Fr., 05.02.2016

Fußball: 3. Liga Preußen Münster: Das große Stürmer-Casting

Acht Angreifer für in der Regel drei freien Plätze: Mehmet Kara (großes Bild) und Münsters Offensivabteilung mit Abdenour Amachaibou (oben links, weiter im Uhrzeigersinn), Adriano Grimaldi, Cihan Özkara, Jesse Weißenfels, Rogier Krohne, Philipp Hoffmann und Marcel Reichwein.

Acht Angreifer für in der Regel drei freien Plätze: Mehmet Kara (großes Bild) und Münsters Offensivabteilung mit Abdenour Amachaibou (oben links, weiter im Uhrzeigersinn), Adriano Grimaldi, Cihan Özkara, Jesse Weißenfels, Rogier Krohne, Philipp Hoffmann und Marcel Reichwein. Foto: Peperhowe

Münster - 

In Düsseldorf steht der Rosenmontagszug auf der Kippe: Sturmwarnung. Sturmwarnung herrscht am Samstag auch in der anderen Karnevalsstadt, in Mainz. Stürmisch kommen nämlich die Preußen daher – mit sieben nominellen Stürmern im Kader.

Von Alexander Heflik

Diese Baustelle hätte wohl jeder Trainer gerne. Denn Horst Steffen, Coach des SC Preußen Münster, kann aktuell fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Jesse Weißenfels stehen alle Angriffsoptionen des Fußball-Drittligisten bereit: Sieben von acht Angreifern rangeln um die drei Positionen im Preußen-Sturm.

Am Samstag im Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 II (Anpfiff 14 Uhr) ist dank Adriano Grimaldi die Auswahlmöglichkeit für Steffen noch größer als zuletzt beim 2:0-Sieg über RW Erfurt. Wer spielt? Immer die, die den besten Eindruck hinterlassen haben in der Trainingswoche und am besten in das taktische Gefüge für den Spieltag passen, sagt Steffen. „Ich hab da eine Idee“, erklärt der 46-Jährige augenzwinkernd gerne bei Pressegesprächen. Ein wenig klingt das immer nach Boxer Max Schmeling, der 1936 sensationell den schier unschlagbaren Joe Louis bezwang: „Ich hab etwas gesehen.“ Das sagte Schmeling vor dem Kampf in Anspielung auf eine Schwäche von Louis. Steffen hat also eine Idee, bekommt Mainz einen Uppercut verpasst?

Qual der Wahl

Qual der Wahl für Steffen, und so wird er bei den Angreifern einige lange Gesichter sehen. Gerade erst haben sich Rogier Krohne (4 Saisontore) und Marcel Reichwein (5 Saisontore) mit Treffern gegen Erfurt bestens präsentiert. Leidtragender war Abdenour Amachaibou, der zwar im Test gegen SV Meppen für Rabatz gesorgt hatte, dann aber doch nur zweite Wahl war. So dicht war der 29-Jährige in eineinhalb Jahren als Preuße nicht an der Startelf. Durch den Grimaldi-Transfer wird es nun für den Angreifer aber noch schwerer.

Reichwein, Krohne, Grimaldi, Amachaibou – aber da gibt es auch noch Cihan Özkara, der über den Joker-Status bislang nicht hinausgekommen ist. Oder Linksaußen Mehmet Kara, der zuletzt ins Mittelfeld zurückgezogen wurde. Und auch Weißenfels, der als temporeiche Alternative von SF Lotte geholt wurde, doch verletzungsbedingt noch gar keine Rolle spielte. Wenn man ehrlich ist, dann ist aktuell nur Rechtsaußen Philipp Hoffmann (18 Saisoneinsätze, drei Tore, vier Vorlagen) gesetzt. An ihm sollen im Übrigen zwei Zweitligisten Interesse haben, Hoffmanns Vertrag endet im Sommer.

Konkurrenz auf allen Positionen

„Wir haben Konkurrenzkampf auf allen Positionen“, freut sich Sportvorstand Carsten Gockel. Trainer Steffen setzt noch einen drauf, was gerade die Nicht-Berücksichtigung der Angreifer am Spieltag betrifft: „Das müssen die Spieler abkönnen, das ist Profifußball.“

Stoll raus – Eickhoff rein

Die letzte Personalentscheidung bei Preußen Münster vor dem Gastspiel am Samstag beim FSV Mainz 05 (Anpfiff 14 Uhr, Stadion am Bruchweg) fiel nach dem Abschlusstraining am Freitag: Angreifer Lennart Stoll gehörte nicht zum Aufgebot, dafür rückte U-23-Akteur und Abwehrspieler Bennet Eickhoff nach. Simon Scherder, Jesse Weißenfels, Danilo Wiebe, Benjamin Schwarz, Charles Elie Laprevotte und Marc Heitmier fallen aus.►  Münster: Lomb – Kopplin, Schweers, Pischorn, Müller – Bischoff, Philipps, Kara – Hoffmann, Reichwein, Krohne.

Die Verpflichtung Adriano Grimaldi? „Die Handball-Nationalmannschaft hat Julius Kühn und Kai Häfner nachnominiert und ist dann Europameister geworden“, sagt Steffen. Der Gummersbacher Kühn warf sieben Tore im Finale gegen Spanien (24:17). Ein Tor von Grimaldi beim möglichen Sieg des SCP in Mainz wäre die kleine Variante davon.

Überhaupt, erklärt Steffen, will er diese Leier nicht hören, wenn Spieler bei Nicht-Nominierung von Liebesentzug und fehlendem Trainer-Vertrauen sprechen. Er mache das so: „Wenn ein Spieler häufiger nicht spielt, dann gebe ich ihm Dinge an die Hand, was zu verbessern ist. Aber Klagen mag ich nicht. Und einen Kuschelkurs gibt es bei mir auch nicht. Das ist Profisport.“

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