So., 31.01.2016

Fußball: 3. Liga Preußen Münster sorgt für ein feuchtes Vergnügen

Einer trifft, alle feiern: Rogier Krohne (2. v.l.) brachte Münster nach sechs Minuten auf die Siegerstraße, seine Mannschaftskameraden ahnten hier schon Gutes.

Einer trifft, alle feiern: Rogier Krohne (2. v.l.) brachte Münster nach sechs Minuten auf die Siegerstraße, seine Mannschaftskameraden ahnten hier schon Gutes. Foto: Penno

Münster - 

Der neue Preußen-Trainer feierte mit einem 2:0-Heimerfolg über RW Erfurt einen gelungenen Einstand. Vor 6338 Zuschauern trafen Rogier Krohne und Marcel Reichwein früh zum Sieg der Hausherren, die nach sechs Partien ohne Sieg erfolgreich in das Jahr 2016 starteten.

Von Alexander Heflik

Soll keiner sagen, dass dieser 2:0-Erfolg dem SC Preußen Münster in den Schoss gefallen wäre. Es meimelte, wie es nur in Münster regnen kann, das Spielfeld im Preußenstadion war grenzwertig bespielbar. In einer Ecke schwieg der Preußen-Anhang für eine Halbzeit und protestierte damit leise gegen Stadion- und Bereichs-Betretungsverbote. Dann dauerte die Halbzeitpause 41 Minuten, weil sich Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus verletzt hatte, und Ersatz herbeigerufen werden musste. Und dann war da noch RW Erfurt, die Thüringer, die zuletzt Spitzenreiter Dynamo Dresden ausgehebelt hatten, als Sparringspartner zum Debütantenball.

Denn es war einer für Trainer Horst Steffen, den Nachfolger von Ralf Loose, erstmals ging es auch für ihn um Meisterschaftspunkte. Eine Feuerprobe. Und das galt auch für Innenverteidiger Lion Schweers. Der 19-Jährige ersetzte Abwehrchef Marc Heitmeier mit Bravour. Rogier Krohne nach sechs Minuten und Marcel Reichwein zehn Minuten später stellten mit ihren Treffern die Weichen auf Sieg. Und Teamspirit der Marke Preußen gab es gratis obendrauf, als nach den Treffern die Trikots mit den Nummern 14 und 15 für die Langzeitverletzten Jesse Weißenfels und Simon Scherder in den Jubel integriert wurden.

Dickes Lob für Lion Schweers

„Für mich war es ein schöner Einstand, ich fühle mich wohl hier, so kann es weitergehen“, erklärte Steffen. Und: „Wir hatten unsere Momente gerade am Anfang. Die Mannschaft hat das, was wir uns vorgenommen haben, in vielen Bereichen gut umgesetzt. Und natürlich verdiente Lion Schweers ein dickes Lob.“ Die Bilanz des Trainers war – natürlich – eine angenehme, eine positive. Der SCP hat nach der Spielabsage in Würzburg in der Heimpartie gegen Erfurt Fahrt aufgenommen. Die Auswärtspartie beim FSV Mainz 05 II kann kommen.

Kommentar

Es ist natürlich jetzt einfach, davon zu sprechen, dass die Handschrift des Trainers Horst Steffen gleich zu erkennen war und Aufbruchstimmung herrscht. Aber genau so war es. Unter wirklich ganz delikaten Bedingungen agierte der SCP vor der Pause so offensiv und mannschaftlich geschlossen wie lange nicht mehr. Diese Aufgabe löste der SCP überzeugend. Mit Verzug, nach der Absage der Partie in Würzburg, hat diese wichtigste aller möglichen Personalentscheidungen in einem Profi-Fußballclub bereits Früchte getragen. Frischer Wind, ein Ende der Negativserie, offensiveres Auftreten – das sollte der Nachfolger von Ralf Loose liefern. Horst Steffen gab das Paket vor 6338 Zuschauern ab.Und nun? Münster hat Tuchfühlung zu den Top 3 der 3. Liga. Großaspach verlor, Osnabrück und Magdeburg ließen Federn, die Partie im Preußenstadion und der Blick auf die Gesamtlage verleiten zu gewissem Optimismus. So schnell kann das gehen im Fußball.Dass Trainer Steffen auf Nobody Lion Schweers sowie den bislang eher im Hintergrund befindlichen Chris Philipps setzte, unterstreicht das. Der neue Preußen-Coach traut sich was, die Belohnung waren drei Punkte. Das hält alles genau für eine Woche, denn: Am kommenden Samstag bei der Reserve des FSV Mainz 05 gilt es diesen Trend zu bestätigen. Dann steht alles wieder bei null und auf dem Prüfstand.

In der Partie Münster gegen Erfurt gewann die effektivere Auswahl. Die Preußen verwerteten zwei von drei Chancen vor der Pause, bei den Gästen war Carsten Kammlott wohl hin- und hergerissen. Er wurde am Abend in der ARD-Sportschau für das Tor des Jahres ausgezeichnet, beim SCP versemmelte der Angreifer aber gleich drei Chancen von allererster Qualität. „Generell habe ich ein gutes Drittliga-Spiel für diese Verhältnisse gesehen. Meiner Mannschaft kann ich kämpferisch nichts vorwerfen“, erklärte RWE-Coach Stefan Krämer dementsprechend nach Abpfiff.

Einfach und erfolgreich

Die Preußen bewegten sich dank der frühen 2:0-Führung immer auf festem Grund. Das gab Sicherheit für die neu aufgespielten Systeme im Laufwerk der Preußen. Die Hausherren verteidigten hoch, griffen Erfurt in allen Bereichen früh an. Und die Hausherren schluderten nicht mit den Möglichkeiten. So einfach kann Fußball sein.

„Ja, in der ersten Halbzeit hat das alles gut geklappt“, meinte auch Chris Philipps, der die wohl wichtigste zentrale Mittelfeldrolle bei den Preußen ausfüllte. Der luxemburgische Nationalspieler machte sich praktisch unverzichtbar, weil fehlerlos, konsequent und mit großer Übersicht agierend. Gegen Erfurt hatte der SCP eine andere Statik, neue Leistungsträger wie Schweers und Philipps. Wie sagte Horst Steffen nach der Partie: „Da ist wirklich einiges zusammen gekommen vorm und dann auch im Spiel. Jetzt bin ich happy über das, was wir in den 90 Minuten abgeliefert haben.“ Das darf er auch sein.

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