Do., 21.09.2017

Handball: Bezirksliga TB Burgsteinfurt im ST-Derby gegen SuS Neuenkirchen

Der ehemalige TBler Marc Bohle hütet seit Saisonbeginn das Tor vom SuS Neuenkirchen.

Der ehemalige TBler Marc Bohle hütet seit Saisonbeginn das Tor vom SuS Neuenkirchen.

Burgsteinfurt - 

Zuletzt trafen sie sich hin und wieder zwecks nachbarschaftlicher Hilfe im Garten. Am Sonntag gibt es für die Handballer Stefan Kretzschmar vom TB Burgsteinfurt und Marc Bohle vom SuS Neuenkirchen ein Wiedersehen in der Willibrordhalle. Es gibt eine ganz spezielle Verbindung zwischen den beiden.

Von Heiner Gerull

Sie leben im selben Wohnviertel in Burgsteinfurt und helfen sich ab und an bei der Gartenarbeit. Doch am Sonntag darf weder der eine noch der andere auf nachbarschaftliche Hilfe bauen. Über viele Jahre waren Stefan Kretzschmar und Marc Bohle Teamgefährten in der ersten Handballmannschaft des TB Burgsteinfurt. Im Sommer trennten sich ihre Wege, denn seit Saisonbeginn trägt Torhüter Bohle das Trikot vom SuS Neuenkirchen. Am Sonntag (Anwurf 18 Uhr, Willibrordhalle) kommt es zu einem Wiedersehen, denn im Punktspiel der Bezirksliga empfängt der TB den SuS.

Bohle ist ein Mann, der stets Bodenhaftung behält. „Das ist doch ein ganz normales Spiel, in dem es um zwei Punkte geht. Man spielt gegeneinander, und hinterher trinken wir vielleicht ein Bier zusammen.“ Schon gar nicht falle die Begegnung in jene Kategorie, die bereits zwei Wochen vor dem Anpfiff in ihm Nervosität auslöst. „Ich sehe das ganz entspannt, zumal es ja auch erst der dritte Spieltag ist“, sagt der ehemalige TBler.

Neben Kretzschmar war auch Dimitirij Gasanov ein langjähriger Weggefährte Bohles beim TB. „Vielleicht kennt Marc noch unsere Bewegungsmuster und unser Wurfverhalten. Deshalb müssen wir uns vielleicht etwas Neues einfallen lassen“, betont Kretzschmar.

Bohle bestritt vor 20 Jahren sein erstes Punktspiel für die erste TB-Mannschaft, der er neun Jahre treu blieb. Anschließend schloss er sich dem SC Nordwalde an. Als das Landesliga-Team des SCN aufgelöst wurde, legte er zunächst ein „Sabbatjahr“ ein. In der Saison 2015/16 trug er mit dazu bei, dass es dem TB gelang, den „Betriebsunfall Abstieg“ auf Anhieb zu reparieren und mit der makellosen Bilanz von 44:0 Punkten als Kreisligameister in die Bezirksliga zurückzukehren. Dort stand er dem TB zuletzt als Stand-by-Spieler zur Verfügung.

Bohles Lebensplanung war nicht darauf ausgerichtet, sich noch einmal einer neuen sportlichen Herausforderung zu stellen. Schließlich ist er mittlerweile 38 Jahre alt. Bis im April eine Anfrage vom SuS Neuenkirchen kam. Der Liga-Rivale des TB sah Handlungsbedarf, weil dort ein Torhüter ausgefallen war und SuS kurzfristig einen zweiten Keeper benötigte. Bohle reizte die Chance, „noch einmal auf diesem Niveau zu spielen“, wie er sagt. Zumal beim TB inzwischen von Arminia Ochtrup Luca Lehmann angeheuert hatte.

Den Schritt getan zu haben, bereut Bohle nicht. Sowohl beim Neuenkirchener 31:23-Sieg in Kattenvenne zum Saisonstart als auch bei der 30:31-Heimniederlage gegen Vorwärts Gronau bekam der Burgsteinfurter große Spielanteile. Doch Bohles Naturell entsprechend hält er den Ball flach: „Es ist fraglich, inwieweit ich wieder in die Spur komme und ob ich das Niveau von früher nochmals erreiche. Für mich zählt in erster Linie, im Team zu funktionieren.“

TB-Coach Stephan Nocke hat keinerlei Zweifel, dass Bohle das schafft. „Er ist nach wie vor ein sehr guter Torhüter. Wir dürfen ihn nicht warmschießen.“

Angesichts der Kaderveränderungen, die sich hüben wie drüben in der Sommerpause vollzogen, geht der Gast sicherlich favorisiert ins Spiel. „Doch wir wollen die Neuenkirchener so lange wie möglich ärgern. Ich hoffe auf einen heißen Tanz“, kündigt Kretzschmar an. Der Linksaußen sagt das auch, weil die zuletzt angeschlagenen Niclas Vinhage, Frederik Schnittker, Kevin Aguiar und Edwin Hermann in den Kader zurückkehren und Nocke somit bis auf den nach wie vor verletzten Leon Huffer (Mittelfußbruch) nahezu aus dem Vollen schöpfen kann.



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