Mo., 09.10.2017

Fußball: Kreisliga B2 Steinfurt „Das war ein glasklarer Treffer“

Gesprächsbedarf: Nach einem nicht gegebenen Tor für den TuS Laer kochten die Gemüter hoch.

Gesprächsbedarf: Nach einem nicht gegebenen Tor für den TuS Laer kochten die Gemüter hoch. Foto: Christian Lehmann

Laer/Ochtrup - 

Einen Tag nach dem B-Liga-Spiel zwischen der „Zweiten“ des TuS Laer und der SpVgg. Langenhorst/Welbergen (1:3) haben sich die Gemüter beruhigt, auch wenn aufseiten der Laerer der Ärger wegen des nicht gegebenen Treffers noch nicht ganz verraucht ist.

Von Heiner Gerull

„Phantomtor?“ Wenn Marc Steinfeldt mit diesem Begriff konfrontiert wird, dann schüttelt er nur den Kopf. „Das war ein glasklarer Treffer, und jeder, der am Platz war, weiß es“, sagt der Trainer der Laerer Mannschaft. So eindeutig die Sache für ihn war – Schiedsrichter Ralf Schipp hatte die Szene nicht genau gesehen, wie es dazu kam, dass der Ball plötzlich hinter dem Netz lag.

Die strittige Aktion hatte sich gegen Ende der ersten Halbzeit beim Stand von 1:0 für die TuS-Reserve abgespielt. TuS-Spieler Lars Elferich hatte den zu weit vor seinem Tor postierten Lan­genhorster Keeper Christian Kuhmann mit einem Heber aus gut 40 Metern Torentfernung überlistet. „Dann schlug der Ball durch das Loch im Tornetz und blieb anschließend hinter dem Tor liegen“, schildert Steinfeldt den Sachverhalt aus seiner Sicht. „Wäre der Ball über das Tor geflogen und gegen den Fangzaun geklatscht, dann hätte man das auch gehört“, so der TuS-Coach. „Der Leidtragende ist die Mannschaft, weil sie nicht belohnt worden ist. Das ist schade und macht mich böse.“

Weil der Unparteiische seiner Sache aber nicht sicher war, befragte er den Langenhorster Keeper. Der hatte offensichtlich zu verstehen gegeben, die Kugel sei über das Tor geflogen, so dass das Spiel mit einem Abstoß fortgesetzt wurde. Ein neutraler Besucher indes erklärte, der Ball sei zu „99,9 Prozent“ im Tor gewesen.

Langenhorsts Trainer Thorsten Bäumer sagte hinterher: „Ich habe nur die Flugbahn des Balles gesehen und mir gedacht: Der ist drin. Ich war aber in der Situation abgelenkt, weil wir gerade eine Auswechslung vorbereitet hatten. Deshalb konnte ich nicht erkennen, ob es ein Tor war.“

Bäumer war es spürbar unangenehm, die Szene zu kommentieren. Allein schon deshalb, weil er seinen Laerer Trainer-Kollegen noch aus gemeinsamen Wilmsberger Zeiten kennt, als Bäumer die „Zweite“ trainiert hatte und Steinfeldt sein Torhüter war. „Es tut mir für Marc und die Mannschaft leid“, betont Bäumer.

Er sträubt sicher allerdings dagegen, den Schwarzen Peter allein dem Schiedsrichter in die Schuhe zu schieben. Ein gewisses Maß an Verantwortung bei der Instandhaltung der Sportgeräte trügen auch die Vereine. „Wir sind hier schließlich nicht in der Bundesliga. Deshalb müssen auch die Vereine darauf achten, ob die Tore und Tornetze in Ordnung sind.“ Referee Schipp war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ein sportgerichtliches Nachspiel wird der Vorfall aber wohl nicht haben. Das gab Staffelleiter Jörg Brandhorst zu verstehen. Die Spielberichte würden grundsätzlich im Beisein von Vertretern beider Mannschaften angefertigt. Sollte ein Team einen Einwand gegen die Spielwertung haben, werde das schriftlich vermerkt. „Es gibt aber keinen Eintrag im Spielbericht“, bestätigt Brandhorst. Womit die Sache sportrechtlich vom Tisch sein dürfte.

Marc Steinfeldt verkündete, dass der TuS Laer keinen Einspruch einlegen werde. „Das bringt doch eh nichts. Deshalb verzichten wir lieber gleich darauf.“

Derweil kann Bäumer den Frust seines Trainer-Kollegen nachempfinden: „Das ist doof gelaufen. So etwas passiert nur alle 50 Jahre.“

Wahrscheinlich hat Bäumer recht.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5214695?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686795%2F