Fr., 26.02.2016

Fußball: 3. Liga Preußen planen gegen Chemnitz Ende der Punktediät

Die Kapitäne sind zurück: Mannschaftsführer Amaury Bischoff hat seine Verletzung ebenso auskuriert wie sein Stellvertreter Marc Heitmeier (l.). Beide könnten gegen Chemnitz wieder in der Startelf stehen.

Die Kapitäne sind zurück: Mannschaftsführer Amaury Bischoff hat seine Verletzung ebenso auskuriert wie sein Stellvertreter Marc Heitmeier (l.). Beide könnten gegen Chemnitz wieder in der Startelf stehen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Kapitän Amaury Bischoff und sein Stellvertreter Marc Heitmeier stehen Preußen-Trainer Horst Steffen am Samstag gegen den Chemnitzer FC wieder zur Verfügung. Wie in etwa seine Aufstellung aussehen wird, darüber schweigt sich der Coach aber wieder einmal aus.

Von Ansgar Griebel

Es ist noch gar nicht lange her, aber es ist seither viel passiert: Am 10. Februar war Aschermittwoch. Vier Tage zuvor sicherte sich der SC Preußen Münster durch einen 3:2-Erfolg beim FSV Mainz II einen wichtigen Dreier auf dem Weg zurück in die aufstiegsrelevanten Tabellenregionen – doch dann begann nicht nur im katholischen Münsterland die Fastenzeit und für die Preußen eine möglicherweise verhängnisvolle Tore- und Punktediät: 0:1 gegen Halle (13. Februar), 0:3 in Würzburg (17. Februar) und ein 0:0 in Bremen (20. Februar).

Ein Blick in den Kalender zeigt, dass bei derart konsequenter Enthaltsamkeit die Zeit bis Ostern den SC Preußen um sämtliche Aufstiegsoptionen bringen wird. Bis zum Auswärtsspiel am Karsamstag bei Hansa Rostock stehen fünf Drittliga-Spieltage an. Allein beim Dreierpack in den kommenden acht Tagen kann sich diese Saison heimlich, still und leise aus dem kollektiven Interesse verabschieden. Am Samstag (14 Uhr) geht es vor heimischem Publikum gegen den Chemnitzer FC, am Dienstag (19 Uhr) muss Münster im Kölner Südstadion bei Fortuna ran, am Folgesonntag (6. März) wird der VfL Osnabrück zum Derby erwartet. Drei Spiele, die die Spielzeit vor allem in negativer Sicht entscheiden können.

Trainer Horst Steffen weiß um die Bedeutung der folgenden Aufgaben und fühlt sich bestens gerüstet. Die jüngsten Ergebnisse sind abgehakt, mit dem vollsten Kader seit seinem Amtsantritt in der Winterpause soll jetzt wieder gepunktet werden. Und ausnahmsweise rückt Steffen bereits 24 Stunden vor dem Anpfiff mit einer kompletten Mannschaftsaufstellung raus. Zugegeben: Es ist die vom Gegner. Da rechnet der Preußen-Trainer unter anderem mit den antrittsstarken Außenverteidigern Alexander Bittroff und Fabian Stenzel, nach abgesessener Sperre mit Stürmer Daniel Frahn und dem torgefährlichen Kapitän Anton Fink. Überhaupt erwartet Steffen einen stabilen, schwer zu bezwingenden Gast im Preußenstadion. „Aber das ist nichts Neues. Dass ich über einen Gegner sagen werde, den hauen wir so weg, das wird nicht passieren.“

Dotchevs Minimalismus

Als Pavel Dotchev Trainer des SC Preußen Münster war, was gar nicht so lange her ist, da begeisterte er häufig mit Offensivfußball, Fußball-Spektakel in der 3. Liga, da ging die Post ab. Lieber ein sattes 2:2 als ein ereignisarmes 0:0 erleben, lautete die Devise. Am Ende der Saison 2012/2013 verpasste Münster dennoch den Aufstieg – mit gewaltigen 72 Pluspunkten. Dotchev erging es dann wie vielen anderen Kollegen landauf, landab, er wurde nach einer Misserfolgsserie im September 2013 beurlaubt.

Nun schickt sich der mittlerweile 50 Jahre alte Wahl-Ostwestfale an, möglicherweise einen Rekord aufzustellen. Denn sein aktueller Club Erzgebirge Aue hat nach 26 Spieltagen erst 14 Gegentore kassiert. In der Geschichte der eingleisigen 3. Liga seit 2008 war nur Eintracht Braunschweigs Defensivblock besser aufgestellt. Das war in der Spielzeit 2010/11, als das Team von Torsten Lieberknecht gerade mal elf Gegentreffer bis zum 26. Spieltag kassiert hatte.

Aber gerade da beginnt das Kunststück des Pavel Dotchev. Denn während die Braunschweiger 61 Tore erzielten, kommt der Tabellenzweite aus Aue mit gerade einmal 23 Treffern daher. Noch mal zum Sackenlassen: Zweiter Platz, 46 Punkte, 23:14 Tore. Der Zweitliga-Absteiger macht also durchschnittlich 0,88 Treffer je Spiel und kassiert nur 0,53. Hammer. Die Torjäger im Erzgebirge sind Nicky Adler, der dafür auch als Fußballer ausgebildet wurde, und Steven Breitkreutz mit jeweils fünf Treffern. Letztgenannter ist in seinem Erstjob Abwehrspieler. Selbstredend.Macht Aue so weiter unter Dotchev, dann geht es ab in die 2. Bundesliga. Keine Frage. Und auch Braunschweigs Rekord, allerdings nur die defensive Seite, wackelt bedrohlich. Die Eintracht kassierte vor fünf Jahren 22 Gegentreffer insgesamt, schwächelte im Finale der Spielzeit. Aue dürfte dagegen, wenn sie konsequent bei der Sache blieben, bei läppischen 20 oder 21 Gegentoren landen.

Dass der Preußen-Trainer vor der Zeit die eigene Aufstellung preis gibt allerdings auch nicht. „Ich habe da einige Ideen“, so Steffen, mehr wird (natürlich) nicht verraten. Nur so viel: Linksverteidiger Felix Müller fällt mit einer Erkältung aus, um seinen Platz bewerben sich Kevin Schöneberg und Stéphane Tritz. Der Einsatz von Benjamin Schwarz ist nach einer Trainingsverletzung am Knie fraglich, dafür ist die komplette Brückenbesatzung zurück an Bord. Kapitän Amaury Bischoff und sein Stellvertreter Marc Heitmeier sind einsatzbereit, „ohne Wenn und Aber“, wie Steffen vielsagend ergänzt.

Wer am Samstag die Torschlussflaute beenden soll, bleibt ebenfalls noch ein Geheimnis des Trainers, der aber schon weiß, wie der Abschlussschwäche zu Leibe gerückt werden soll. „Wenn wir vorne keine Chancen haben, dann ist im Spielaufbau irgendwas falsch gelaufen.“ Kleinigkeiten sind es meist, so Steffen, an denen es hapert, und diesen Kleinigkeiten ist das Team im täglichen Training auf der Spur.

Preußen Münster (voraussichtliche Aufstellung): Lomb – Kopplin, Heitmeier, Pischorn, Schöneberg – Laprevotte, Philipps, Bischoff – Hoffmann, Reichwein, Krohne

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