Mo., 15.02.2016

Volleyball: Damen-Bundesliga USC feiert dramatischen 3:2-Sieg und kleinen Bonus gegenüber Wiesbaden

Ein Triumph für den Trainer: Andreas Vollmer, der im Sommer vom VC Wiesbaden zum USC Münster gewechselt war, freute sich nach dem 3:2 wahnsinnig, dass er das freundliche Wiedersehen mit einem Sieg garnieren konnte.

Ein Triumph für den Trainer: Andreas Vollmer, der im Sommer vom VC Wiesbaden zum USC Münster gewechselt war, freute sich nach dem 3:2 wahnsinnig, dass er das freundliche Wiedersehen mit einem Sieg garnieren konnte. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Unglaubliche Szenen spielten sich mal wieder im Volleydome ab. Nach 0:2-Satzrückstand putzte der USC Münster den VC Wiesbaden noch vom Parkett. Es gab eine Reihe Mängel im Spiel der Gastgeber – aber auch erneut diesen unbändigen Willen.

Von Thomas Rellmann

Die Halle Berg Fidel bleibt die Pilgerstätte für Volleyball-Freunde, die Dramatik und Spektakel lieben. Der USC Münster setzte gegen den VC Wiesbaden noch einen drauf und drehte das Duell der Tabellennachbarn wie so oft zum 3:2 (19:25, 22:25, 25:23, 25:23, 15:13)-Sieg, der die Ränge mit guten 1610 Besuchern zum Beben und zumindest einen kleinen Bonus im Rennen um Platz vier brachte. „Nein, gewöhnen werde ich mich daran nie“, sagte Sina Fuchs, die nach aufreibenden 120 Minuten als beste Spielerin ausgezeichnet wurde. „Jede Partie ist doch anders.“ Aber dass die Gewissheit, auch 0:2-Rückstände zu Hause immer drehen zu können, beflügelt, stritt sie nicht ab. „Wir haben den Siegeswillen im zweiten Satz entdeckt – auch wenn wir natürlich lieber drei Punkte behalten hätten.“

Das wäre fürs Klassement perfekt gewesen, es läuft derzeit darauf hinaus, dass sich die Kontrahenten im Playoff-Viertelfinale wieder sehen. Wie happig diese Aufgabe werden wird, musste der USC in den ersten beiden Abschnitten erkennen, als die Hessen fast fehlerlos und vor allem extrem kämpferisch bei jedem Ball agierten. Die Gastgeber hatten dagegen große Probleme im Block, im Zuspiel, im Service – und vor allem in der Annahme und Abwehr. „Anfangs war ich richtig schlecht, den ersten Satz nehme ich auf meine Kappe“, sagt Libera Linda Dörendahl. Nachdem der VCW von 6:7 auf 10:7 enteilt war, fand Münster nicht mehr zurück. Auch Abschnitt zwei lief mies an (1:5, 6:10), ganz abschütteln ließen sich die Unabhängigen aber nicht. Nach dem 19:19-Ausgleich legte Wiesbadens Top-Angreiferin Liz Hintemann aber mit ihrem Service den Grundstein zum Gewinn dieses Durchgangs.

Schwertmann geht voran

Der USC also am Boden? Niemals. „Das Momentum war bei 0:2 sehr schwierig. Aber wir haben an uns geglaubt, mehr gewechselt. Das hat sich bezahlt gemacht“, sagte Trainer Andreas Vollmer, der im zweiten Duell gegen seinen Ex-Club erstmals gewann (Hinspiel 2:3). Also legten seine Schützlinge zu und erst ein 5:1, dann ein 17:11 vor. Der Gast tastete sich wieder ran, weil die Fehler der Unabhängigen zunahmen. Doch Kapitänin Leonie Schwertmann machte per Block zur richtigen Zeit das 25:23. Abschnitt vier war lange unfassbar eng, kein Team setzte sich ab. Erst beim 23:23 erlaubte sich Ex-Münsteranerin Rebecca Schäperklaus einen Angriff ins Netz, den Ines Bathen gleich mit einem Aufschlagwinner bestrafte. Tiebreak, wieder mal!

Und hier ging es erneut auf und ab. Bis zum 5:5 auf Augenhöhe, dann mit wechselnden Vorteilen. Der USC ließ nach 10:7 und 13:10 jeweils den Ausgleich zu. Ashley Benson mit Finesse und Michala Kvapilova mit Kraft machten den Sack aber doch zu – und versetzten das Publikum und sich selbst in Ekstase. „Im zweiten Satz haben wir gemerkt, dass der Gegner zu knacken ist“, meinte Dörendahl, die sich von da an extrem steigerte. Zugleich zogen auch die Kolleginnen das Tempo an. Mit Erfolg.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3809285?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F