So., 28.02.2016

Leichtathletik: Hallen-DM Pinto fliegt zu Gold in Leipzig – Malkus muss passen

Völlig losgelöst: Tatjana Pinto lief in Leipzig über 60 Meter zur Goldmedaille und auf Platz drei der aktuellen Weltrangliste.

Völlig losgelöst: Tatjana Pinto lief in Leipzig über 60 Meter zur Goldmedaille und auf Platz drei der aktuellen Weltrangliste. Foto: dpa

Münster - 

Tatjana Pinto hat sich endgültig zurückgemeldet – und zwar besser denn je. In sensationellen 7,07 Sekunden wurde sie Leipzig Deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter. Dagegen hatte Weitspringerin Lena Malkus vom SC Preußen erneut Verletzungspech.

Von Wilfried Sprenger

Mit diesem Comeback war wirklich nicht zu rechnen. Tatjana Pinto ist zurück in der Leichtathletik-Szene. Und wie! Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig flog die für den LC Paderborn startende Münsteranerin am Samstag über 60 Meter nach 7,07 Sekunden ins Ziel. Natürlich Platz eins – und was für eine Zeit. Weltweit waren in diesem Jahr nur die niederländische 200-Meter-Weltmeisterin Dafne Schippers (7,00) und Marie-Josee Ta Lau (7,06) von der Elfenbeinküste schneller. Bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland (USA) kommt es Mitte März zum Duell der schnellsten Beine. Pinto möchte unbedingt starten. „Das ist eine gute Generalprobe für den Sommer, solche Rennen muss man mitnehmen“, sagte die 23-Jährige in Leipzig.

Pinto war dort mit einer Zeit von 7,29 Sekunden gemeldet. In der Arena steigerte sie sich von Rennen zu Rennen. Im Vorlauf blieb die Uhr bei 7,19 Sekunden stehen, im Zwischenlauf bei 7,12. „Ich habe in meinen kühnsten Träumen nicht damit gerechnet, dass es so gut laufen kann“, gab Pinto später zu Protokoll. Die Zuschauer feierten die junge Frau euphorisch. Bei Deutschen Hallentitelkämpfen war nur Katrin Krabbe je schneller. Sie lief vor zweieinhalb Dekaden 7,06 Sekunden, da war Pinto noch gar nicht auf der Welt.

Probleme im Oberschenkelbeuger

Weniger Glück hatte in Sachsen Weitspringerin Lena Malkus. Die Athletin vom SC Preußen Münster verzichtete auf einen Start. Ihr Oberschenkelbeuger macht noch immer Probleme. „Wir wollten kein Risiko eingehen“, sagte Trainerin Elke Bartschat. Großes Pech widerfuhr Maren Silies vom SCP. Im Vorlauf über 400 Meter lief sie am Samstag in 55,79 Sekunden Saisonbestzeit, im B-Finale am Sonntag musste sie krankheitsbedingt passen. Ohne die beide Top-Läuferinnen schlug sich die 4x200-Meter-Staffel unter 16 Teams hervorragend. In 1:40,16 Minuten wurden Luisa Bodem, Maike Gerlach, Judith Wessling und Imke Dahlmann als blutjunges Quartett Siebte.

Bartschat hatte am Samstag noch die deutschen Weitspringer beim U-20-Länderkampf in Padua betreut. Dort glänzte Björn-Ole Klehn (SCP) wiederum mit herausragenden Leistungen. Mit der Klasseweite von 7,60 Meter musste sich der Deutsche Meister nur dem Italiener Gabriele Chila (7,74 Meter) beugen. Mit 7,54 und 7,53 Metern hatte der 17-jährige Münsteraner weitere herausragende Versuche. „Mit seiner Beständigkeit hat er mich wirklich beeindruckt“, so Bartschat. Speerwerferin Charlotte Wissing vom SC Preußen sammelte beim Länderkampf wertvolle Erfahrungen. Mit einer Weite von 41,22 Metern schlug sie sich bei widrigen äußeren Verhältnissen durchaus beachtlich.



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