So., 27.11.2016

Fußball Kreisliga B1 Münster Blau-weiße Einbahnstraße

Überraschend wenig Gegenwehr: Die DJK Blau-Weiß verpasste dem SC Greven 09 II einen veritablen Abschuss. Der 6:0-Sieg in der Schöneflieth begeisterte den mitspielenden Co-Trainer Peter Lakenbrink (blaues Trikot).

Überraschend wenig Gegenwehr: Die DJK Blau-Weiß verpasste dem SC Greven 09 II einen veritablen Abschuss. Der 6:0-Sieg in der Schöneflieth begeisterte den mitspielenden Co-Trainer Peter Lakenbrink (blaues Trikot). Foto: Stefan Bamberg

greven - 

Einbahnstraßenfußball statt packendes Derby: Das mit Spannung erwartete Duell zwischen dem SC 09 II und der DJK enttäuscht alle, die auf den Verfolger gesetzt haben. Zu dominant tritt der Tabellenführer auf.

Von Stefan Bamberg

Was hätte dieses Match doch für Geschichten schreiben können. Geschichten vom Hoffen und Bangen, vom Gras fressen, vom Kämpfen bis auf die Socken. Hätte, hätte, Fahrradkette. All das bleibt am Sonntag in der Schöneflieth aus. Stattdessen wird es lediglich die Story von der blau-weißen Einbahnstraße: Für eine wilde Derby-Fahrt fehlt der DJK schlicht ein Gegner – der alte und neue Tabellenführer hat den SC Greven 09 II mit 6:0 (3:0) zünftig verdroschen.

Als Showdown erwartet, als Trainingsspiel geendet – was sie in der Emsaue natürlich nicht so schlecht finden: „Wir waren heiß und sind genau so aufgetreten, wie man in so einer Partie auftreten muss“, jubelt DJK-Trainer Peter Lakenbrink.

Und bei den sogenannten Hausherren? Gibt’s auf der Trainerbank mächtig Derby-Frust. Dennis Lammers versteht nach seinem ersten Stadtduell als 09-Verantwortlicher die Fußballwelt nicht mehr: „Das war das mit Abstand Schlechteste, was ich von meiner Mannschaft bislang gesehen habe“, grantelt der Übungsleiter. „Keine Ahnung, wie man ein Derby so unmotiviert bestreiten kann.“ Der Anpfiff nach dem Abpfiff.

In den vorangegangen 90 Minuten schwillt Lammers‘ Hals geradezu minütlich an. Eine relativ ausgeglichene Start-Viertelstunde, danach: Nichts mehr von 09, gar nichts mehr. Nach 16 Minuten brennt die erste Adventskerze: Bernd Block flankt, André Mewald köpft sowas von platziert in den Knick – drin. Ein früher Schocker, der im Grunde schon klarstellt, in welche Richtung es fortan geht: nämlich nur noch in eine. Die Gäste rennen wie die Hasen, die Gastgeber pennen phasenweise wie die Murmeltiere. 25. Minute, Ecke von Block, 09-Aushilfsgoalie Jens Kurney klatscht irritiert nach vorne ab, Jonas Averbeck freut sich über den Abpraller – 0:2. Weitere DJK-Großchancen folgen, allein Torben Mais vergibt dreimal (38./42./45.). Doch jener Mais hat vor der Pause noch einen: Klasse Hereingabe des Torjägers, Chris Helmig kennt kein Pardon und haut das Ding rein (45.+1). „3:0 zur Pause war sicher das Maximum, so viel besser waren wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht“, meint Peter Lakenbrink.

Noch nicht: Denn nach dem Seitenwechsel geht jeder weitere DJK-Treffer in Ordnung. Ein paar Minuten lang bäumt sich die 09-Reserve zaghaft auf, dann kündigt sich die nächste blau-weiße Kiste an: Lakenbrink bedient Mais, der dreht sich mit Affenzahn um die eigene Achse, trifft ins kurze Eck - und bejubelt seine technisch hochwertige Aktion mit einem Fußballschuh-Shuffle an der Seitenlinie. Rhythmusgefühl ganz dicht an der Weltklasse.

Überhaupt: Der Ligaprimus tanzt noch ein bisschen weiter. Helmig gelingt aus kurzer Distanz sein zweites Tor (78.). Und Sekunden vor Schluss ist dann sogar das halbe Dutzend voll: Schöner Pass in die Schnittstelle, die 09-Abwehr macht zum sechsten Mal Betriebsferien, Bernd Block vollstreckt – 0:6, denkwürdig.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4462905?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F