Do., 18.02.2016

Fußball: 3. Liga Würzburg-Pleite ein Rätsel

Wieder gebremst: Chris Phillips (rechts) hebt fragend die Hände, Mehmet Kara (links) auch um die Balance zu halten. Dass Elia Soriano am Boden liegt, hat nichts mit der Realität zu tun. Der Würzburger „erlegte“ die Preußen mit zwei Treffern praktisch im Alleingang.

Wieder gebremst: Chris Phillips (rechts) hebt fragend die Hände, Mehmet Kara (links) auch um die Balance zu halten. Dass Elia Soriano am Boden liegt, hat nichts mit der Realität zu tun. Der Würzburger „erlegte“ die Preußen mit zwei Treffern praktisch im Alleingang. Foto: Jürgen Peperhowe

Würzburg - 

Erst zwei Siege, nun zwei Niederlagen, so lautet die Bilanz von Horst Steffen als Nachfolger von Ralf Loose beim SC Preußen Münster. Bei der 0:3-Auswärtsniederlage in Würzburg verpasste der Fußball-Drittligist nicht nur die Chance, näher an die Top 3 heranzurücken, sondern präsentierte sich in einem erschreckend unsortiertem Zustand. Wird es an der Weser besser?

Von Alexander Heflik

Diese Vorstellung des SC Preußen Münster war nicht zu erklären – und wird auch nicht so schnell verziehen. Das 0:3 (0:2) bei den Würzburger Kickers ging den Zuschauern, jedenfalls den Preußen-affinen, durch Mark und Bein, das tat richtig weh. Zu verstehen war dieser fußballerische Rückschritt nicht, nachdem die Partien gegen Erfurt und Mainz gewonnen wurden und auch gegen Halle beim 0:1 zumindest eine Halbzeit ganz ordentlich vonstatten ging. Nun aber, als die Adlerträger im Nachholspiel den Kontakt zu den Aufstiegsrängen intensivieren wollten, als ein positiver Trend fest getackert werden sollte, floppte der SCP beim Aufsteiger. „Unser Plan war ein anderer. Aber wenn wir uns so anstellen . . .“, rätselte Trainer Horst Steffen nach der Packung von Würzburg.

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Katastrophe.

SCP-Schlussmann Niklas Lomb über die Leistung der Preußen in Würzburg

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Nur ein Beispiel: Steffen rief Kommandos vom Seitenrand rein, deutete gestenreich an, dass alle sich nach vorne verschieben sollten – und Chris Philipps ging ein paar Schritte zurück, die anderen gleich mit. Offenbar hielt sich die Mannschaft nicht an die Absprache. „Ich habe schon in der Pause ein paar Dinge gesagt, die sich gewaschen haben“, sagte Steffen, sauberer wurde es allerdings nicht. Der dieses Mal beratungsresistente SCP war nicht in der Lage, das an diesem Abend umsetzen.

Fotostrecke: Würzburger Kickers - Preußen Münster

Es wird ein Rätsel bleiben, warum die Preußen so larifari in die Partie gingen, völlig unkonzentriert, kein Tunnelblick, kein gar nichts. So komisch es sich anhört, schon in den ersten zwei Minuten deutete sich an, dass Würzburg Gift und Galle versprüht und alles geben würde für eine schnelles Tor. Und dass der halbherzige SCP bereit war, da mitzuhelfen wo es nur ging. Sowohl das 1:0 wie auch das 2:0, jeweils von Elia Soriano markiert, wären mit überschaubaren Mitteln und Entschlossenheit zu verteidigen gewesen. „Den gleichen Fehler darf man bei mir nicht zweimal machen. Aber die Tore erinnerten stark an die Partie in Mainz“, befand Steffen. In Mainz hatte der SCP auch zwei „leichte Gegen­tore“ kassierte, da ging es beim 3:2-Sieg aber noch gut aus. Das 3:0 nun in Würzburg durch Royal-Dominique Fennell in der Schlussminute war im Übrigen längst überfällig, SCP-Schlussmann Niklas Lomb verhinderte lange Schlimmeres. „Katastrophe“, meinte Lomb zum Spiel. „Desolat vor der Pause“, fügte Verteidiger Björn Kopplin an.

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Unser Plan war ein anderer.

SCP-Trainer Horst Steffen

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Dass Steffen von seinen ehemaligen Zöglingen aus Zeiten bei den Stuttgarter ­Kickers die Treffer eingeschenkt bekam, war ein Bonmot am Rande. Nun geht es am Samstag zur Reserve von Werder Bremen II. Da müssen die Preußen wieder Boden unter die Füße bekommen, die Aufstellung wird eine andere sein. Neben den verletzungsbedingten Fragezeichen wie bei Amaury Bischoff, Rogier Krohne oder Marc Heitmeier sowie dem gesperrten Mehmet ­Kara (5. Gelbe Karte) gibt es auch sportliche Hänge­partien, und zwar hinten, mittig und vorne. Deshalb spricht Horst Steffen, wie er sagt, nicht von Stamm­formation oder Reservisten oder Tribünenhockern, er weiß noch nicht hundertprozentig, woran er mit seinen Schützlingen ist. Würzburg öffnet die Tür zur Rotation, das Spiel wird sich Steffen so nicht gefallen lassen.

Re-Live

Liveticker zum Nachlesen: Preußen Münster verliert mit 0:3 in Würzburg

Fotostrecke: Würzburger Kickers - Preußen Münster: SCP-Spieler in der Einzelkritik

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