Fr., 21.04.2017

Tischtennis: Verbandsliga Weil sie es können: Aufsteiger BW Greven ist drittbestes Team der Rückrunde

Grevens Nummer eins: Max Haddick. Er kam vor der Saison neu zum Aufsteiger und entpuppte sich als absolute Lebensversicherung. Er hatte maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt der Blau-Weißen.

Grevens Nummer eins: Max Haddick. Er kam vor der Saison neu zum Aufsteiger und entpuppte sich als absolute Lebensversicherung. Er hatte maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt der Blau-Weißen. Foto: Ulrich Schaper

Greven - 

Als drittbestes Team der Rückrunde schlossen die Tischtennis-Herren von BW Greven die Verbandsliga-Saison ab und schafften damit den Grundstein für den Klassenerhalt. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten hat sich die Mannschaft von Kapitän Matthias Kaltmeier eindrucksvoll in der Liga etabliert.

Es dürfte sich ligaweit herumgesprochen haben, dass ein Besuch in der Grevener Emshalle wehtut. Nicht, weil das Tischtennis-Team der DJK BW Greven für rohe Gewaltanwendung bekannt ist. Vielmehr ist es die, man möchte sagen perfide Taktik, mit der die Mannschaft um Kapitän Matthias Kaltmeier die Gegner zerlegt. Kaum eines der Heimspiele, das der Verbandsligist ausgerichtet hat, ist in unter drei Stunden über die Bühne gegangen. Nur Mannschaften, die diesem Umstand mental und auch körperlich gewachsen waren, durften sich Hoffnung auf etwas Zählbares machen. Die meisten aber knickten ein. So kam es, dass der Aufsteiger bereits frühzeitig den Klassenerhalt feiern durfte und die Saison 2016/2017 auf einem mehr als achtbaren sechsten Platz beendete.

Starke Serie – trotz Personalengpass

„Zugegeben, der Start in die Saison war etwas holprig“, sagt Reinhard Rothe. In den ersten neun Begegnungen holten die Grevener 5:13 Punkte. Dann aber hatte sich das Team um Kapitän Matthias Kaltmeier gefangen. und startete mächtig durch.

„Trotz anhaltender Personalprobleme haben wir eine wahnsinnig gute Serie gestartet“, blickt Rothe auf die Zeit rund um den Jahreswechsel zurück. Sieben Spiele lang blieb der Aufsteiger ungeschlagen, holte 13:1 Punkte und katapultierte sich ins gesicherte Mittelfeld.

„Sicher waren wir zu diesem Zeitpunkt aber immer noch nicht, denn auch die anderen Mannschaften aus dem Tabellenkeller haben fleißig gepunktet“, sagt der 61-Jährige. „Entscheidend war die Partie am viertletzten Spieltag. Nach dem 9:6-Sieg über den TuS Hiltrup war auch rein rechnerisch alles in trockenen Tüchern.“

Haddick als Lebensversicherung

In der Rückrundentabelle belegt Greven einen überragenden dritten Platz (15:7 Punkte). „Das zeigt, dass wir uns in der Verbandsliga durchaus wohl fühlen. Wir haben gezeigt, dass wir Leistungsmäßig dieses Niveau haben.“

Als eine Art Lebensversicherung entpuppte sich Neuzugang Max Haddick. Der Spitzenspieler trug mit seinen Siegen im Einzel und Doppel maßgeblich dazu bei, dass auch im nächsten Jahr Verbandsliga-Tischtennis in der Emshalle zu sehen sein wird. (Rothe: „Er hat uns eine Menge Stabilität gebracht.“) Die zweite wichtige Personalie war Rajeevan Sithamparanathan. In den vergangenen Jahren war der Shooter des Grevener Teams eher durch seine wechselhafte Leistung aufgefallen. In diesem Jahr war er im unteren Paarkreuz ein weiterer Garant für den Klassenerhalt.

„Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sich Rajee für den Verein aufgerieben hat“, sagt Rothe. „Er hat praktisch permanent in zwei Mannschaften gespielt.“ Neben seinen Auftritten in der Verbandsliga schlug der Offensivkünstler regelmäßig auch in der Bezirksliga auf. So absolvierte er insgesamt 64 (!) Einzel für beide Teams. „Er hat mit seinem Einsatz und seinen hervorragenden Ergebnissen beiden Mannschaften zum Klassenerhalt verholfen.“

Greven setzt auf Nachwuchs

Auch der Grevener Nachwuchs wusste es zu Überzeugen. Der 18-Jährige Roman Lakenbrink zeigte sich erheblich verbessert. Nervenstark holte er wichtige Einzelpunkte für das Grevener Team. „Er wird sicher in der nächsten Saison noch häufiger zum Einsatz kommen und sich hoffentlich so weiter entwickeln“, sagt Rothe.

Die Doppel, vergangene Saison noch die Achillesferse der Grevener, zeigten sich trotz ständiger Rotation erstaunlich stabil (40 Siege/32 Niederlagen). Einzige Konstante war das Spitzendoppel Haddick/Bothe (10:4/Gesamt 21:5), das die Saison als zweitbestes Doppel der gesamten Liga abschloss.

Überragende Bilanz des Spitzendoppels

Für die nächste Saison sucht die DJK noch nach Verstärkungen. „Durch welche Umstände auch immer – wir haben gemerkt, dass die Personaldecke zwischendurch doch arg dünn geworden ist“, mahnt Rothe.

Das Team in der Einzelkritik

Max Haddick (12 Siege / 10 Niederlagen / Gesamt 22:20): Der Neuzugang von Borussia Münster etablierte sich schnell als Leistungsträger und zuverlässiger Punktesammler in einem Umfeld von sehr starken Gegenspielern. Für die nächste Saison ist durchaus Steigerungspotenzial.

Milan Heidkamp (1/5/5:9): Heidkamp hatte die gesamte Saison über mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, stellte sich aber immer wieder zur Verfügung und half bei seinen sieben Einsätzen kräftig mit, die nötigen Punkte zu sammeln.

Stephan Bothe (7/15/20:23): Der „Präsident“ übernahm in der Rückrunde Position drei von Reinhard Rothe und schlug sich mit einer 3:3 Bilanz achtbar. Das war insgesamt zufriedenstellend, denn er hatte zeitweise mit erheblichen Kniebeschwerden zu tun.

Reinhard Rothe (10/6/12:22): Der Altmeister hatte in der Vorrunde einen Bandscheibenvorfall und fiel fast drei Monate aus. In der Rückrunde an Position vier lief es besser, auch wenn er noch nicht wieder ganz die Form der Vorsaison erreichte.

Matthias Kaltmeier (12/7/25:13): Der Kapitän ging voran und holte die insgesamt meisten Siege für das Team. Er ist einer der wenigen Tischtennis-Spieler, die sich auch jenseits der 30 stetig verbessern. Von ihm darf man in der nächsten Saison durchaus noch etwas mehr erwarten.

Torsten Radke (5/5/8:19): Er fehlte häufig aus privaten Gründen, machte seine Sache insgesamt aber sehr gut. Er wird in der nächsten Saison überwiegend als Spitzenspieler der Reserve auflaufen.

Rajeevan Sithamparanathan (11/3/20:10): Der Vielspieler der DJK, zeigte endlich, was in ihm steckt. Nach dieser überragenden Saison will der vierfache Familienvater aber kürzer treten.



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