Mi., 24.02.2016

Fußball: Kreistag Hagemann fordert Schiedsrichter-Obmann Melchers heraus

Philipp Hagemann (l.) möchte Gereon Melchers (r.) im Amt des Schiedsrichter-Obmanns beerben.

Philipp Hagemann (l.) möchte Gereon Melchers (r.) im Amt des Schiedsrichter-Obmanns beerben. Foto: Andreas Teipel

Münster - 

Auf dem Kreistag im März könnte sich im Fußballkreis Münster eine entscheidende Änderung ergeben. Für den Posten des Schiedsrichter-Obmanns kandidiert Philipp Hagemann. Der aktuelle Amtsinhaber Gereon Melchers tritt, Stand jetzt, ebenfalls an.

Von Mario Witthake

Um einen eher unbeliebten Posten streiten sich derzeit gleich zwei Referees. Philipp Hagemann will Gereon Melchers ablösen, den Schiedsrichter-Obmann des Fußballkreises Münster. Es deutet sich eine Kampfabstimmung an, die am 17. März beim Kreistag im Vip-Bereich des Preußenstadions über die Bühne geht – oder auch nicht.

Öffentlich wirft nur der 39-jährige Hagemann seinen Hut in den Ring, während der 56-jährige Melchers sein Bestreben nach einer Wiederwahl offen lässt. Im Hintergrund werden die Lager abgesteckt. Möglicherweise zieht der Amtsinhaber sich im Vorfeld zurück, damit Hagemann als einvernehmlicher Nachfolger präsentiert werden kann. Drängt Melchers auf die Konfrontation, entscheiden 164 stimmberechtigte Vereinsvertreter in einer dann wohl geheimen Wahl. Alle anderen Funktionsträger werden übrigens vermutlich erwartungsgemäß abgenickt, etwa der Vorsitzende Norbert Reisener oder auch Helmut Götz als Vorsitzender des Fußballausschusses.

Frust unter jungen Referees

In der 18-jährigen Melchers-Ägide hat sich offenbar besonders unter den jungen Schiedsrichtern Frust aufgestaut. Der Obmann erledigt seine Aufgabe akribisch, bewältigt einen großen Verwaltungsaufwand, soll aber, so klagen Unparteiische hinter vorgehaltener Hand, durch seinen Führungsstil, teils fehlende Flexibilität oder unterschiedliche Ansichten von Kommunikation nicht nur Freunde im Kreise der Referees haben. Äußern will sich Melchers nicht. Er kann in seinem Tätigkeitsbericht von 2013 bis 2016 immerhin nachweisen, die Zahl der aktiven Schiedsrichter von 245 auf 265 mehr als konstant gehalten zu haben, wenngleich die Eingliederung der Unparteiischen aus dem Altkreis Lüdinghausen diese Statistik natürlich verzerrt.

Hagemann betont, er trete „nicht zum Selbstzweck“ an, sondern als Speerspitze einer Gruppe. Ihm schwebt ein anderes Modell vor. Er möchte mehrere Kollegen einbinden, die Verständigung untereinander und zu den Vereinen verbessern. Er sagt, dass es „genügend Leute gibt, die sich einbringen wollen“. Kritiker sagen, Hagemann habe aufgrund seiner beruflichen Pflichten als Rechtsanwalt gar nicht die Zeit, sich adäquat um den Posten zu kümmern. Abfedern will er dies mit einem „starken Team“. Diesen fünfköpfigen Ausschuss benennt der im März Gewählte selbst.



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