren Sport, die Auszeichnung kann auch andere Frauen-Teams ermutigen, sich niemals aufzugeben.“

Comedy und Currywurst

MZ-Verlagsleiter Marc Zahlmann zog ebenfalls ein positives Fazit: „Die Beteiligung war hervorragend, die ganze Aktion ein großer Erfolg – von der Nominierung bis zur die Siegerehrung.“ Das Programm konnte sich sehen lassen. Einspielsequenzen der Kandidaten und die Bewerbervideos lockerten die Atmosphäre ebenso auf wie eine Talkrunde, in der MZ-Sportchef Alexander Heflik den früheren Edeltechniker Lars Anfang, Preußen-Spieler Simon Scherder und den zuletzt so erfolgreichen Coach Höppner begrüßte und ausquetschte. Den krönenden Abschluss lieferte Klaus Hermann, der Kabarettist, einstige Stefan-Raab-Bezwinger und Intimkenner der heimischen Flemmer-Szene. Seine Comedy-Darbietung kam beim zuvor mit Currywurst, Pommes und Freibier bestens versorgten Publikum super an. Den Abend ließen Sieger und Gäste dann gemeinsam bei der After-Show-Party im Club 4400 ausklingen.

Zum zweiten Mal gewann mit Wenker ein Kicker aus der Kreisliga A. Dieses Resultat dokumentiert den Geist der Wahl: Chancen hat jeder, es muss nicht immer der höchstklassige Spieler oben stehen. Wer einen elementaren Wert für sein Team besitzt und vor allem sein Umfeld zu mobilisieren weiß, hat gute Karten.

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