Di., 12.01.2016

Fußball: Westfalenliga TuS Hiltrup holt Trainer Carsten Winkler vom BSV Roxel

Tunnelblick: Bis zum Saisonende möchte sich Carsten Winkler voll auf den BSV Roxel und das Landesliga-Titelrennen konzen­trieren, danach steigt der 36-Jährige bei seinem Heimatverein TuS Hiltrup ein.

Tunnelblick: Bis zum Saisonende möchte sich Carsten Winkler voll auf den BSV Roxel und das Landesliga-Titelrennen konzen­trieren, danach steigt der 36-Jährige bei seinem Heimatverein TuS Hiltrup ein. Foto: Wilfried Hiegemann

Münster - 

Lange rätselten die Fußballer der Stadt, wer beim TuS Hiltrup Nachfolger von Trainer Martin Kastner werden könnte. Nun ist es raus: Carsten Winkler heißt der Neue – er hinterlässt beim Landesliga-Spitzenreiter BSV Roxel allerdings eine große Lücke.

Von Thomas Rellmann

Selten hat eine Trainersuche die Fußballerszene der Stadt so in Atem gehalten wie die des TuS Hiltrup. Selbst, als die Preußen jüngst einen Nachfolger für Ralf Loose suchten, kamen nicht ansatzweise so viele Gerüchte an die Oberfläche wie parallel beim Westfalenligisten. Nun hat das Wintertheater ein Ende. Dazu noch ein gutes für den Club vom Osttor – und ein schlechtes für einen befreundeten Verein aus dem Westen.

Carsten Winker macht es nämlich. Der 36-Jährige verlässt nach nur zwei Jahren den BSV Roxel schon wieder und wird Chefcoach am Osttor. Dort, wo er das Fußballspielen begann und bis 2009 mehr als eine Dekade als Jugendtrainer arbeitete. „Es ist eine ideale Konstellation“, sagt Rolf Neuhaus, Sportlicher Leiter in Hiltrup. „Carsten ist ein Fachmann, jung und ehrgeizig. Ich habe ihn hier lange Zeit bei seiner Arbeit mit dem Nachwuchs beobachtet.“ Kurz nachdem klar war, dass Martin Kastner den TuS nach vier Jahren im Sommer verlassen wird, tauchte Winklers Name auf der Kandidatenliste auf. Neben Sören Weinfurtner (bleibt bei Preußen II) galt er als erster Anwärter.

Keine leichte Entscheidung

Doch leicht fiel dem Berufsschullehrer, der in Rinkerode wohnt, der am Sonntag beschlossene Schritt nicht. „Hiltrup ist eine Adres­se, die Westfalenliga hat er hier schon. Und irgendwo ist der Verein ja auch eine Herzenssache für ihn“, vermutet Neuhaus. Wie langfristig er mit dem B-Lizenz-Inhaber plant, beweist der Dreijahresvertrag. „Das Angebot war einfach verlockend, für einen anderen Club hätte ich Roxel auch nie verlassen“, sagt Winkler. „Schließlich fühle ich mich extrem wohl, habe eine super Zeit.“ Trotzdem hatte der Sechstligist Argumente, die ihn überzeugt haben. „Beim BSV war fraglich, inwiefern wir den Standard halten können, beim TuS ist alles möglich. Im Paket passt das einfach. Dass ich nur noch zehn statt 40 Minuten zum Platz fahre, kommt auch noch hinzu.“

Was lief da mit Weßels?

Sein Name machte spätestens nach Sören Weinfurtners Absage die Runde. Maik Weßels, der den Erzrivalen 1. FC Gievenbeck von 2008 bis 2014 sechseinhalb Jahre so erfolgreich gecoacht hatte, werde wohl neuer Trainer in Hiltrup, hieß es am Rande der Hallen-Stadtmeisterschaften, habe gar unterschrieben. Tatsächlich gab es Gespräche zwischen dem 38-Jährigen und dem TuS. Doch die Vorstellungen passten nicht zusammen, Weßels hat ohnehin höhere Ambitionen als Westfalenliga, hofft als aktueller Honorarreferent des FLVW (und Nachwuchs-Scout von Borussia Dortmund) auf die Zulassung zum Fußballlehrer im dritten Anlauf.

Wohin der Weg der Blau-Weißen mittelfristig führen soll, ist klar. „Ewig wollen wir nicht in der Westfalenliga bleiben – und absteigen natürlich auch nicht“, sagt Neuhaus, der selbst mindestens noch zwei Jahre im Amt bleibt. „Harakiri werden wir deshalb nicht begehen. Aber die Oberliga ist auch kein Tabuthema.“ Der wirtschaftliche Rahmen in der Glasurit-Arena stimmt, die aktuelle Mannschaft ist jung, talentiert und entwicklungsfähig. Sein neuer Chefcoach widerspricht nicht: „Ich sehe das ähnlich. Vereine wie Roland Beckum oder SuS Neuenkirchen haben auch keine viel besseren Strukturen.“

Drei Fragen an Gundolf Lorenz (Sportlicher Leiter BSV Roxel)

Carsten Winkler geht – ist der Frust groß?Lorenz: Wir verstehen und akzeptieren die Entscheidung, auch wenn sie schade für Verein und Team ist. Wir waren intensiv im Gespräch. Carsten hat einen Riesenjob gemacht. Er war der beste Trainer, den wir je in Roxel hatten.Warum war er nicht zu halten für den BSV?Lorenz: Das Gesamtpaket beim TuS hat unterm Strich mehr Perspektive. Wir haben ganz offen über die Grenzen gesprochen, die in Roxel gesetzt sind. Da half es auch nicht, dass die Mannschaft ihn bearbeitet und ihn sogar zu Hause besucht hat.Was ist bei der Nachfolger-Suche entscheidend?Lorenz: Wir wollen eine schnelle Lösung, weil auch das Bleiben vieler Spieler vom Trainer abhängt. Es gibt interessante Namen. Der Neue muss zur Philosophie passen, die sich auch aufs Team bezieht. Unser Zusammenhalt ist außergewöhnlich.

Wie sein Trainerstab aussehen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Dann folgen auch die Gespräche mit allen Spielern. „2016 wird für mich ein spannendes Jahr. Mit Roxel wollen mein Assistent Florian Reckels, der ja nach Altenberge geht, und ich noch mal alles raushauen. Wenn es am Ende der Aufstieg ist, umso besser.“ Und danach beginnt ja erst die Ära Winkler in Hiltrup.

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