So., 31.01.2016

Volleyball: Bundesliga Der USC gegen Vilsbiburg über Umwege zum Erfolg

Den Weg vorbei an Mittelblockerin Emani Sims (l.) fand Leonie Schwertmann nach Zuspielen von Amanda Sá häufig. Der USC gewann gegen die Roten Raben Vilsbiburg mit 3:2, vergab aber in Satz vier drei Matchbälle.

Den Weg vorbei an Mittelblockerin Emani Sims (l.) fand Leonie Schwertmann nach Zuspielen von Amanda Sá häufig. Der USC gewann gegen die Roten Raben Vilsbiburg mit 3:2, vergab aber in Satz vier drei Matchbälle. Foto: Wilfried Hiegemann

Münster - 

Der USC Münster hat in der Volleyball-Bundesliga seinen dritten Sieg in Serie gefeiert. Nach den Erfolgen beim VCO Berlin (3:0) und beim SC Potsdam (3:0) gewannen die Unabhängigen gegen die Roten Raben Vilsbiburg mit 3:2. Dabei allerdings ließ der Gastgeber einen Punkt liegen.

Von Henner Henning

Dass es in der Tabelle der Volleyball-Bundesliga eng zugeht, ist schon seit einigen Spieltagen bekannt. Dass der USC Münster trotz des elften Saisonsiegs von den nun punktgleichen VC Wiesbaden und Allianz MTV Stuttgart überholt wird und damit auf Rang fünf rutscht, ist jedoch ungewöhnlich. Geschuldet ist dies aber dem Umweg, den das Team von Trainer Andreas Vollmer beim 3:2 (25:16, 25:11, 22:25, 27:29, 15:7) gegen die Roten Raben Vilsbiburg unfreiwillig gegangen ist. Zwei Sätze hatte Münster alles im Griff, hatte in Abschnitt vier gar drei Matchbälle. Die Entscheidung aber fiel erst im Tiebreak zugunsten des USC, der einen wichtigen Zähler liegenließ.

Münster knüpfte vor 1512 Zuschauern direkt an den 3:0-Erfolg aus Potsdam an. Konzentriert und fokussiert trat der USC auf und übernahm mit dem 6:0-Lauf auf 10:6 endgültig das Kommando. Die Qualität im Aufschlag war ungemein hoch, der Block war stabil und die Fehlerquote gering. Kurzum: Der Gastgeber war eindeutig überlegen, auch weil die Roten Raben – vielleicht den fünf Sätzen vom Mittwoch im Challenge Cup geschuldet – nicht in Schwung kamen. Über 15:10 ging es auf 20:13, wenig Augenblicke später hatte Münster nach einem erfolgreichen Angriff von Ashley Benson den ersten Durchgang im Sack.

Kvapilova mit 29 Punkten

Noch eindeutiger verlief das West-Süd-Duell nach dem ersten Seitenwechsel. In allen Belangen überlegen demontierten die Unabhängigen die Roten Raben förmlich, Top-Scorerin Kvapilova (29 Punkte), Benson und Co. nahmen den Gast beinahe auseinander. Im Angriff fand der USC die Lücken im löchrigen Block der Niederbayern, dazu hatte das münsterische Service massive Auswirkungen auf die wacklige Annahme des Gegners. Als Beispiel diente die Aufschlagserie von Rückkehrerin Ines Bathen, die erstmals seit Dezember wieder auf dem Feld stand. Eingewechselt beim 19:11 setzte sie von der Linie Vilsbiburg unter Druck, Leonie Schwertmann nutzte per Block gegen Matea Magdic einen daraus resultierenden Vorteil zum 25:11. „Wir hatten in den ersten Sätzen alles im Griff, hatten eine klare Linie“, sagte Trainer Andreas Vollmer, der dann den weiteren Verlauf der Partie ein wenig beeinflusste.

Zum dritten Durchgang tauschte er im Zuspiel, beorderte für Amanda Sá nun Irina Kemmsies in die Zentrale. Es kam zu einem Bruch, für den sich aber nicht einzig die junge Regisseurin verantwortlich zeigte. Denn so wie Münster nachließ, steigerten sich die Raben, bei denen die Wechsel fruchteten. Für die frühere USC-Zuspielerin Tess von Piekartz übernahm Mona Elawissmy, dazu versprühten die starke Roslandy Acosta Alvarado und Srna Markovic deutlich mehr Gefahr als etwa Quirine Oosterveld und Liana Mesa Luaces. In der Folge geriet der Gastgeber vermehrt unter Druck und leistete sich zudem mehr Fehler. Erst spät wechselte Vollmer im Zuspiel zurück zu Sa (19:23). Zu spät, es ging in Satz vier.

Vehement im Tiebreak

In dem war der USC mit seiner Stammformation wieder besser sortiert, hatte Mitte des Abschnitts stets die Trümpfe in der Hand (16:15, 23:20) und bekam nach einem abgewehrten Satzball (23:24) drei Chancen zum Matchgewinn. Doch jeweils glich Markovic aus, ihre Teamkollegin Acosta Alvarado machte beim 28:27 schließlich kompromisslos den Tiebreak perfekt.

Ein Zähler war weg, einen weiteren war der USC nicht gewillt abzugeben. Mit aller Vehemenz kämpfte Münster die Raben nieder, zwei Schwertmann-Blöcke sowie ein Aufschlagpunkt von Sina Fuchs zum 8:3 bedeuteten die Vorentscheidung. „Es ist zwar ärgerlich, dass wir einen Punkt abgegeben haben. Aber gleichzeitig sind wir glücklich über den Sieg“, meinte Vollmer.

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