Fr., 08.01.2016

Fußball: 3. Liga Preußen-Präsident Krimphove will zurück zur Einheit

Estepona - 

Georg Krimphove hat stressige Zeiten hinter sich. Der Preußen-Präsident, erst seit Mitte des Jahres im Amt, hat sich als Krisenmanager bewährt und hofft nun, dass die jüngsten Entscheidungen im Jahr 2016 Früchte tragen. Sein Credo dabei: als Einheit auftreten.

Von Alexander Heflik

Georg Krimphove hat eigentlich alle Trainingseinheiten von Estepona verfolgt. Der Präsident des SC Preußen Münster schaute genau hin, ließ die Bilder auf sich wirken, fragte nach, wollte alles wissen – schließlich liegt ein schwieriger Dezember hinter ihm und seinen Mitstreitern. Er musste Entscheidungen treffen und Entwicklungen erklären, die alles andere als angenehm waren. Zuletzt war es die Trennung von Trainer Ralf Loose und die damit verbundene Ungewissheit, ob es ein Nachfolger wird besser machen können. Nun also, im sonnigen Andalusien, nicht weit von Gibraltar entfernt, wagt er sich an ein erstes Fazit und blickt voraus in das Jahr 2016.

„Aufbruchstimmung ist da“, sagt Krimphove, und verfolgt, wie der neue Coach Horst Steffen die Preußen-Spieler scheucht und versucht, die Männer auf Vordermann zu bringen. Hört er sich in seinem Umfeld um, spricht er mit Fans, eine Handvoll sind sogar vor Ort, dann registriert er eine „gewisse Hoffnung“. Jahreshauptversammlung, sportlicher Misserfolg, Zwist mit den eigenen Fans, Trainer-Beurlaubung – das alles wollen die Preußen hinter sich lassen. Krimphoves Aufruf aus Estepona lautet: „Wir müssen wieder das Gemeinschaftsgefühl hinkriegen, das wir zuletzt verloren haben. Wir müssen wieder eine Einheit sein.“ Er meint Fans, Sportler, Funktionäre, halt das ganz Umfeld. Jetzt alle.

Nur Höing fehlt

Vielleicht auch deshalb ist die Führungsriege der Preußen aus Aufsichtsrat und vor allem Präsidium so vielköpfig im vierten Winter-Trainingslager von Estepona vertreten. Einzig Vorstandsmitglied Siggi Höing ist beruflich unabkömmlich, ansonsten ist das Präsidium komplett. Auch drei Aufsichtsratsmitglieder – Thomas Bäumer, Willi Tandetzki und Michael Klein – sind da. Krimphove sagt: „Das soll auch ein Signal an das Team sein.“ Man meint es sehr ernst mit der Kurskorrektur. Und der Club-Chef fordert auch: „Platz vier sollte auf jeden Fall ein Ziel sein, damit wir an die Fleischtöpfe des DFB kommen.“ Es würde die Teilnahme am lukrativen Pokal-Wettbewerb bedeuten. Und generell sei vieles möglich in den 17 noch ausstehenden Punktpartien. Krimphove, eher ein ruhiger Vertreter, nimmt den sportlichen Sektor in die Pflicht bis zum Mai, alles Erdenkliche zu versuchen, um den aktuellen Platz sechs in der 3. Liga zu verbessern.

Für den Präsidenten könnte 2016 auch in der Stadionfrage den Umschwung bringen. „Wenn es gut läuft, dann ist im Herbst die Entscheidung gefallen, dass der Bebauungsplan am Stadion geändert wird“, sagt er. Es wäre gleichbedeutend mit dem Startschuss des Umbaus. Krimphoves präsidialer Kollege Uwe Landheer hatte bereits bei einer vorzeitigen Bürgerbeteiligung mögliche Pläne vorgestellt. Wird ein neuer Bebauungsplan rechtskräftig, wäre bei geklärten Kosten und Bauherrenschaft ein Start im Frühjahr 2017 denkbar. Das Areal wäre dann keine Grünfläche mehr, sondern eine Sportstätte. Landheer: „Die Arbeiten könnten in einem halben Jahr beendet sein.“

Landheer erläutert Pläne

Fragt man ihn, den Architekten, der für die infrastrukturellen Aufgaben im Präsidium zuständig ist, dann würde ein zeitgleicher Umbau von der Ostkurve im Eingangsbereich sowie der zum Teil brachliegenden Westkurve Sinn machen. „Zweimal eine Baustelle einzurichten, kostet zusätzlich Geld“, sagt er. Über die Kosten könne er jetzt keine Angaben machen. Allerdings dürften die beiden Beton-Konstruktionen jeweils deutlich weniger kosten als die aktuelle Haupttribüne. Die wurde von der Bremer AG für rund 4,8 Millionen Euro erstellt.

Wird der Bebauungsplan im Herbst 2016 geändert, dann sollte geklärt sein, wer der Bauherr ist. Ist es die Stadt Münster? Dann müssen die Arbeiten europaweit ausgeschrieben sein. Überträgt die Stadt das an den SC Preußen? Dann wären die handelnden Personen nicht mehr an dieses Ausschreibungsverfahren gebunden.



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