Do., 14.01.2016

Fußball: 3. Liga Preußen-Hoffnungsträger Weißenfels muss sich weiter gedulden

Beim Trainingsauftakt im Juni war Jesse Weißenfels (l.) noch guter Dinge. Danach ging es bergab,

Beim Trainingsauftakt im Juni war Jesse Weißenfels (l.) noch guter Dinge. Danach ging es bergab, Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das größte Sorgenkind der Preußen in dieser Saison ist Jesse Weißenfels. Der Angreifer hat noch keine Pflichtspielminute absolviert, eine rätselhafte Sehnenreizung am rechten Fuß stoppt ihn immer wieder. Eine OP würde auch keine Besserung garantieren. Dabei würde der 23-Jährige so gern wieder spielen.

Von Thomas Rellmann

Wer Jesse Weißenfels bei Fitness- und Stabilitätsübungen oder am Spielfeldrand beobachtet, bekommt einen lächelnden, fast entspannten jungen Mann zu Gesicht. „Das täuscht manchmal“, räumt der 23-Jährige selbst ein. Als großer Hoffnungsträger und Regionalliga-Torschützenkönig kam er im Sommer von den SF Lotte zum SC Preußen. Gespielt hat er nur einmal für den neuen Verein, im ersten Test bei Concordia Albachten (8:1). Schon die Bezeichnung seiner Verletzung, die ihn seit Juni bremst, umschreibt das Dilemma. Irgendeine Sehne am rechten Fuß ist lädiert. „Eine genaue Diagnose kenne ich immer noch nicht.“

Zurzeit ist mal wieder Warten angesagt. Nach der Winterpause wollte er ins Teamtraining zurückkehren. „Es sah alles gut aus.“ Doch Ende Dezember kamen diese nur schwer definierbaren Schmerzen wieder. Das passierte bisher immer, wenn er die Intensität hochfuhr, obwohl er den Fuß fast durchgehend belastet hatte (abgesehen von einer kurzen Phase mit Gips). Sogar ein Spezialist hatte die vollständige Genesung attestiert. Ein Irrtum. Die Rundreise von Arzt zu Arzt geht weiter. „Ich habe sehr viele Termine in den nächsten Tagen. Vielleicht hat einer ja schon mal Ähnliches gesehen oder erkennt mehr auf den MRT-Bildern“, sagt der Profi.

Ungewissheit nagt am Profi

Wie sehr die Ungewissheit an ihm nagt, ist erst erkennbar, wenn es explizit um seine Ausfallzeit geht. Prognosen möchte der Preuße nicht abgeben. Zwei Monate? Drei? Sechs? „Ich mache wirklich alles, was möglich ist. Ich muss gesund werden. Nur wie weiß ich noch nicht.“ Ein etwas verspätet festgestellter Leistenbruch war die einzige schwerere Verletzung, die der Offensivmann in seiner Laufbahn bisher hatte. Vier Monate fiel er damals aus, danach war alles okay. „Das war nicht vergleichbar. Die Situation ist nicht schön.“ Eine Operation gäbe angesichts der Rätselhaftigkeit auch keine Garantie, würde aber die Zwangspause definitiv ausdehnen.

Tritz hofft auf Rückkehr

Danilo Wiebe (Muskelfaserriss) fehlt bis zum Monatsende, Simon Scherder (Kreuzbandriss im Sommer) liegt im Plan, überstürzt aber nichts, Elie Laprevotte (Schleimbeutelentzündung im Knie) muss sich wohl noch einige Zeit gedulden, Stéphane Tritz kehrt nach seiner schweren Erkältung wohl heute zurück ins Teamtraining.

Dabei hatte vor der Saison alles so wunderbar gepasst. Weißenfels war der Wunschspieler von Sportvorstand Carsten Gockel. Auch jetzt hatte er wieder große Hoffnungen. Schließlich war er der einzige SCP-Akteur, der schon unter Neu-Trainer Horst Steffen gespielt hatte. „Ich glaube, ich würde gut zu seiner Philosophie passen. Aber damit beschäftige ich mich jetzt gar nicht.“ Eine Alternative im Sturm würde nicht nur dem Coach gefallen, sie fehlte auch in der bisherigen Saison oft. Zumal der Pechvogel auf allen drei Offensivpositionen einsetzbar ist. Die baldige Rückkehr wünscht ihm jedenfalls jeder im Preußen-Lager.



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