Mi., 04.10.2017

Fußball: Kreispokal Schade – aber keine Schande

Mit Herz und Kopf: Die DJK Greven um ihren Kapitän Chris Helmig (beim Kopfball) präsentierte sich gegen den Landesligisten aus Werne hervorragend, schied aber bei phasenweise strömendem Regen aus dem Kreispokal aus.

Mit Herz und Kopf: Die DJK Greven um ihren Kapitän Chris Helmig (beim Kopfball) präsentierte sich gegen den Landesligisten aus Werne hervorragend, schied aber bei phasenweise strömendem Regen aus dem Kreispokal aus. Foto: Stefan Bamberg

greven - 

Schade, die Fußballer der DJK sind aus dem Kreispokal ausgeschieden, haben sich beim 1:4 gegen den Werner SC aber gut präsentiert.

Von Stefan Bamberg

Um viertel vor vier zerplatzen die Pokalträume in Zeitlupe. Es geht über rechts beim Landesligisten, flache Hereingabe, ein ganz krummer Schuss, abgefälscht, einmal, zweimal, was für ein Geeumel – und drin. Das 0:3 in der 44. Minute, ein Tor, das tröpfchenweise fällt. Es ist der Moment, in dem das Erwartete unvermeidlich wird: Die DJK BW Greven scheidet gegen den Werner SC aus dem Kreispokal aus, nach 90 Minuten steht es 1:4 in der Emsaue. Schade? Ja. Schande? Nein. „Mit solchen Vorstellungen wie heute kehrt das Selbstvertrauen zurück“, glaubt Coach Peter Lakenbrink. „Damit können wir zufrieden sein.“

Fotostrecke: DJK BW Greven scheidet aus dem Pokal aus

In der Tat: Man fragt sich phasenweise, bei welchem Guru die Blau-Weißen die letzten beiden Nächte verbracht haben. Es scheint, als laufe da eine ganz andere Mannschaft über die Wiese als jene, die am Sonntag in der Liga noch so mäuschenhaft agierte. Spielertrainer Lakenbrink rotiert sich zu Beobachtungszwecken zunächst selbst aus dem Team, setzt auf Torben Mais als einzige Spitze – und der hat nach einer halben Stunde eine gute Idee: 40 Meter, Wernes Torwart woanders unterwegs, Lupfer von Mais, brandgefährlich – aber auch knapp vorbei.

Und doch ist die Szene ein Sinnbild: für Mut, Feuer, Spielwitz – all das, was zuletzt fehlte. Die DJK geht beherzt in die Zweikämpfe, keine Geschenke für den höherklassigen Gegner. Doch natürlich brauchen sie auch ein bisschen Glück, denn klar: Werne hat in der ersten Hälfte die besseren Chancen (2./18./39./41.). Aber Greven hat David Wiethölter: Gäbe es für Glanzparaden ein Stickeralbum, der Typ hätte am Ende des Nachmittags so einiges doppelt.

In der 24. Minute jedoch kann auch der DJK-Hüter nix machen: langer Hafer, SC-Stürmerschrank Dominik Hennes räumt Jan Wagemann aus dem Weg – und trifft, 0:1. Bitter, aber ein Zwischenstand im Toleranzbereich: Damit in die Pause, und die Gastgeber hätten auf den einen goldenen Schuss im zweiten Durchgang hoffen können. Hätten: Denn binnen 60 Sekunden – zwischen der 43. und 44. Minute – erledigt sich dieser Plan: zweimal kommt der SC, zweimal zeigt er Grevens Abwehr ihre Grenzen auf – Doppelschlag, 0:3, da ist dann doch mal kurz ein Zwei-Klassen-Unterschied zu konstatieren.

Das Beste jedoch: Nach dem Seitenwechsel lässt sich die DJK nicht gehen. Durch den nun einsetzenden Starkregen ist zu erahnen, dass Greven alles versucht. Und das wird belohnt: 68. Minute, der inzwischen mitturnende Lakenbrink mit einem hoffnungsvollen Halbvolley, doch der nasse Rasen macht dieses Ding erst so richtig interessant, patsch, Pfosten – und Torben Mais staubt ab, nur noch 1:3! „Auf geht’s, Männers – jetzt noch 20 Minuten plus Verlängerung!“, ruft ein blau-weißer Edelfan.

Na gut, Sportsfreunde, lassen wir die Kirche mal im Dorf: Es riecht jetzt nicht wirklich nach Sensation. Die Gäste erzielen ja auch noch das 1:4 (84.) – langweilig aber ist es nie gewesen. Und ein Debakel erst recht nicht.



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