Di., 01.03.2016

Fußball: 3. Liga Gebrauchter Tag am Rhein für Preußen Münster

Der Todesstoß: Kölns Cauly Oliveira Souza sorgt mit einem satten Schuss vorbei am tapferen Preußen-Keeper Niklas Lomb für den 2:1-Erfolg der Kölner Fortuna. Marc Heitmeier bleibt nur die unbefriedigende Zuschauerrolle.

Der Todesstoß: Kölns Cauly Oliveira Souza sorgt mit einem satten Schuss vorbei am tapferen Preußen-Keeper Niklas Lomb für den 2:1-Erfolg der Fortuna. Marc Heitmeier bleibt nur die unbefriedigende Zuschauerrolle. Foto: Jürgen Peperhowe

Köln - 

Fünf Tage vor dem Derby gegen den VfL Osnabrück verlor Fußball-Drittligist Preußen Münster bei Fortuna Köln mit 1:2. Adriano Grimaldi gelang lediglich nach 72 Minuten der Ausgleich zum 1:1. Insgesamt hatte die Elf von Trainer Horst Steffen zu wenig Spielanteile und Dominanz, und vor allem zu wenig gute Chancen.

Von Alexander Heflik

Mal so, mal so, jetzt mal wieder ein Dämpfer für Preußen Münster. Der Fußball-Drittligist verlor das Auswärtsspiel in strömendem Regen bei Fortuna Köln. Die Südstädter siegten mit 2:1 (1:0) vor 1960 Zuschauern nicht unverdient, weil sie über weite Strecken der Partie ihren Stempel aufdrückten und weitaus mehr gute Chancen hatten. Julius Biada (19.) und Cauly Oliveira Souza (85.) trafen für die Gastgeber, Adriano Grimaldi (72.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich. Fünf Tage vor dem Derby gegen den VfL Osnabrück war das ein Rückschritt.

Die Preußen setzten in weiten Teilen auf die Mannschaft, die zuletzt mit 3:1 gegen Chemnitz gewonnen hatte. Allerdings saßen Torschütze Adriano Grimaldi und Elie Laprevotte zunächst nur auf der Bank, Abdenour Amachaibou schaffte es in die Start-Formation.

Zehn starke Minuten

Zehn, vielleicht 15 Minuten lang war das ein passabler Auftritt des SCP, zumal nach 19 Sekunden Amachaibou eine große Chance zur Führung hatte. Da ging es ganz fix über die rechte Seite, doch der frühere Münsteraner André Poggenborg wehrte den Schuss zur Ecke ab. Preußens offensive Herrlichkeit war damit vorerst Geschichte.

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Es ist so schade. Wir waren nach dem 1:1 zurück. Ich habe keine Worte.

Stephane Tritz

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Dann übernahm die Fortuna, und zwar komplett. Das Fazit aus Sicht der Preußen lautete zur Halbzeit: Hinten wackelig, im Mittelfeld alles andere als kompakt, vorne ohne jede Wucht. Glücklicherweise erwischte Torwart Niklas Lomb einen großen Tag, er verhinderte mehrfach Gegentore, zudem klärte er gleich vier Mal im Herauslaufen im Stile von Manuel Neuer, als die Überfalltaktik der Hausherren drohte, den SCP zu überrumpeln. Und er steckte richtig ein, als Ex-Preuße Marco Königs im Zweikampf gegen ihn voll durchzog. Nach kurzer Behandlungspause machte Lomb weiter – zum Glück für die Steffen-Elf.

Schmeichelhafter Pausenrückstand

Dass es nur 1:0 zur Pause stand, war schmeichelhaft für die Gäste. In der 19. Minute kassierte der SCP den Rückstand. Ein Fehler von Marc Heitmeier ermöglichte Köln die nächste Attacke, am Ende der Fehlerkette der Münsteraner markierte Julias Biada von der Strafraumgrenze aus die Führung. Die Chancen von Hamdi Dahmani (5.), Marco Königs (33.) und Kristoffer Anderson (44.) wehrte Lomb ab, oder die Bälle flogen am Preußen-Tor vorbei.

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Das Ergebnis ist total ärgerlich. Wir hätten am Ende wenigstens einen Punkt mitnehmen müssen.

Abdenour Amachaibou

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Nach der Pause hatte gleich Dahmani die Riesenchance zum 2:0 – er schoss über das Tor. Wenig später näherte sich der SCP gefährlich dem Fortunen-Gehäuse, Philipp Hoffmann (50.) scheiterte nach gutem Pass von Stephane Tritz an Poggenborg. Beim Versuch, den Abpraller zu holen, wurde Mehmet Kara von Michael Kessel elfmeterreif umgestoßen. Schiedsrichter Lasse Koslowski (Berlin) pfiff nicht. Pech für die Preußen.

Köln verpasst die Vorentscheidung

Münster lebte nur, weil die Hausherren mit ihren Möglichkeiten verschwenderisch umgingen. Es passte nicht viel zusammen, gegen die hohe Verteidigung der Kölner fanden die Preußen sich lange nicht zurecht. Doch der Langmut der Preußen zahlte sich aus. Stück für Stück robbten sich die Preußen heran, dann leitete der eingewechselte Grimaldi eine Chance ein, Stephane Tritz gewann den fast schon verlorenen Ball, flankte und der Ex-Osnabrücker köpfte zum Ausgleich ein.

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Die erste Halbzeit können wir abhaken. Da haben wir es dem Gegner viel zu leicht gemacht. Der Ausgang ist richtig bitter.

Marco Pischorn

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Das änderte alles: Jetzt dominierte endgültig der SCP. Ein Pass von Bischoff (79.) in die Tiefe, Grimaldi ist zur Stelle, knapp neben das Tor. Dann wird Bischoff (81.) an der Strafraumgrenze gefoult, Freistoß aus bester Lage: Doch der Gefoulte schießt über das Tor. Köln war stehend K.o.. Und sicherte sich dennoch den Sieg, weil der aufgerückte SCP in einen Konter lief, Cauly Oliveira Souza zum 2:1 traf – und den Preußen-Ambitionen einen schweren Schlag versetzte.

Entspanntes Pauseninterview

Fortuna-Trainer Uwe Koschinat legte während des Spiels eine erstaunliche Gelassenheit an den Tag: Als sein Team und alle Münsteraner längst in den Kabinen verschwunden waren, stellte sich der Trainer der Gastgeber seelenruhig dem Kurzinterview des Stadionsprechers, analysierte gelassen die aus seiner Sicht erfreuliche erste Halbzeit – und gab seinem Kollegen Horst Steffen ganz nebenbei noch einen Arbeitsauftrag für Durchgang zwei mit auf den Weg: „In denke, dass sich ein Gegner mit dieser Qualität jetzt was einfallen lässt.“ Möglicherweise hätte es dieses Hinweises gar nicht bedurft, aber wie dem auch sei: Steffen ließ sich etwas einfallen und brachte sofort Elie Laprevotte für Chris Philipps und wenig später Torschütze Adriano Grimaldi (60.) und Rogier Krohne (68.). – Genutzt hat es am Ende leider nichts.

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