Mi., 20.09.2017

Fußball: Kreisliga A Steinfurt Westfalia Leer mit den Fans im Rücken

Da jubeln Bank und Fangemeinde, als der gerade eingewechselte Thomas Overesch (Bild oben) den 2:1-Siegtreffer im Spiel bei Preußen Borghorst erzielt hat. Der Zusammenhalt von Fans und Spielern ist ein großes Plus des kleinen Vereins.

Da jubeln Bank und Fangemeinde, als der gerade eingewechselte Thomas Overesch (Bild oben) den 2:1-Siegtreffer im Spiel bei Preußen Borghorst erzielt hat. Der Zusammenhalt von Fans und Spielern ist ein großes Plus des kleinen Vereins. Foto: Günter Saborowski

Horstmar-leer - 

In der Saison 2012/13 feierte Westfalia Leer die Meisterschaft in der Kreisliga B und gehört seitdem zum Fußball-Oberhaus des Kreises. Danach ging es mit dem Club aus dem 2500-Seelen-Dorf kontinuierlich nach oben in der Tabelle (siehe Kasten). Aktuell ist der SV Westfalia nach sechs Spieltagen Tabellenzweiter hinter Germania Horstmar.

Von Günter Saborowski

Und die Konkurrenz reibt sich verwundert die Augen. Okay, gegen Preußen Borghorst kann man durchaus mit 2:1 gewinnen und die Vierte von SuS Neuenkirchen war beim 2:0 auch kein adäquater Gegner für die Leerschen. Aber 4:1 gegen Borussia Emsdetten II und 2:1 gegen den TuS Laer – das sind schon Duftmarken, die die Mannschaft von Thomas Overesch da hinterlassen hat. Mittlerweile wissen auch die anderen Teams der Kreisliga, dass mit den Roten nicht gut Kirschen essen ist und dass diese Mannschaft nicht nur kämpferisches Potenzial hat. Wenn Marcel Hetzer und Co. am Sonntag ihr Heimspiel gegen die Reserve des FCE Rheine auch noch gewinnen sollten, weiß jeder in der A-Liga, dass Westfalia Leer sich im Höhenflug befindet.

Der Coach selbst versucht den Ball mehr als flach zu halten, bei Overesch liegt er quasi unter der Grasnarbe. Von „Momentaufnahme“ und „Kirche im Dorf“ ist die Rede. Doch wer will den Leerschen denn die Kirche wegnehmen? Platz zwei ist nun mal Platz zwei, da beißt die Maus keinen Faden ab. Vor allem, wenn niemand den SV Westfalia dort erwartet hatte. Arminia Ochtrup. der Dauer-Vize FC Nordwalde oder TuS Laer – das sind die Clubs, mit denen die Experten ganz oben gerechnet haben.

„Ich will nicht von Demut sprechen, aber wir betrachten das Ganze mit dem nötigen Respekt. Wir schauen in Leer immer noch nach unten auf die Tabelle und wollen möglichst großen Abstand dorthin halten“, sagt nicht der Trainer, sondern Christoph Arning, das Urgestein des Leerer Fußballs. Arning war mal Sportlicher Leiter des Vereins und freut sich am meisten darüber, „dass die Mannschaft in der vorigen Saison erstmalig nur mit Spielern aus dem eigenen Verein den Klassenerhalt geschafft hat.“

Kaum Ausfälle, nur zwei Langzeitverletzte und ein Max Joormann, den man in der Vorsaison aus der A-Jugend geholt habe und der „mit seiner Lockerheit“ gut eingeschlagen sei, sagt Arning. Und natürlich der Zusammenhalt der Mannschaft. Arning: „Man spürt eine unwahrscheinlich große Geschlossenheit in der Mannschaft. Außerdem passt Thomas Overesch als Trainer wie die Faust aufs Auge zu dem Team“, bekräftigt der 45-Jährige, dass Trainer und Mannschaft nach den Spielen gemeinsam essen und auch gemeinsam noch was trinken und nicht gleich auseinander gehen.

Natürlich hat sich beim SV Westfalia auch das Umfeld ein wenig verändert, ist professioneller geworden. Nils Eden als Co-Trainer ist ausgebildeter Sportlehrer und Armin Käthner als Torwarttrainer schiebt mit seinen Schützlinge ab und zu auch mal Sonderschichten.

Nicht zu vergessen die Zuschauer und „Supporter“, wie Arning sie nennt. „Unter 100 wird in Leer gar kein Spiel angepfiffen. Marcel Thiemann bringt seine ganze Familie mit, das sind dann schon mal zehn Leute. Und so läuft das bei den anderen auch. Da kommen die Eltern, Oma, Opa. Weil das eben alles eigene Jungs sind“, sagt Arning. Dass beim Spielen gegen Horstmar 500 Zuschauer am Platz sind, sei normal. Wenn in Horstmar gespielt werde, dann führen „schon mal 200 Leute mit dem Fahrrad nach Horstmar rüber“, so das Leerer Urgestein. Und weiter weg „bleibt kein Auto leer. Wir haben eine Whats­App-Gruppe. Da klappt die Kommunikation“, erklärt Arning die gute Unterstützung bei den Auswärtsspielen.

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Außerdem passt Thomas Overesch als Trainer wie die Faust aufs Auge zu dem Team.

Christoph Arning

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