Mo., 01.02.2016

Fußball: 3. Liga Preußen Münster: Adriano Grimaldi will wieder angreifen

Münster - 

Es war stürmisch im Preußenstadion. Wenn man so will, war es Adriano Grimaldi der frischen Wind gebracht hat – dafür sind Stürmer schließlich da.

Von Ansgar Griebel

Bis zum Training am Dienstagmorgen gilt das gesprochene Wort, dann sind Taten gefordert. Bis jetzt haben Horst Steffen, seit fünf Wochen Trainer des SC Preußen Münster, und Adriano Grimaldi, seit nicht einmal 48 Stunden Mittelstürmer des SC Preußen, nur miteinander telefoniert. Allem Anschein nach waren es gute Gespräche: „Der Trainer hat mir gesagt, was er von mir erwartet. Ich habe gesagt, was ich anzubieten habe“, sagte Grimaldi – und da passte offenbar eins zum anderen: Es gab einen Recall für den Stürmer und eine Unterschrift für den Verein. Seit Sonntagabend ist amtlich: Der 24-jährige Mittelstürmer stürmt ab sofort für den SC Preußen Münster, sein Vertrag läuft bis 2018.

Speeddating mit Abschluss

Zu Jahresbeginn hatte Grimaldi noch ganz andere Visionen: „Eigentlich wollte ich in Heidenheim wieder angreifen. Aber dann hat man mir mitgeteilt, dass mit mir nicht mehr geplant war.“ Statt eines Neustarts beim Zweitligisten ging es auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Vor vier Tagen mischte sich auch der SC Preußen ein, die Telefonnummer von Grimaldi hatte Carsten Gockel noch aus dessen sehr auffälligen Zeiten beim VfL Osnabrück. Jetzt wurde aus dem Flirt eine Beziehung, das Speeddating kam zu einem erfreulichen Abschluss. „Am Ende waren es zwei Drittligisten und ein Verein aus dem Ausland“, sagt Adriano Grimaldi. Münster machte schließlich das Rennen, hatte den überzeugendsten Matchplan – und bietet die vage Option auf eine Rückkehr in Liga zwei ohne dafür nochmals den Verein wechseln zu müssen. „Hier in Münster weiß man ja, was die Mannschaft leisten kann. Ich werde jetzt versuchen, sie noch zu verstärken.“ Zudem zieht es Familie Grimaldi auch wieder näher an die Heimat in Göttingen. Gattin Francesca und Söhnchen Elia, der in Münster seinen ersten Geburtstag feiern wird, werden in den nächsten Tagen ebenfalls von Heidenheim nach Münster ziehen.

Kein Glück in Heidenheim

Beim FCH startete Grimaldi mit einer Verletzung und kam anschließend nie so recht in Fahrt. „Da hat die Leistung nicht gestimmt. Ich habe keine Tore geschossen – und daran werden Stürmer nun mal gemessen. Aber das heißt nicht, das ich es nicht mehr kann.“ Als klassischer Mittelstürmer mit ausgeprägter Neigung zum Kopfball ist der 1,88 m große Angreifer zum Toreschießen verdammt. In der laufenden Saison erzielte er in zehn Einsätzen für den FC Heidenheim einen einsamen Treffer. Dass er es besser kann, hat er vor zwei Jahren bewiesen, als er für den VfL Osnabrück zwölfmal erfolgreich war.

Ein halbes Jahr mit Marco Pischorn

Persönliche Kontakte zum aktuellen Kader in Münster gibt es kaum. „In den Derbys habe ich gegen einige gespielt, die jetzt noch dabei sind. Aber wir haben gegeneinander gespielt – mehr gab es da nicht. Mit Marco Pischorn habe ich ein halbes Jahr beim SV Sandhausen gespielt.“ An diesem Dienstag können alte Kontakte vertieft und neue Bekanntschaften geschlossen werden. Am Montag stand der neue Mann noch alleine auf dem Platz, es war stürmisch im Preußenstadion – vielleicht eine symbolträchtige Wetterlage für die Preußen, die zum Sturm auf die Aufstiegsplätze blasen.



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