Mi., 13.01.2016

Volleyball: Damen-Bundesliga USC-Coach Vollmer im Interview: „Ich bin im Workaholic-Modus“

Immer unter Strom: Zwei Wochen lang war Andreas Vollmer mit der Nationalmannschaft unterwegs. Nun ist er wieder daheim und bereitet den USC auf die Fortsetzung der Rückrunde vor.

Immer unter Strom: Zwei Wochen lang war Andreas Vollmer mit der Nationalmannschaft unterwegs. Nun ist er wieder daheim und bereitet den USC auf die Fortsetzung der Rückrunde vor. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Andreas Vollmer hat als Teil des Trainergespanns spannende Tage hinter sich – und als Chefcoach des USC Münster genau so interessante Wochen vor sich. Im Interview blickt er zurück und nach vorne. Denn schon am Sonntag geht es wieder um Punkte.

Das wird ein Ritt. Nach vierwöchiger Wettkampfpause geht es für die Volleyballerinnen des USC Münster am Sonntag beim Heimspiel gegen Aufsteiger Nawaro Straubing wieder in die Vollen. Neun Spiele bestreitet der Bundesligist in 36 Tagen – das Programm wird ihn fordern. Und noch mehr seinen Trainer. Andreas Vollmer hatte zum Jahreswechsel keine Pause. Gemeinsam mit seinem Schweriner Kollegen Felix Koslowski coachte er das Nationalteam bei der Olympia-Qualifikation in Ankara. Deutschland gewann dort zwei von drei Spielen, verpasste aber dennoch das Halbfinale. Unser Redaktionsmitglied Wilfried Sprenger sprach mit Andreas Vollmer.

Felix Koslowski hat nach dem Turnier in Ankara gesagt, dass er jetzt einige Zeit brauche, um das alles sacken zu lassen. Wie ging es Ihnen?

Andreas Vollmer: Ähnlich, es war tatsächlich schwierig, die Endgültigkeit der Dinge anzunehmen. Wir haben sehr vieles richtig gemacht und waren überzeugt, dass zwei Siege für das Halbfinale genügen würden.

Und dann hat die Türkei, die bereits im Halbfinale stand, das Match gegen Holland quasi mit 0:3 abgeschenkt...

Vollmer: Das war so offensichtlich und ein totaler Schock für uns alle. Andere Nationaltrainer, die auf der Tribüne saßen, haben gelacht. Der Fehler lag auch im System. Es kann doch nicht sein, dass wir schon drei Spiele bestritten hatten, als Holland gerade zum zweiten antrat. Die Türkei hat später die Quittung bekommen, als Vierter des Turniers dürfen sie auch nicht nach Rio. Irgendwie war das eine verdiente Ohrfeige.

Was bleibt von Ihrem Nationalmannschaftseinsatz auf Zeit?

Vollmer: Das waren zwei großartige Wochen. Wir waren vom ersten Tag an ein echtes Team mit einer überragenden Stimmung. Jeder wollte nach Rio, jeder hat alles gegeben, das jähe Ende ist mir dann richtig zu Herzen gegangen.

Gab es Reaktionen von der Verbandsseite?

Vollmer: Ja, es waren ja auch Leute aus der DVV-Spitze vor Ort. Die haben gesehen, dass sich die Mannschaft für Rio zerrissen hat. Das Feedback war durchgängig positiv.

Wie geht es weiter mit der Nationalmannschaft, wer wird neuer Bundestrainer?

Vollmer: Das weiß ich nicht. Das Präsidium wird die Dinge aufarbeiten und dann entscheiden, was zu tun ist.

Wären Sie grundsätzlich bereit, das Projekt mit Koslowski fortzusetzen?

Vollmer: Ich würde lügen, wenn ich jetzt behaupten würde, ich hätte nicht Feuer gefangen. Ich war ja schon Schweizer Nationaltrainer, das sind tolle und prägende Erlebnisse, wenn man auf Weltniveau arbeiten kann. Felix und ich haben gespürt, dass wir in der Lage sind, etwas zu bewegen. Aber jetzt zählt erst einmal wieder nur der USC.

Kurz nach Ihrer Rückkehr aus Ankara waren sie schon wieder bei der Mannschaft. Brauchen Sie keinen Urlaub?

Vollmer: Nee, nee, ich bin jetzt im Workaholic-Modus. Das macht mir Spaß. Ich habe eine tolle Zeit hinter mir – und ich habe eine tolle Zeit vor mir. Wir haben doch noch sehr große Ziele in dieser Saison.

Welche genau?

Vollmer: Zunächst einmal möchten wir die Normalrunde unter den besten vier abschließen. Dann hätten wir im Playoff-Viertelfinale zunächst Heimrecht und später dann auch in einem möglichen dritten Spiel. Das ist ein klarer Vorteil.

Vor Ihrer Mannschaft haben sie unlängst ein erstes Zwischenfazit dieser laufenden Saison gezogen. Wie ist es ausgefallen?

Vollmer: Grundsätzlich positiv. Was wir bisher geleistet haben, war gut. Es geht aber noch besser. In diesem Monat spielen wir gegen Straubing, gegen Vilsbiburg, in Potsdam und in Berlin. Wir sind super motiviert und wollen alle vier Begegnungen gewinnen, das ist das Ziel – und das ist ja absolut machbar.

Unmittelbar vor der Weihnachtspause gab es das 2:3 in Dresden. Der Schiedsrichter soll Münster da den Sieg geraubt haben...

Vollmer: Das war so, inzwischen sind die Dinge aber schon abgearbeitet. Nur eines bleibt natürlich hängen: Die Mannschaft hat in Dresden eine fantastische Leistung geboten.

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