So., 21.02.2016

Fußball: 3. Liga Preußen werten Nullnummer bei Werder als Mini-Schritt nach vorn

Kampf, Kampf und noch einmal Kampf: Die spielerische Qualität litt beim Gastspiel der Preußen in Bremen. Hier kommen weder Benjamin Schwarz (liegend) noch der Werderaner Giorgi Papunashvili an den Ball.

Kampf, Kampf und noch einmal Kampf: Die spielerische Qualität litt beim Gastspiel der Preußen in Bremen. Hier kommen weder Benjamin Schwarz (liegend) noch der Werderaner Giorgi Papunashvili an den Ball. Foto: Jürgen Peperhowe

Bremen - 

Immerhin gab es keine dritte Niederlage am Stück, immerhin stimmte diesmal der Einsatz. Mit dem 0:0 bei Werder Bremen II unter schwierigen Bedingungen waren die Preußen allerdings nur teilweise zufrieden. Der Abstand nach oben wächst.

Von Alexander Heflik

Der sich abzeichnende ganz negative Trend wurde auf dem Platz elf des Weserstadions zumindest eingebremst. Die Niederlage gegen Halle und vor allem die Blamage bei den Würzburger Kickers (0:3) lagen bleiern auf dem Team von Trainer Horst Steffen. Irgendwas Zählbares wollte der SC Preußen Münster deshalb auch mit aller Macht vom Gastspiel bei Werder Bremen II mit auf die Heimreise nehmen – das gelang beim 0:0, einer Nullnummer, die den Coach hoffen lässt. Nur: Ein magerer Punkt aus der englischen Woche fühlt sich nicht gerade riesig an.

„Wir wollen noch was“, umriss Steffen nach der Partie die vage Zielsetzung für den Rest der Saison. Da saß er im Vereinslokal von Werder, der Charme der 50er Jahre waberte durch den Raum, im Hintergrund lag das Spielfeld, das diesen Namen nicht verdient hatte. Mit Profifußball hatte das nichts zu tun, Fußballspielen schwer gemacht. „Der Ball tickte sechsmal auf, bevor ein Pass beim Mitspieler angekommen war“, bilanzierte Mittelfeldspieler Chris Philipps treffend. Steffen rettete sich in Fatalismus: „Wir müssen den Platz so nehmen, wie er ist.“ Er jammerte nicht, glücklich über die Bedingungen war er aber auch nicht. Fußball-Ästheten wurden jedenfalls beim Anblick dieser Partie schwer gepeinigt. Da ging nicht viel auf beiden Seiten.

Ehrenrettung

Jedenfalls war da, und das muss zur Ehrenrettung der Spieler gesagt werden, nicht viel möglich, was Kombinationen, Doppelpässe oder Spielkultur betraf. Die Geschichte der Partie war schnell erzählt. Beide Defensivblöcke machten keine Fehler und keine Gefangenen, da wurden die Basiselemente des Fußballs rausgekramt, köpfen, grätschen, Zweikämpfe gewinnen, das Mittelfeld verdichten, in der Abwehr die chinesische Mauer nachbauen, fertig.

Rüffel für Reichwein

Marcel Reichwein holte sich nach einer Viertelstunde eine unnötige Gelbe Karte ab, die Trainer Horst Steffen auf die Palme brachte. „Jetzt reicht es langsam. Damit gefährdet er unser Spiel“, schimpfte Steffen und wird eine Geldstrafe verhängen, die über dem vom Mannschaftsrat festgelegten Kurs liegen wird. Reichwein hatte den Ball nach einem Freistoßpfiff mit der Hand weggeworfen und danach die Verwarnung für unsportliches Verhalten gesehen.

Werder hatte durch Rafael Kazior (26.), sein Kopfball wurde von Felix Müller abgelenkt, und Giorgi Papunashvili (71.) zwei mittelmäßige Chancen. Die Preußen nur eine, dafür aber die beste der Partie. Diese Möglichkeit vergab Abdenour Amachaibou nach 79 Minuten, als Philipps den eingewechselten Adriano Grimaldi in Szene gesetzt hatte und dessen Querpass Amachaibou alle Varianten zum Abschluss möglich machte. „Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Der Ball lag auf meinem falschen Fuß“, meinte der Stürmer nach Abpfiff reumütig. Er hatte das rare Gut einer Torchance einfach nicht nutzen können. Mehr hatte der SCP nicht in petto. Das war Kampf, und nichts als Kampf im Regen von Bremen.

Rasenkrater

Also, Nullnummer auf diesem Rasenkrater, was bleibt dem SCP? Immerhin zeigte das Team einen Mannschaftsgeist, den es in Würzburg so nicht zu sehen gab. Vom Einsatz her war das allemal voll okay, defensive Fehler gab es kaum. Disziplin war Trumpf. Und Angriff? Nun gut, darüber konnte der Mantel des Schweigens gelegt werden.

Offensiv? Offensiv spricht Horst Steffen nicht darüber, aber es sind noch zwölf Spiele und 36 Punkte zu vergeben, es geht noch gegen Dresden, Aue, Osnabrück, Magdeburg, allesamt vor Münster platziert. Das soll es noch nicht gewesen sein, sagt Steffen. Nächste Woche im Heimspiel gegen Chemnitz dürften Amaury Bischoff und Rogier Krohne wieder zur Verfügung stehen nach dem Auskurieren leichter Blessuren, Mehmet Karas Sperre ist dann auch abgelaufen. „Dann haben wir wieder mehr Optionen“, sagt Steffen und deutet auch einen Zugewinn an Kreativität in der Offensive in den kommenden Wochen an. Die Preußen wollen ja noch was, oder?

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