Mo., 15.01.2018

Handball: Bezirksliga Münsterland Ein Massenabstieg droht

Beim TB Burgsteinfurt verfinstern sich die Mienen nach der Derby-Niederlage gegen Borghorst. Die Fragen, die sich langsam stellen, lauten: Bleibt Stephan Nocke verantwortlicher TB-Trainer? Und: Wer tritt beim TVB die Nachfolge von Eckhard Rüschhoff (kl. Foto) an?

Beim TB Burgsteinfurt verfinstern sich die Mienen nach der Derby-Niederlage gegen Borghorst. Die Fragen, die sich langsam stellen, lauten: Bleibt Stephan Nocke verantwortlicher TB-Trainer? Und: Wer tritt beim TVB die Nachfolge von Eckhard Rüschhoff an? Foto: Thomas Strack

Kreis Steinfurt - 

In der Bezirksliga Münsterland kündigt sich in der Rückrunde ein Hauen und Stechen um den Klassenerhalt an. Da in den übergeordneten Landesligen mehrere Clubs auf der Kippe stehen, könnten in der Bezirksliga Münsterland am Saisonende vier Mannschaften durchs Loch gehen. Arminia Ochtrup, der TV Borghorst und seit Sonntag auch der TB Burgsteinfurt sind in der Verlosung.

Von Heiner Gerull

Das Bezirksliga-Derby zwischen dem TB Burgsteinfurt und dem TV Borghorst ist abgehakt. Wobei sich beim TB nach der 27:28-Niederlage die Prioritäten mit Blick auf die anstehende Rückrunde schlagartig verändert haben dürften. Hegten die Stemmerter bis zum vergangenen Spieltag noch die leise Hoffnung, in die Phalanx der Top Four einbrechen zu können, heißt es nun plötzlich: Willkommen im Abstiegskampf, TB! Denn den Tabellenfünften trennen vom möglicherweise ersten Abstiegsplatz – Rang elf – gerade einmal zwei Punkte.

Die Frage, die sich darüber hinaus stellt, lautet: Mit welchen Trainern gehen der TV Borghorst und der TB Burgsteinfurt in die nächste Saison? Eines steht fest: Die kommenden Monate bis zum Saisonende am 12. Mai garantieren in mehrfacher Hinsicht Spannung pur.

„Jetzt ist es natürlich vorbei mit oben angreifen“, sagte ein desillusionierter TB-Trainer Stephan Nocke am Sonntagabend. Es waren schlichte, aber keineswegs inhaltsleere Worte. Denn nach der Heimspielpleite gegen den TVB führt der TB als Tabellenfünfter – man mag es kaum glauben – das breit gestaffelte Feld jener Mannschaften an, die sich Gedanken um den Klassenerhalt machen müssen. „Deshalb wird es in der Rückrunde ein Hauen und Stechen geben“, vermutet Eckhard Rüschhoff. Man benötigt nicht viel Fantasie, um diesen Worten Glauben zu schenken. Mit dem SC Arminia Ochtrup, dem TV Borghorst und dem TB Burgsteinfurt sind auch die drei heimischen Bezirksligisten in der Verlosung. Für sie gilt es, am Saisonende mindestens Platz zehn zu erreichen. Dann wären sie auf der sicheren Seite.

Weshalb in diesem Jahr in der Bezirksliga ein Massenabstieg droht, liegt an der Konstellation in den übergeordneten Landesligen. Denn in Staffel 2 steht die bisher punktlose Ibbenbürener SpVgg praktisch als Absteiger fest, und auch in Staffel 3 droht die DJK Coesfeld als Tabellenletzter das Klassenziel zu verfehlen. Erwischt es in Staffel zwei auch noch die DJK Everswinkel oder den HC Ibbenbüren, dann kämen gleich drei Absteiger in die Bezirksliga Münsterland zurück. Und das hätte zur Folge, dass es in der ersten überkreislichen Liga gleich vier Clubs träfe, die zurück in die Kreisliga müssten.

Nach aktuellem Stand der Dinge wären das neben dem SC Arminia die TVE-Dritte sowie die beiden münsterischen Vertreter HSG Preußen/Borussia und HSG Gremmendorf/Angelmodde.

Will man dieser Konstellation überhaupt etwas Positives abgewinnen, dann ist es der Umstand, dass in der Verbandsliga die beiden münsterländischen Vertreter ASV Senden und TV Emsdetten II gesichert sind. Denn ginge auch noch eine dieser beiden Mannschaften – wider Erwarten – durchs Loch, dann könnte sich die Zahl der Absteiger in der Bezirksliga sogar auf fünf erhöhen.

Doch auch vier Bezirksliga-Absteiger eröffnen ein Szenario, das höchst ungewöhnlich ist: „Ich bin ja schon lange im Geschäft. Aber solch einen heißen Abstiegskampf habe ich selten erlebt. Umso mehr hoffe ich, dass wir uns am 12. Mai mit dem Klassenerhalt sauber verabschieden können“, erläutert Rüschhoff.

Der Trainer des TV Borghorst sagt das auch mit Blick auf seine eigene Position. Denn sein schon Anfang des vergangenen Jahres geäußerten Standpunkt, wonach er mit Saisonabschluss das Traineramt beim TVB niederlegt, steht wie in Stein gemeißelt. „In diesem Sommer endet meine Trainertätigkeit bei der ersten Mannschaft des TV Borghorst. Dann habe ich 40 Jahre voll, 20 davon als Spieler und 20 als Trainer. Ich werde eine schöpferische Pause von einem Jahr einlegen. Das steht fest“, bekräftigt Rüschhoff. Wer sein Nachfolger wird, ist offen. „Wir sind zurzeit noch in Gesprächen. Aber die Entscheidung, wann wir einen neuen Trainer präsentieren können, hängt nicht nur von uns ab“, sagt TVB-Abteilungsleiter Uwe Leiß.

Auch beim TB Burgsteinfurt ist die Trainerfrage in der Schwebe. Was insofern bemerkenswert ist, dass die Verantwortlichen in der vergangenen Saison schon Ende der Hinserie Nägel mit Köpfen gemacht und die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Stephan Nocke bekanntgegeben hatten. In diesem Jahr sind die Stemmerter später dran; wesentlich später. Was durchaus Rückschlüsse zulässt. Uwe Geersen, der mit TB-Abteilungsleiter Peter Köster die wichtige Personalie der Trainer-Besetzung entscheidet, hält sich aber bedeckt. „Wir befinden uns noch in Gesprächen.“ Das Stühlerücken in der Bezirksliga hatte Arminia Ochtrup mit dem Wechsel von Sven Holz (jetzt DJK Coesfeld) zu Heinz Ahlers eingeleitet. Fortsetzung folgt – garantiert.



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