Di., 23.02.2016

Fußball: Umfrage Trainer äußern Verständnis für und Kritik an Roger Schmidt

Roger Schmidt zu Preußen-Zeiten

Roger Schmidt zu Preußen-Zeiten Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Roger Schmidt ist in aller Munde nach dem Eklat am Sonntag im Spiel zwischen Leverkusen und Dortmund. Doch wie bewerten die Amateurfußball-Trainer aus Münster die Aktion des ehemaligen Preußen-Coaches und auch die von Schiedsrichter Felix Zwayer?

Von Ansgar Griebel, Thomas Rellmann, Wilfried Sprenger

Von 2007 bis 2010 war Roger Schmidt Trainer des SC Preußen, er betreute den Club in 102 Pflichtspielen, gewann mit Münster die Oberliga-Meisterschaft und schaffte die Qualifikation zur Regionalliga. Das war der erste Schritt auf der Karriereleiter, die ihn 2014 in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen führte. Dort sorgte er am Sonntag für einen handfesten Skandal. Aber was sagen Münsters Coaches zum Eklat? Haben sie Verständnis? Ärgert sie das Verhalten?

Costa Fetsch (Trainer des A-Ligisten BW Aasee): „Es war völlig überzogen vom Schiedsrichter, da so eine Show drauszumachen. Er kann Roger Schmidt ja vom Platz stellen, aber warum geht er dann nicht kurz hin und regelt das? Es ist doch keine Frage, dass Trainer eine Vorbildfunktion haben, aber die stehen auch unter Strom, während so eines Spiels. Wenn der Schiedsrichter ihn dann vom Feld schickt, dann soll er das machen – aber nicht so. Das war seine eigene Show, das war absolute Arroganz und Selbstdarstellung. Ich sehe das ganz wie Rudi Völler: Das war völlig unnötig vom Schiedsrichter.“

Pro und Contra

Unsägliches Auftreten oder „Bohei um ein Affärchen“?

Benjamin Heeke (Trainer des Westfalenligisten 1. FC Gievenbeck): „Das hätte mir genauso passieren können. Es geht um die Art und Weise der Schiedsrichter, Felix Zwayer kann den Grund auch mitteilen. Mit Fingerspitzengefühl ließen sich viele Probleme beheben. Oft fehlt es an der Kommunikation. Das wirkt dann nicht autoritär, sondern arrogant.“

Carsten Winkler (Trainer des Landesligisten BSV Roxel): „Ich mag Schmidt als Typ eigentlich, aber das darf er sich nicht erlauben. Das ist ein Unding. Der Schiedsrichter trifft die Entscheidungen, da gebietet sich ein gewisser Respekt. Bundesliga-Trainer müssen vorleben, dass sie sich an Regeln halten. Wenn ich als Lehrer einen Schüler aus der Klasse schicke, kann der sich auch nicht einfach verweigern – genau wie ein Fußballer nach einer Roten Karte. Kritisch sehe ich mittlerweile Völler. Er ist nicht mehr „unser Rudi“, sondern eher ein HB-Männchen, einfach sehr cholerisch.“

Meinung

Die Schuld der Anderen - ein Kommentar

Martin Kastner (Trainer des Westfalenligisten TuS Hiltrup): „Ich kenne Roger ganz gut, wir haben schon zusammen Karten gespielt. Er ist ein sehr intelligenter Mensch, manchmal ein bisschen stur – diesmal ist er einen Tacken zu weit gegangen. Ich vermute, das wird eine deftige Strafe geben. Der Schiedsrichter hat sich im Sinne der Statuten korrekt verhalten. In solchen Situationen sind sehr viele Emotionen im Spiel. Da ist es gar nicht schlecht, mal den Kapitän vorzuschicken, bevor es in aufgeladener Atmosphäre noch zu einem Infight kommt.“



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3825024?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F