Do., 19.10.2017

Handball: Bezirksliga Reisender in Sachen Handball

Stephan Nocke vermittelt nicht nur dem TBB seine Kenntnisse. Nebenbei lehrt er auch an der HTS-Handball-Akademie und spielt für den Oberligisten HSG Schwanewede.

Stephan Nocke vermittelt nicht nur dem TBB seine Kenntnisse. Nebenbei lehrt er auch an der HTS-Handball-Akademie und spielt für den Oberligisten HSG Schwanewede. Foto: Strack

Burgsteinfurt - 

Stephan Nocke trainiert den TB Burgsteinfurt nunmehr in der dritten Saison. Die Vereinsarbeit beim heimischen Bezirksligisten ist aber nicht das einzige Betätigungsfeld, mit dem er sich handballmäßig beschäftigt. Nocke lehrt zudem an der „HTS-Handballschmiede“ – und er spielt auch wieder als Torhüter beim Nordsee-Oberligisten HSG Schwanewede.

Von Heiner Gerull 

Wenn es um Handball geht, kann Stephan Nocke keiner etwas vormachen. Nicht nur, weil er das Einmaleins des Handballsports als ehemaliger Torhüter des Zweitligisten VfL Eintracht Hagen wie kaum ein anderer verinnerlicht hat. Handball bestimmt auch heute noch einen wesentlichen Teil seines Lebens. Wobei Nockes Trainer-Tätigkeit beim heimischen Bezirksligisten TB Burgsteinfurt nur eine Facette seiner ausgeprägten Leidenschaft ist. Darüber hinaus ist er bei der „HTS-Handballtalentschmiede“, eine Ausbildungsakademie für den Handballsport, tätig. Und weil den 37-Jährigen der Ehrgeiz gepackt hat, ist er auch noch als aktiver Handballer unterwegs. Seit Saisonbeginn hütet er das Tor des norddeutschen Oberligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen.

Nocke liegt viel daran, keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, wenn er über seine drei Standbeine in Sachen Handball spricht. Er setzt klare Prioritäten. „An erster Stelle steht der TB Burgsteinfurt. Schließlich bin da ich Trainer“, sagt der handballbesessene Coach, der den TB nunmehr in der dritten Saison trainiert.

An seinen Job bei der „HTS-Handballtalentschmiede“ ist er durch den Kontakt zu seinem ehemaligen Weggefährten Matthias Lorenz gekommen. Der hatte sich 2014 seinen Lebenstraum verwirklicht, indem er eine Ausbildungsakademie für den Handballsport ins Leben gerufen hatte. Grundlage war eine Ausbildungs-Konzeption für Torhüter nach den herrschenden Kriterien der deutschen-, isländischen- und kroatischen Torwartförderung. Da aber die Anfrage nach weiteren professionellen Leistungen stieg, wurden sowohl das Portfolio als auch das Expertenteam ausgebaut. Als ehemaliger Zweitliga-Torhüter passt Nocke perfekt in dieses Konzept. Ein Handlungsreisender in Sachen Handball – dieser Satz beschreibt wohl am treffendsten, womit sich der Diplom-Verwaltungswirt außerhalb seines Berufs beschäftigt.

„Wir sind nicht nur deutschlandweit tätig, sondern bauen unser Netzwerk auch in Luxemburg, Tschechien und Slowenien aus“, sagt Nocke. Sogar in Afrika sind die Dienste der Ausbildungsakademie begehrt. So soll im Juli kommenden Jahres in der zentralafrikanischen Republik Kongo ein Seminar stattfinden.

Die Dienste der Akademie beschränken sich nicht nur auf die Ausbildung und Förderung talentierter Nachwuchs-Handballer. Vielmehr umfasst das komplexe Angebot Karriereberatung, Rechtsberatung, Spieler-Vermittlung, Imagepflege und Social-Media-Betreuung. TB-Torhüter Luca Lehmann ist ein Klient des Unternehmens. Von der professionellen Betreuung erhofft er sich einen weiteren Schub für seine sportliche Laufbahn.

Gebucht werden die Dienste vornehmlich von Vereinen und Schulen. Die Vermittlung der handballspezifischen Fertigkeiten erfolgt in Camps, die in der Regel eine Woche dauern, die aber auch individuellen Wünschen angepasst werden können.

Dass Nocke wieder aktiv Handball spielt, hängt mit seiner Tätigkeit bei der „HTS“ zusammen. Im Frühjahr hatte die HSG Schwanewede, Vertreter der Oberliga Nordsee, ein Trainingscamp mit der Handballakademie gebucht. „Da hat mich der Trainer gefragt, ob ich denn nicht einen einfahrenen Torwart wüsste, der unseren jungen Torleuten zur Seite stehen könnte.“ Schlagfertig – und wohl ohne die Tragweite seiner Zusage in dem Moment bedacht zu haben – antwortete Nocke: „Nehmt mich doch.“ Von dem Moment an stand Nocke beim Oberligisten aus der 20 000 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe von Bremen im Wort. Dort erlebt der 37-Jährige seinen dritten Frühling und lässt sich als Torhüter von der prickelnden Atmosphäre der handballbegeisternden Fanschar zu sportlichen Glanztaten stimulieren. „Das alles geht natürlich nur, sofern es keine Überschneidungen mit dem TB Burgsteinfurt gibt. Der Verein hat Vorrang“, betont Nocke. Dass er trotz seiner 37 Jahre immer noch sein Handwerk versteht, belegen die guten Kritiken, die er Woche für Woche erntet.



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