Mo., 11.01.2016

Reiten: K+K-Cup Komplimente von allen Seiten für Turnierchef Schulze Brüning

Stilvoll in der Kutsche wurden Turnierchef Oliver Schulze Brüning (rechts) und Sponsoren zu den Siegerehrungen eingefahren. Den Sympathiepreis im Wettkampf um die Wanderstandarte erhielt 2016 der RV St. Georg Saerbeck (kl. Foto).

Stilvoll in der Kutsche wurden Turnierchef Oliver Schulze Brüning (rechts) und Sponsoren zu den Siegerehrungen eingefahren. Den Sympathiepreis im Wettkampf um die Wanderstandarte erhielt 2016 der RV St. Georg Saerbeck (kl. Foto). Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Soviele Komplimente waren fast ein bisschen viel. Doch Oliver Schulze Brüning, der Turnierchef beim K+K-Cup, hatte sich diese wohl verdient mit seinem Team, das erneut einen reibungslosen Ablauf garantierte. Was nicht heißt, dass es nicht noch Dinge zu verbessern gäbe.

Von Michael Schulte

Als alles vorüber war, hatte Oliver Schulze Brüning nur einen Wunsch: „Schuhe aus und ein Fußbad nehmen.“ Der Vorsitzende des Reiterverbandes hatte etliche Kilometer zurückgelegt, um als Turnierchef jedem und allem gerecht zu werden. Fünf Tage marschierte er durch die Halle, weil er eigentlich immer und überall gebraucht wurde. Für ihn zwar nichts Neues bei seinem vierten Turnier als Chef, für seine Füße aber eine echte Belastung.

Fotostrecke: Letzter Tag des K+K Cup 2016

„Ich bin sehr zufrieden, wie die Veranstaltung verlaufen ist. Der Zuschauerzuspruch war einmal mehr gewaltig, und unsere Reiterinnen und Reiter haben wieder tollen Sport gezeigt.“ Weil auch die Aussteller auf ihre Kosten gekommen sein dürften und die Sponsoren nur lobende Worte für die Organisation fanden, konnte Schulze Brüning für sich und sein Team eine positive Bilanz ziehen.

Sprungbrett

Als sie auf dem Podium saßen, den Medien Rede und Antwort standen, überraschten Marcus Hermes und Therese Nilshagen gleichermaßen. Hermes (RV Appelhülsen) hatte im Grand Prix den sechsten Platz belegt und schob sich im schweren Grand Prix Spécial auf Rang zwei. Und das, obwohl er mit seinem zehnjährigen Pferd Cabanas am Sonntag in Münster erst den zweiten Spécial überhaupt geritten war. Die Schwedin Therese Nilshagen (RSC Osnabrücker Land) setzte da noch einen drauf. Mit ihrem neunjährigen Pferd Dante Weltino war sie zum allerersten Mal auf dieser Großen Tour und durfte sich direkt über zwei dritte Plätze freuen. „Das lässt für die Saison hoffen“, freuten sich beide.

„Wer mich kennt, der weiß: Perfekt gibt es nicht. Wir müssen weiter nachdenken, ob und wo wir noch etwas verbessern können. Mir war der Samstag zu lang, wir sollten endlich vor Mitternacht mal Schluss machen.“ Aber weil das späte Kostümspringen so großen Anklang fand, sich die Halle einfach nicht leerte, drückte Schulze Brüning ein Auge zu.

Mit offiziellen Zahlen tut sich der Turnierchef immer schwer. „Wir haben einen Tag mal den Besucherstrom durchgeklickt, das ergab eine ganz beachtliche Zahl. Auf fünf Tage hochgerechnet, dürften wir bei 30 000 plus x liegen.“

In jedem Fall merkten die Zuschauer, dass sie nicht alleine waren. Wer von der Haupthalle in die Messehalle Nord zur Dressur wollte, der musste reichlich Zeit einplanen. Die Durchgänge – ohnehin recht knapp bemessen – wurden immer wieder verstopft, weil sich garantiert an den neuralgischen Knotenpunkten alte Bekannte wiedertrafen und dann natürlich erst mal ein Schwätzchen hielten. Ein Stau war die unweigerliche Folge.

Lobenswerte Aktion

Auf eine nachahmenswerte Aktion ist Oliver Schulze Brüning vor dem K+K-Cup gestoßen. Bei Facebook entdeckte der Turnierchef ein Projekt des RFV Ostbevern, der – zumeist syrische – Flüchtlingsfamilien zu sich einlud und die Eltern und Kinder zu einer Reitstunde bat. „Die Freude war riesig groß. Es zeigt, wie Pferde verbinden können. Wir hoffen, dass wir ein Beispiel für andere Vereine sind“, sagte Roukaz Soufiah, der mit Ostbeverns Jugendwartin Barbara Möllers die Aktion ins Leben gerufen hatte. Schulze Brüning war so begeistert, dass er spontan die Organisatoren sowie einige Kinder mit Freikarten für den Freitag bestückte.

„Für Anregungen und Vorschläge haben wir immer ein offenes Ohr. Aber wir werden an unserem Grundkonzept nicht viel ändern müssen, weil sich das Turnier in dieser Form hervorragend etabliert hat.“ Oliver Schulze Brüning sagte das mit einem Lächeln im Gesicht, weil er auch von kompetenter Seite viel Zuspruch erfahren hatte.

Holger Wulschner (Sieger im Championat): „Es ist gewaltig, was in Münster passiert. Der Erfolg gibt den Veranstaltern recht. Es ist ein Top-Turnier mit einer Vielfalt, die einzigartig ist. Nationale Turniere mit diesem Angebot brauchen wir in Deutschland. Ich sehe die Dinge, nachdem ich selbst Turnierveranstalter bin, aus einem anderen Blickwinkel.“ Und in Richtung Schulze Brüning: „Ich ziehe den Hut vor dem, was ihr hier auf die Beine stellt.“ Hört sich doch gut an.



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