Sa., 04.11.2017

Handball: Westfalenpokal Ein Handball-Abend der großen Emotionen in Ochtrup

Ochtrups Kreisläufer Gerrit Thiemann gelang unmittelbar vor dem Ende der 21:20-Siegtreffer gegen Westfalia Kinderhaus.

Ochtrups Kreisläufer Gerrit Thiemann gelang unmittelbar vor dem Ende der 21:20-Siegtreffer gegen Westfalia Kinderhaus. Foto: Thomas Strack

Ochtrup - 

Der SC Arminia Ochtrup hat am Samstag das Erstrundenturnier im Westfalenpokal ausgerichtet. Dabei erwiesen sich die Hausherren als Favoritenschreck. Nach einem Sieg gegen den Landesligisten Westfalia Kinderhaus ärgerte die Mannschaft von Trainer Sven Holz im „Finale“ auch den Oberligisten Sportfreunde Loxten. Zum ganz großen Coup reichte es am Ende aber nicht. Trotzdem war es ein Abend der großen Emotionen.

Von Marc Brenzel

Im Internet hatten Arminia Ochtrups Handballer im Vorfeld noch geulkt, dass der kürzeste Weg in das internationale Geschäft über den Pokal führt. Von diesem Pfad sind die Töpferstädter am Samstag zwar abgekommen, doch in dem von ihnen ausgerichteten Vorrundenturnier im Westfalenpokal verkaufte sich der Bezirksligist teuer. Nach einem überraschenden 21:20-Sieg zum Auftakt gegen Westfalia Kinderhaus erwies sich im „Finale“ der Oberligist Sportfreunde Loxten als zu stark (15:26).

Arminia Ochtrup – West. Kinderhaus 21:20 (11:12)

Der Landesligist ging mit 3:0 in Führung. Dann hatten die Arminen ihre Anfangsnervosität abgelegt. Raphael Woltering sorgte für einen erstmaligen Vorsprung der Hausherren (7:6, 12.), doch bis zur Pause gaben die Ochtruper das Heft wieder aus der Hand. Dabei hatte der SCA sogar noch Glück, dass Wlad Nowaschenin und Lars Dankbar unmittelbar vor dem Wechsel auf 11:12 verkürzten.

Mit einem gut aufgelegten Lars Wierling im Tor und einer explosiveren Offensive übernahm das Heimteam die Kontrolle. In der Schlussminute lagen die Ochtruper mit 20:18 vorne, doch Mich­ael Dreskornfeld und Henning Spreer glichen aus. Sieben Sekunden vor dem Ende ließ Kreisläufer Gerrit Thiemann nach Zuspiel von Marvin Schiemenz den Bezirksligisten doch noch jubeln – 21:20.

SCA-Tore: Oelerich (6), Schiemenz (3), C. Woltering, Thiemann, Dankbar (je 2), Wahlen, J. Leusder, Wiggenhorn, Pohl, Nowaschenin und R. Woltering (je 1) – Westfalia-Tore: Spreer (6), Siering (4), Schulze-Diekhoff, Scholz-Sadebeck (beide 3), Schulz, Berger, Dreskornfeld und Cichosz (je 1).

Westfalia Kinderhaus – Spfr. Loxten 11:20 (5:12)

In der zweiten Partie trafen die Kinderhauser, die schon 40 schwere Minuten in den Beinen hatten, auf den frischen Turnierfavoriten aus dem Kreis Gütersloh.

Zunächst hatte die Westfalia wenig zu bestellen, aber so einfach wollten die Münsteraner es den „Fröschen“ aus Loxten auch nicht machen. In den zweiten 20 Minuten riss sich der Landesligist zusammen und erarbeitete sich ein unter dem Strich doch noch respektables Ergebnis.

Westfalia-Tore: Camminadi, Siering, Schulze Diekhoff, Cichosz, Möllers (je 2) und Dreskornfeld (1) – Spfr.-Tore: Menger (7), Schäper, Blankert (beide 4), Stockmann, Weigel (beide 2) und Meyer (1).

Spfr. Loxten – Arminia Ochtrup 26:15 (9:9)

Da beide Teams ihre Auftaktpartie gewonnen hatten, kam es zum Abschluss der Runde zu einem echten „Finale“, das die Ochtruper aufgrund des schlechteren Torverhältnisses aber hätten gewinnen müssen.

Dass die Arminen überhaupt in der Lage sein könnten, den drei Klassen höher beheimateten Rivalen ein bisschen zu ärgern, war für die Meisten in der Halle nur schwer vorstellbar. Doch der krasse Außenseiter rief im ersten Abschnitt seine Qualitäten ab. Max Oelerich (3), Alexander Wahlen und Marvin Schiemenz warfen ein 5:2 heraus (5.) und sorgten in beiden Lagern für große Augen.

Mit etwas Glück, viel Einsatz und einem sich immer mehr aufpushenden Alex Bradley zwischen den Pfosten – der englische Nationaltorwart wehrte unter anderem zwei Siebenmeter ab – verteidigten die Ochtruper lange ihren Vorsprung.

Erst nach dem Wechsel kam der Tabellenzehnte der Oberliga zur ersten Führung (10:9, Paul Blankert), baute diese systematisch aus und wurde seiner Favoritenrolle somit gerecht. Den sich bis dato zerreißenden Arminen ging mehr und mehr die Luft aus, zumal sie sich selbst dezimierten (Rote Karte für Schiemenz, Blaue Karte für Tom Noori) oder vorsichtshalber pausierten wie der angeschlagene Oelerich.

Spfr.-Tore: Menger (6), Blankert (5), Stockmann, J. Patzelt (beide 4), Steinkühler (3), Schäper und Sandkühler (beide 2) – SCA-Tore: Oelerich (5), C. Woltering (4), Thiemann (2), Wahlen, J. Leusder, Pohl und Schiemenz (je 1).



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5265580?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686799%2F