Di., 23.02.2016

Rudern: WM-Vorbereitung RVM-Duo Brummel und Kortmann nimmt in Spanien Kurs auf Rotterdam

Sonne und Wasser satt: In ihrem spanischen Domizil fühlen sich Alexander Diedrich (l.) und Felix Brummel (r.) pudelwohl. Der einzige, der die Idylle mit seinen strengen Trainingsplänen stört, ist Thorsten Kortmann

Sonne und Wasser satt: In ihrem spanischen Domizil fühlen sich Alexander Diedrich (l.) und Felix Brummel (r.) pudelwohl. Der einzige, der die Idylle mit seinen strengen Trainingsplänen stört, ist Thorsten Kortmann Foto: DRV

Münster - 

Keiner traut sich, es Urlaub zu nennen. Für die deutschen U-23-Ruderer bedeuten die zwei Wochen Trainingslager im spanischen Mequilenza viel Schweiß und harte Arbeit. Dass es aber auch Schlimmeres gibt, als bei knapp 20 Grad in Spanien Sport zu treiben, geben Trainer Thorsten Kortmann und WM-Kandidat Felix Brummel gerne zu.

Von Ansgar Griebel

Rund zwei Stunden westlich der Weltstadt Barcelona liegt das stille Örtchen Mequilenza. 2311 Einwohner leben hier und lassen es gerne langsam angehen. Abends sagen sich zorro (Fuchs) und liebre (Hase) buenas noches, tagsüber begegnen sich in aller Ruhe Barsch und Zander – selbst der Ebro ist hier ein wenig langsamer unterwegs als andernorts. Eine Staustufe bremst den zweitlängsten Strom der iberischen Halbinsel dezent aus. Ein Paradies für Fische und Fischliebhaber – aber auch die perfekte Trainingsstrecke für Deutschlands beste Nachwuchsruderer.

Klausurenzeit in den Trainingspausen

Derzeit ist eine Gruppe von rund 50 jungen Athleten unangemessen schnell auf dem Ebro unterwegs. Der hoffnungsvolle U-23-Kader des DRV soll hier für die Weltmeisterschaften Ende Juli in Rotterdam fit gemacht werden. Thorsten Kortmann vom RV Münster hat als der Koordinator der U-23-Leichtgewichte im Riemenbereich sechs Ruderer zu betreuen – unter anderem und vor allem Felix Brummel, den er schon seit vielen Jahren auch beim Heimatverein in Münster betreute – und der jetzt in Schlagnähe des DRV-Quartiers in Dortmund studiert. Dort wohnt auch Brummels neuer Partner im Zweier, Alexander Diedrich.

„Die Bedingungen hier sind optimal“, sagt Kortmann. Bei erfrischenden Temperaturen um den Gefrierpunkt geht es morgens los, bis mittags klettert die Quecksilbersäule auf angenehme 15 bis 20 Grad. „Wenn ich Zeit hätte, könnte ich hier perfekt angeln“, sagt Kortmann – der selbstverständlich keinen Raum für derlei Hobbys hat. Für zwei Wochen ist der Lehrer des Annette-Gymnasiums freigestellt. Zeit, die intensiv in die Fortbildung der Ruderer investiert wird – auch wenn die Schule fern der Heimat ebenfalls eine Rolle spielt. Viele der Ruderer stecken in der Klausurenphase, Pädagoge Kortmann ist in Spanien als Aufsichtspersonal gefordert. „Die Aufgaben kommen hier fünf Minuten vorher per Mail an. Ich beaufsichtige die Arbeit, und anschließend werden die fertigen Klausuren fotografiert und an die Schulen zurückgeschickt. Die Originale werden nach der Rückkehr nachgereicht.“

Hauptaugenmerk genießt das Rudern

Doch das Hauptaugenmerk liegt auf dem Sport. Der ungesteuerte Leichtgewichts-Vierer soll auf WM-Kurs gebracht werden. Gute Aussichten auf einen Stammplatz hat erneut Brummel, der zuletzt in diesem Boot Vizeweltmeister wurde. Damals noch an der Seite seines langjährigen Bootsgenossen Sven Ditzel aus Münster, der in dieser Saison aus Studien- und Entfernungsgründen (Hamburg) etwas kürzer tritt – und vor allem im akademischen Bereich bei nationalen und internationalen Hochschulmeisterschaften zum Einsatz kommt. Derweil bereitet sich Brummel unter bewährter Aufsicht von Kortmann zwischen Barsch und Zander in der tiefsten Provinz Saragossa schon auf den nächsten ganz großen Auftritt vor.



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