Do., 11.02.2016

Volleyball: 1. Damen-Bundesliga USC-Konkurrenz sorgt für Bewegung im Oberhaus

Andreas Vollmer und der USC erwarten Wiesbaden.

Andreas Vollmer und der USC erwarten Wiesbaden. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Während der USC Münster am Sonntag ein vorentscheidendes Spiel um einen Playoff-Platz gegen Wiesbaden absolviert, stehen an anderen Stellen in der Bundesliga Existenzentscheidungen an. Es könnte sein, dass die höchste Klasse künftig anders aussieht.

Von Wilfried Sprenger

Es ist wohl so, dass in die Volleyball-Bundesliga der Frauen Bewegung kommt. Sportlich formiert sich das Feld gerade für die Playoffs und die Entscheidungen im Abstiegskampf. Hinter den Kulissen wird bereits die Saison 2016/2017 geplant. Die Deutsche Volleyball Liga (DVL) strebt eine Ligastärke von zwölf Teams an. Und wahrscheinlich stößt VCO Berlin erneut als Gast hinzu.

In den vergangenen Jahren war das Oberhaus ein ziemlich fester Kreis. Zuletzt 2011/2012 verließen mit Leverkusen und Sinsheim zwei Clubs den feinen Zirkel, danach gab es keine Absteiger mehr, weil die Spitzenteams der 2. Bundesligen den Sprung nach oben nicht wagten. Erst Nawaro Straubing ging im Sommer 2015 diesen Schritt, aktuell sind die Niederbayern Elfter und abstiegsgefährdet. Dennoch sollten sie eine weitere Erstliga-Saison planen.

Ende für Hamburg?

Wahrscheinlich gehen im März an einem traditionsreichen Standort die Lichter aus. VT Aurubis Hamburg wird die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein weiteres Jahr kaum schaffen. Der Sponsor und Namensgeber stellt sein Engagement komplett ein. 90 Prozent des Etats stemmt das Unternehmen in der laufenden Saison. Die Fischbeker, die einst noch ganz große Träume mit dem langjährigen Geldgeber hatten, verschwinden von der Landkarte.

Sehr unruhig war es vor Jahresfrist auch in Aachen. Die Ladies in Black kämpften ebenfalls mit finanziellen Problemen. Geschäftsführer Bastian Heckert sprach sogar von einer dramatischen Situation. Inzwischen gibt es Entwarnung, es geht wohl weiter bei den Rheinländern. Bleiben zwei weitere Wackel-Kandidaten: Der Köpenicker SC, der hofft, seine wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Und die VolleyStars Thüringen, die sportlich nicht mehr zu retten sind. Was nicht zwangsläufig zum Abstieg führt.

Keine Ausfälle für Vollmer

Mit voller Kapelle gehen die Damen des USC Münster in die letzten fünf Spieltage der Hauptrunde. Am Sonntag (14.30 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) genießt der Tabellenvierte Heimrecht gegen den unmittelbaren Verfolger VC Wiesbaden. Für Trainer Andreas Vollmer ist es eine besondere Partie. Vor dem Wechsel nach Münster war er vier Jahre lang Cheftrainer der Hessinnen, die er in der Meisterschaft bis auf Rang drei und im DVV-Pokal sogar ins Endspiel führte. „Ich habe diese Zeit als sehr intensiv befunden. Es war eigentlich immer unruhig. In Münster ist dies jetzt anders, dieser Verein funktioniert gut“, sagt der 49-Jährige.Das Hinspiel gegen seinen Ex-Verein verlor Vollmer 2:3. Das soll sich aktuell nicht wiederholen. Beide Teams sind direkte Konkurrenten im Kampf um einen Platz unter den Top vier.

Denn sollte in Hamburg nicht noch ein großes Volleyball-Wunder geschehen, müsste nur ein Verein die Bundesliga verlassen. Und dies auch nur dann, wenn zwei Vereine aus der zweiten in die erste Liga streben. Im Süden hat Spitzenreiter VC Offenburg bereits seinen Verzicht erklärt. „Das ginge uns aktuell ein bisschen zu schnell. Wir wünschen uns Nachhaltigkeit. Und die muss vorbereitet werden“, erklärt Teammanager Florian Scheuer. Verfolger SWE Volley-Team Erfurt befindet sich derweil im Vorlizenzierungsverfahren. Für die Thüringer wäre es der dritte Versuch. Zweimal ist das Team wieder abgestiegen. „Wenn wir das noch einmal machen, dann nur mit der Aussicht, auch bleiben zu können. Dafür brauchen wir einen Etat von 400 000 bis 500 000 Euro. Wir arbeiten daran“, sagt Geschäftsführer Heiko Herzberg.

Auch Bayer Leverkusen, Primus der Nord-Staffel und schon einmal Deutscher Vizemeister, hat sich am Vorlizenzierungsverfahren beteiligt. „Das bedeutet aber nicht, dass wir dann auch eine Lizenz beantragen. Wir machen das nur, wenn der wirtschaftliche Rahmen passt“, räumt Abteilungsleiter Jürgen Rothe ein.



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