Mi., 13.07.2016

Leichtathletik: Olympische Sommerspiele Möhlenkamp fliegt nach Rio

Als zweite Staffel-Läuferin hatte Möhlenkamp die Konkurrenz noch im Nacken – sie übergab als Zweite an Hoffmann. Erst im Foto-Finish rutschte das Quartett auf Rang fünf.

Als zweite Staffel-Läuferin hatte Möhlenkamp die Konkurrenz noch im Nacken – sie übergab als Zweite an Hoffmann. Erst im Foto-Finish rutschte das Quartett auf Rang fünf. Foto: Dirk Fußwinkel

Amsterdam/Saerbeck - 

„Es gibt keine Worte, die meine Gefühle beschreiben können“, postete Friederike Möhlenkamp in den sozialen Medien. Ihr Traum wurde diese Woche Wirklichkeit: Als der Deutsche Leichtathletik-Verband die Liste der Nominierungen bekanntgab, tauchte auch ihr Name auf der Liste auf. Olympia! Endlich!

Von Ulrich Schaper

Insgesamt 451 Athleten schickt der Deutsche Olympische Sportbund zu den Sommerspielen nach Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Möhlenkamp ist gemeinsam mit ihren Teamkameradinnen der 4x400-Meter-Staffel nominiert.

Das Prozedere ist kein einfaches – 16 Staffelplätze sind für Olympia zu vergeben. Das deutsche Quartett lag vor den Europameisterschaften in Amsterdam auf Rang 14. Zwei Zeiten – aus denen am Ende ein Mittelwert gebildet wird – sind für das Ranking maßgeblich. „Uns war klar, dass wir noch einmal einen Top-Wettkampf abliefern mussten“, sagte Möhlenkamp.

Mit der viertbesten Zeit (3:28,03 Minuten) erreichten Laura Müller (Rehlingen), Sophia Spellmeyer (Oldenburg) Lara Hoffmann und Friederike Möhlenkamp (beide Köln) das Finale.

Dort präsentierten sich die Viertelmeilerinnen erneut von ihrer besten Seite und liefern in 3:27,60 Minuten auf Rang fünf. Hinter den favorisierten Britinnen liegend übergab Möhlenkamp als zweite Staffel-Läuferin an ihre Team-Kollegen Lara Hoffmann. Die schaffte es, das deutsche Quartett noch auf dem Bronze-Rang zu halten. Sophie Spellmeyer fightete, musste sich aber im Fotofinish den Läuferinnen aus Italien und Polen geschlagen geben.

„Man darf nicht vergessen, dass wir Jahresbestleistung gelaufen sind und unsere Konkurrenz auf der Schlussrunde die Europameisterin und Vizeeuropameisterin waren – da kann man schon mal gegen verlieren“, sagte Möhlenkamp.

Die Enttäuschung währte daher nur kurz. Das Quartett hat eine bravouröse Leistung abgeliefert und sich auch unter Druck bewiesen. „Die Enttäuschung ist schnell dem Stolz gewichen“, sagt die 23-Jährige. Schon Anfang der Woche sagte sie, sei die Nominierung „eigentlich nur noch eine Formalie“ – so ganz freuen wollte sie sich dann aber doch noch nicht. Nun ist es amtlich: Möhlenkamp fährt mit der Staffel zu den Olympischen Sommerspielen 2016. „Es ist ein Lebenstraum der wahr wird. Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir es aus eigener Kraft geschafft haben.“

Der Teamspirit sei überragend, „jede hat an die andere geglaubt“ – gemeinsam hat das Quartett den Traum nun Wirklichkeit werden lassen.“



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