Sa., 05.03.2016

Volleyball: Damen-Bundesliga USC schlägt Hamburg 3:1 und ist Vierter

Volleyball: Damen-Bundesliga : USC schlägt Hamburg 3:1 und ist Vierter

Michala Kvapilova vom USC Münster schmettert den Ball in die gegnerische Hälfte. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der 3:1-Sieg zum Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde genügte den Damen des USC Münster am Samstagabend ganz knapp, um das Etappenziel Platz vier zu erreichen. Weil parallel der VC Wiesbaden dem Tabellenzweiten Schweriner SC mit dem 2:3 unterlag, ist das erste Playoff-Viertelfinale ein Heimspiel - genau wie eine mögliche Entscheidungspartie.

Von Thomas Rellmann

Vor 1014 Zuschauern lieferte der USC Münster beim 3:1 (18:25, 30:28, 25:21, 26:24) gegen das VT Aurubis Hamburg, bis Samstag noch Achter, wahrlich keinen Gala-Auftritt ab und tat sich gerade in den ersten beiden Sätzen sehr schwer. Die Niederlage des VC Wiesbaden gegen den Schweriner SC (2:3 nach 2:1) trug aber dann zur Feierstimmung bei, schließlich hatte sich der Rekordmeister das erste Heimrecht im Viertelfinale fest vorgenommen. Weiterhin ist in dieser Saison alles möglich - zumindest, wenn die Unabhängigen ihre Form wieder der vom Ende Januar/Anfang Februar anpassen.

„Hier Drama, da Drama - das war ein gelungener Abschluss der Hauptrunde“, meinte Coach Andreas Vollmer. „Platz vier ist eine fantastische Ausgangsposition.“ Die Analyse, gerade der ersten beiden Abschnitte, in den Außenangriff und Block Probleme hatten, stellte er hinten an. „Ab Dienstag richten wir den Blick auf Wiesbaden.“ Der direkte Konkurrent ist, wie schon vorher klar war, der Viertelfinalgegner am 20. (in Münster) und 26. März (bei den Hessen). In den vergangenen beiden Jahren scheiterte der USC am damaligen Vollmer-Team.

USC-Block erwacht allmählich

„Diesmal wollen wir Revanche. Das Ziel Halbfinale ist klar definiert“, meinte Irina Kemmsies, die einige Impulse setzte. Der Gastgeber konnte auf eine volle Kapelle zurückgreifen, 14 Spielerinnen inklusive Ersatzlibera Julia Schaefer, die so lange verletzt war, bildeten das Aufgebot. Sina Fuchs und Ines Bathen, zwei Annahmespezialistinnen, begannen unter anderem. Ein wenig brauchte das Team, um in die Gänge zu kommen. Aus einem 3:6-Rückstand wurde ein 7:6. Sicherheit gab die erste Führung aber nicht. Immer wieder scheiterten die Angriffe am Block der Hanseatinnen, Zuspielerin Denise Imoudu war auch am Netz eine Bank. Mit 13:16 ging es in die zweite technische Auszeit. Kurz darauf, beim 13:18, kam Sarah Petrausch für Bathen. Vollmer nahm beim 13:19 seinen zweiten Timeout binnen zweier Punkte. Doch Imoudus Aufschlagserie ging weiter, jetzt wackelte auch die Annahme gewaltig. Petrausch musste nach vier missglückten Aktionen wieder runter. Doch was Vollmer auch probierte, es fruchtete nicht. Zehn Zähler am Stück brachten Aurubis elf Satzbälle. Fünf wehrte Münster bei Leonie Schwertmanns Service ab, dann machte Jana Franziska Poll nach 24 Minuten den Sack zum 25:18 zu.

Viel besser wurde es im zweiten Durchgang erstmal auch nicht. In der Regie hatte Hamburg weiter meilenweite Vorteile, hinzu kamen einige Unkonzentriertheiten, auch wenn der USC-Block allmählich aufwachte. Dass die Mannschaft trotz eines 2:6-Handicaps im Rennen blieb, lag eher an Fehlern des Gegners, der sich aber im Angriff weiter raffiniert zeigte. Als es 14:16 stand, reagierte Vollmer erneut. Kemmsies übernahm von Amanda Sa das Zuspiel, Hanna Orthmann löste Michala Kvapilova ab. Ein wenig mehr Struktur brachte die Maßnahme, irgendwie robbte sich Münster, jetzt mit Alisha Ossowski, heran, lag beim 21:20 vorne. Wenn Imoudu Poll bediente, war die Abwehr oft mittellos, dafür gingen die knappen und glücklichen Punkte meist an den USC. Es wurde also ganz eng und ging in die Verlängerung. Den fünften Satzball (Aurubis hatte zwei) nutzte dann Ashley Benson nach einem Maß-Anspiel von Sa, die wieder auf dem Feld war. 30:28 nach 33 Minuten!

Schützenhilfe von Schwerin und Happy-End

Bathen, Fuchs und Orthmann blieben im dritten Abschnitt draußen, Ossowski und Petrausch bekamen das Vertrauen. Ihr Team lag jetzt zumindest mal konstant vorne (5:2, 10:6), war kämpferisch auf der Höhe und baute die Führung sogar auf 13:7 aus - auch, weil der Gast plötzlich seinen Rhythmus im Angriff verlor und sich einige Leichtsinnsfehler erlaubte. Sa war jetzt viel besser, Ossowski verstärkte die Defensive, Kvapilova taute auf. Es war nun eine klare Angelegenheit (19:10), Aurubis blieb einiges schuldig, was vorher noch funktioniert hatte. Der jetzt solide Auftritt der Münsteranerinnen genügte für zehn Satzbälle (24:14). Doch erst den siebten verwandelte Petrausch nach 26 Minuten mit Wucht.

Gleichzeitig machte die Runde, dass Wiesbaden den dritten Durchgang mit 25:14 gegen Schwerin gewonnen hatte und nur noch einen weiteren brauchte, um die Bemühungen des USC wertlos zu machen im Rennen um Platz vier. Die Spielerinnen wussten davon natürlich nichts. Den besseren Start erwischten diesmal wieder die Gäste (5:2, 7:4), der Level blieb mittelmäßig. Münsters erfolgreiche Formation des vorherigen Abschnitts drehte den Spieß aber wieder (12:10). Doch die nur zu neunt angereisten Hamburgerinnen, die als Neunter in die Pre-Playoffs gehen, gaben nicht auf, machten aus einem 12:14 ein 16:14. Vollmer reagierte erneut mit Kemmsies und Orthmann. Ein Wechsel, der zunächst aufging. Zumindest blieb der USC im Spiel, gönnte sich dank Ashley Benson (die wertvollste Spielerin) und Ossowski gar einen 20:17-Vorsprung, schenkte diesen aber auch schnell wieder her (22:23).

Die x-te Netzberührung der Hanseaten brachte den Ausgleich, eine Kemmsies-Finte den ersten Matchball. Den zweiten verwandelte, passenderweise, Ossowski zum 26:24 nach 28 Minuten. Schwerin hatte unterdessen ausgeglichen in Wiesbaden. Und während sich die USC-Mädels für eine gute Hauptrunde feiern ließen, lief auf der Leinwand in der Halle Berg Fidel der Tiebreak aus der hessischen Landeshauptstadt. Und Münster feierte die Schützenhilfe und das Happy-End. „Noch mal lassen wir uns nicht raushauen“, sagte Ossowski. „Jetzt hauen wir Wiesbaden raus.“ Die Ausgangslage ist zumindest gut.

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