Mi., 02.03.2016

Fußball: 3. Liga Steffen auf der Suche nach der Wunschelf

Redebedarf: Abdenour Amachaibou, Niklas Lomb und Philipp Hoffmann (v.l.) analysieren die Niederlage des SCP bei Fortuna Köln.

Redebedarf: Abdenour Amachaibou, Niklas Lomb und Philipp Hoffmann (v.l.) analysieren die Niederlage des SCP bei Fortuna Köln. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Einen herben Dämpfer mussten die Drittliga-Fußballer des SC Preußen Münster auch noch am Mittwochmorgen beim Training verarbeiten. Die 1:2-Niederlage bei Fortuna Köln sorgte für Redebedarf, selbstkritisch analysierten die Kicker mit Trainer Horst Steffen die Partie – und machten sich Mut für das Derby.

Von Thomas Rellmann

Wo in der vergangenen Woche noch Zuversicht und gute Laune vorherrschten, standen am Mittwochmorgen Frust und Skepsis in vielen Gesichtern. Die 1:2-Pleite der Preußen hatte nicht nur die Pläne durchkreuzt, noch mal den ganz großen Wurf aufzugreifen, sondern auch eine gewisse Ernüchterung ausgelöst. Wie weit sind die Münsteraner in ihrer Neuausrichtung unter Trainer Horst Steffen tatsächlich?

Fakt ist, dass der Coach noch weit davon entfernt ist, eine Wunschformation aufzulisten. Das räumt er selbst ein: „Die ganz klare personelle Struktur fehlt bislang.“ Zu schwankend sind die Leistungen vieler potenzieller Leistungsträger. Die Innenverteidigung patzt häufiger als in der Hinrunde, im Mittelfeld fehlen auf den Halbpositionen bei aller spielerischer Qualität Zweikampfhärte und Defensivtreue. Davor ruft kaum einer konstant seine vorhandene Klasse ab. Überhaupt zeigen nur die Feldspieler Philipp Hoffmann und Björn Kopplin auf der rechten Seite bisher in diesem Jahr dauerhaft ihre Leistung. Das im andalusischen Trainingslager einstudierte Pressing, der neue Steffen-Stil, war zuletzt nicht mehr oft zu sehen.

„Nicht alles schlecht“

Nun ist aber bei weitem nicht alles kritikwürdig. Darauf legt auch Steffen Wert: „Ich habe das Spiel im Video analysiert. Da war nicht alles schlecht, da waren gute Ansätze. Es fehlten manchmal Nuancen und Glück.“ Und auch die Tatsache, dass die Profis sehr selbstkritisch mit dem Rückschlag am Rhein umgingen, nährt die Hoffnung auf baldige Besserung, am besten schon im Derby gegen den VfL Osnabrück am Sonntag (14 Uhr).

Marc Heitmeier meinte etwa: „Es waren ein paar Fehler zu viel. Das war nicht mein bestes Spiel, ich müsste der Mannschaft eigentlich wieder mehr Sicherheit geben.“ Der Vizekapitän wusste, dass er das 0:1 mit eingeleitet hatte. Genau wie Adriano Grimaldi – zuvor Ausgleichstorschütze und belebendes Element, vor dem 1:2 gepatzt hatte. „Ja, das hätte ich verhindern können. Ich verliere den Ball, und dann geht es ziemlich schnell.“ Ein eigentlich nur kleiner Aussetzer mit fatalen Folgen.

Scherder hofft

Gute Nachrichten gibt es von Simon Scherder, der nach seinem Kreuzbandriss im Vorjahr vor einem Monat einen Rückschlag im operierten Knie erlitt. Ein weiterer Eingriff bleibt dem 22-Jährigen aber jetzt erspart. Er arbeitet bereits wieder individuell mit Physiotherapeut Dennis Morschel und soll in drei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

„Wir müssen am Ende wenigstens einen Punkt mitnehmen“, erklärte Abdenour Amachaibou. „In der ersten Halbzeit hatten wir schon Glück“, gestand Hoffmann. „Da hält uns Niklas Lomb im Rennen.“ Der Keeper selbst ärgerte sich vor allem mit Blick auf die Tabelle: „Uns fehlt immer ein Stückchen, um oben ranzukommen.“

Ein wenig Mut

Die Einsicht der meisten Akteure macht zumindest ein wenig Mut, dass es gegen den Erzrivalen aus Niedersachsen jetzt wieder ein Erfolgserlebnis gibt. Immerhin haben die Preußen die vergangenen acht Derbys nicht verloren – und fünf sogar gewonnen. Ob es dann doch noch mal für eine Rückkehr in den Kreis der Aufstiegsanwärter reicht? „Niemals aufgeben, eine Chance gibt es immer“, sagt Amachaibou. Ihm pflichtet Grimaldi bei: „Wenn wir unsere Spiele gewinnen, können wir sicher noch mal oben schnuppern.“

Und Steffen? Er ist zurückhaltend, appelliert lieber an den Teamgeist als Kampfansagen zu machen: „Wir müssen im Erfolg wie im Misserfolg zusammenstehen.“ Im Derby ist Fall eins, ein Sieg, fast schon Pflicht.



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