Sa., 06.02.2016

Uwe Peppenhorst zu seinem Rücktritt beim 1. FCG Stachel der Enttäuschung sitzt tief

Er fühlt sich getäuscht, schließt die Akten und steht aus diesem Grund nicht mehr für ein weiteres Engagement beim 1. FC Gievenbeck zur Verfügung: Uwe Peppenhorst, langjähriger kaufmännischer Leiter des Vereins.

Er fühlt sich getäuscht, schließt die Akten und steht aus diesem Grund nicht mehr für ein weiteres Engagement beim 1. FC Gievenbeck zur Verfügung: Uwe Peppenhorst, langjähriger kaufmännischer Leiter des Vereins. Foto: kbö

Münster-Gievenbeck - 

Er fühlt sich getäuscht, hintergangen: Uwe Peppenhorst wird dem Sportverein 1. FC Gievenbeck in seiner Funktion als kaufmännischer Leiter nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch eine andere Vorstandsaufgabe kommt für ihn nicht mehr in Frage. Am 18. März ist Schluss - nach der Mitgliederversammlung.

Von Kay Böckling

Eigentlich wollte er bis zur Mitgliederversammlung schweigen, sagt er: „Keine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit waschen.“ Doch nun will er etwas sagen. Nachdem bekannt wurde, dass Uwe Peppenhorst im Begriff ist, all seine Tätigkeiten rund um den 1. FC Gievenbeck einzustellen, kursieren Gerüchte, die sich der Ur-Gievenbecker so nicht gefallen lassen möchte. Der Grund seines Rückzugs habe nur indirekt mit dem neuen Vorstand und dessen Zusammensetzung zu tun, sagt der verdiente FCG-Funktionär. Vielmehr fühle er sich persönlich getäuscht und verletzt.

Innerhalb des Vereins ist zu vernehmen, es gebe bereits ein mehrköpfiges Gremium, das den Vorstand nach dessen Rücktritt in der im März anstehenden Mitgliederversammlung beerbt. Auch Uwe Peppenhorst soll in der Vergangenheit seinen Hut in den Ring geworfen haben, als es um den Kreis der neu zu besetzenden Vorstandsmitglieder gegangen ist. Allerdings gab es wohl – und auch dies war hinter vorgehaltener Hand zu erfahren – Differenzen um die Personalie Peppenhorst. Dieser habe dann seine Konsequenzen aus der Entwicklung gezogen. Das sagt die eine Seite.

Peppenhorst, als kaufmännischer Leiter des 1. FC Gievenbeck auch von seinen Kritikern unbestritten als einer der Macher des Stadtteilclubs angesehen, sieht diese Entwicklung in einem ganz anderen Licht. Er spricht explizit nicht von Lügen, aber: „Ich bin getäuscht worden von Personen, die im unmittelbaren Umfeld des alten und neuen Vorstands zu suchen sind“, sagt der Gievenbecker. In diesem Zusammenhang von „Disharmonien“ zu sprechen, wie dies jüngst der Fall gewesen sei, „das ist weit untertrieben“.

Auf der Mitgliederversammlung 2012 – und soweit besteht Einigkeit – kündigte der Vorsitzende des FC Gievenbeck, Alois Lutz, seinen Rücktritt an. Ab diesem Zeitpunkt hatte der Verein die Möglichkeit, sich nach einem neuen Vorsitzenden umzusehen. „Ich habe seinerzeit erklärt: Wenn Alu zurücktritt, trete ich mit zurück“, erinnert sich Peppenhorst. So stehe es in jedem Protokoll nachzulesen.

Die Zeit sei dann ins Land gegangen. Im ersten Jahr sei nichts passiert, im zweiten auch nicht. „Dann haben wir im Vorstand gesagt, dass endlich etwas passieren muss.“ Im Mai, Juni habe man begonnen mit dem Versuch, neue Leute für den Vorstand zu finden: „Wir haben zwischen 30 und 40 Personen kontaktiert. Alle haben zugesagt, gerne mitzumachen und zu helfen.“ Allerdings nicht im Vorstand. Es habe die Aussage gegeben: „Das kann gar kein anderer machen. So wie Ihr das gemacht habt, kann das kein anderer übernehmen.“ Peppenhorst weiter: „Zu diesem angesprochenen Personen gehörte auch derjenige, der jetzt erster Vorsitzender werden soll.“

Dann habe Peppenhorst die Idee gehabt, eine Satzungsänderung zu formulieren, um die Aufgaben auf mehreren Schultern zu verteilen, eventuell sogar den Vorstand zu erweitern. Diese Satzungs-Änderung habe er auch verfasst. Ein eigens gegründetes Moderatoren-Team habe eine Art außerordentliche Mitgliederversammlung vorbereitet. „Drei Tage, bevor die Einladungen zu dieser Versammlung verschickt werden sollten, haben sich die Moderatoren zurückgezogen, aus welchen Gründen auch immer.“ Das sei Mitte Oktober gewesen.

Die nächste Vorstandssitzung fand laut Peppenhorst am 26. Oktober statt: „Da habe ich gesagt: Bevor der Verein zugrunde geht, bin ich bereit, Vorsitzender zu werden.“ Für eine Legislatur-Periode von drei Jahren. „Wir hätten in dieser Zeit einen Vorstand aufgebaut, der das danach hätte weitermachen können.“ Alle im Vorstand hätten „geklatscht und keiner hat etwas gegen diese Lösung vorgebracht“.

Parallel dazu muss sich aber wohl ein interner Zirkel an Personen gefunden haben, der an einer Zusammensetzung eines neuen Vorstands gearbeitet haben soll. Peppenhorst habe nach eigener Aussage bereits im September „am Rande eines Gesprächs mit dem Trainer der ersten Mannschaft davon erfahren, dass dieser Kontakt hat mit verschiedenen Leuten, um einen neuen Vorstand für den 1. FC Gievenbeck zu installieren“.

Diese Information habe er dann sofort innerhalb der nächsten Vorstandssitzung mitgeteilt: „Ich habe gefragt, ob irgendjemand weiß, wer zu diesem Kreis gehört.“ Alle hätten mit dem Kopf geschüttelt: „Alle haben nein gesagt.“ In jeder weiteren Vorstandssitzung habe man dieses Thema erörtert: „Gibt es diesen Kreis, wer gehört zu diesem Kreis?“. Fehlanzeige.

Heute weiß er: Einer aus dem aktuellen Vorstandsteam wusste von dem neuen Gremium, er soll es aber verschwiegen haben: „Auch zu dem Zeitpunkt, als ich mich für den Vorsitz bereiterklärte.“ Und weiter: „Hätte ich in diesem Moment von dem neuen Gremium erfahren, hätte ich dem sofort zugestimmt und mich gefreut, dass ich endlich mehr Zeit für meine Familie und meine inzwischen vier Enkelkinder bekomme. Dass ich mal wieder Golf spielen kann. Ich hätte gesagt: Super, macht das gerne.“ Aber: „Dieses Mitglied des Vorstands hat mich weiter planen lassen, wohl wissend, dass er gleichzeitig in einem Gremium mitarbeitet, dass den Verein übernehmen will.“Darüber sei er „sauer bis zum geht nicht mehr“. Man habe ihn ins offene Messer laufen lassen, sagt Peppenhorst.

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