Do., 03.03.2016

Fußball: 3. Liga Spannung vor dem 40. Derby zwischen Preußen und Osnabrück

Einst Gegner im Derby, heute in der 1. Bundesliga gelandet: Münsters Philipp Heise (links), nun beim VfB Stuttgart unter Vertrag, und der jetzt für Leverkusen spielende Kevin Kampl hier im Osnabrück-Trikot.

Einst Gegner im Derby, heute in der Bundesliga gelandet: Münsters Philipp Heise (l.), nun beim VfB Stuttgart unter Vertrag, und der jetzt für Leverkusen spielende Kevin Kampl hier im Osnabrück-Trikot. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Am Sonntag kommt es mal wieder zum Derby: Preußen Münster gegen den VfL Osnabrück. Zum 40. Mal in einem Punktspiel, zum zehnten Mal in der 3. Liga. Seit 2011 ist der SCP unbesiegt, gewann fünf der jüngsten acht Partien und spielte in diesen dreimal unentschieden.

Von Alexander Heflik

Gleich das erste Aufein­andertreffen in einem Punktspiel zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück hatte es am 12. Oktober 1974 in sich. Die Rivalen trennten sich spektakulär vor 10 000 Zuschauern im Preußenstadion mit 3:3. Für die Gastgeber traf Bernd Kipp doppelt, Horst Angel erzielte Treffer Nummer drei. Beim VfL war es die One-Man-Show von Herbert Mühlenberg, der zwar keinen lupenreinen Hattrick schaffte, aber dreimal zulangte und an diesem elften Spieltag der 2. Bundesliga Nord kurz vor Schluss für den Ausgleich sorgte.

Am Sonntag gibt es eine Art Jubiläum, es ist das 40. Nachbarschaftsderby in der Liga seit 1974, diesem unterhaltsamen 3:3 im Preußenstadion. Zuletzt schlug die Waage stark in Richtung SCP aus, die jüngsten acht Aufeinandertreffen wurden nicht mehr verloren. Aktuell ist aber der VfL sportlich mehr angesagt, das Team von Joe Enochs hat nach wie vor gute Chancen auf den Zweitliga-Aufstieg – trotz der deftigen 0:3-Schlappe am Mittwoch gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden.

Drei VfL-Akteure gesperrt

Der Höhenflug des VfL Osnabrück wurde am Mittwochabend jäh gestoppt: Nun ist eine Niederlage gegen den Klassenprimus aus Dresden an und für sich nichts Ehrenrühriges, aber mit 0:3 vor heimischem Publikum – das tut schon weh. Zumal es die erste VfL-Niederlage seit dem 4. Dezember ist: Acht Spiele in Serie punkteten die Osnabrücker bis zu diesem Dienstag, als ausgerechnet Ex-VfL-Mann Pascal Testroet an alter Wirkungsstätte mit zwei Treffern groß aufdrehte. Doch noch schlimmer, als die Niederlage trifft Osnabrück der Ausfall von gleich drei Spielern für das Derby in Münster. Abwehrspieler Alexander Dercho hat bislang alle 28 Ligaspiele bestritten, im 29. und 30. muss er jetzt zuschauen, nachdem er in der 75. Minute am späten Mittwochabend die Rote Karte sah. Ihre fünfte Gelbe Karte kassierten gegen Dresden Kim Falkenberg und Christian Groß – auch sie werden das 40. Liga-Derby zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück bestenfalls von der Tribüne aus beobachten können. Probleme, auf die der SCP gerne verzichtet. Horst Steffen kann wieder aus dem Vollen schöpfen: Linksverteidiger Felix Müller hat den Kampf um „seinen“ Stammplatz wieder aufgenommen, Cihan Özkara (Rückenprobleme überwunden) wäre auch wieder verfügbar.

Münster gegen Osnabrück war mal Zuschauermagnet, mal eine Partie vor Minuskulisse. Vor 22 000 Zuschauern wurde im April 1976 gespielt, als der SCP durch Treffer von Rolf Grünther und Günter Karbowiak mit 2:0 gewann. Vier Jahre später, im März 1980, wollten nur 2500 Besucher den Heimsieg der Preußen über den VfL sehen. Willi Mense traf zum 1:0-Erfolg.

In der eingleisigen 2. Bundesliga 1989/90 kassierte der SCP die wohl höchste Niederlage mit dem 1:4 auf eigenem Platz vor 20 000 Zuschauern. Die von Elmar Müller trainierten Preußen trafen nur durch Dirk Römer – auf der anderen Seite machten es die Gäste durch Heiko Glöde, Frank Schulz, Dirk Gellrich und Paul Jaschke deutlich besser.

Der SCP gewann auch einmal mit 4:1, allerdings war das ein Testspiel im Jahr 1992. Nicht weniger deutlich war der 3:0-Heimsieg der Preußen am 1. Februar 1978. Hans-Jürgen Gede traf vor der Pause, nach dem Wechsel machte Edmund Kaczor mit einem Doppelpack den Erfolg für die Elf von Trainer Werner Biskup perfekt.

Ja, in den 70er Jahren kreuzten die beiden Clubs häufig die Klinge. Beste Unterhaltung bot auch das torreichste Spiel im Januar 1977. Münster verlor im eigenen Stadion allerdings knapp mit 3:4. Die Preußen verloren an diesem Spieltag auch den direkten Kontakt zu den Aufstiegsrängen zur 1. Bundesliga. Da half auch keine zweimalige Führung (2:1 und 3:2). Für den SCP trafen Benno Möhlmann, heute Trainer beim Zweitligisten TSV 1860 München, Rolf Blau, der später in der 1. Bundesliga spielte, und der Jugoslawe Ranko Petkovic. Aber die Gäste aus Osnabrück hatten vier Antworten durch Alfred Hußner, Franz Genschick, Gerd-Volker Schock und Günter Schäfer im Gepäck.

Interessant war auch der Vergleich im DFB-Pokal in der 1. Runde im Juli 1991. Da standen sich mit Werner Moors ein früherer Osnabrücker Coach auf Seiten des SCP und Rolf Grünther ein Ex-Preuße als VfL-Coach, gegenüber. Christos Orkas traf für Münster, Fred Klaus und Andreas Golombek für die Osnabrücker.

Stand heute kann sich die Preußen-Heimbilanz aber sehen lassen mit elf Siegen, vier Unentschieden und nur fünf Niederlagen.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3845551?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F