Mo., 07.03.2016

Volleyball: 1. Damen-Bundesliga USC sinnt im Viertelfinale gegen Wiesbaden auf Revanche

Sina Fuchs und Linda Dörendahl (r.) gehen gemeinsam in der Annahme zum Ball. Der USC setzt im Viertelfinale gegen Wiesbaden auch auf die Bandbreite des Kaders.

Sina Fuchs und Linda Dörendahl (r.) gehen gemeinsam in der Annahme zum Ball. Der USC setzt im Viertelfinale gegen Wiesbaden auch auf die Bandbreite des Kaders. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das erste Viertelfinale steigt für den USC Münster am 20. März zu Hause gegen den VC Wiesbaden. Ein enges Duell scheint garantiert. Das Team von Trainer Andreas Vollmer bereitet sich ab Dienstag explizit auf die Playoffs vor – das Halbfinale ist das klar definierte Ziel.

Von Thomas Rellmann

Zwei freie Tage waren den USC-Damen nach dem Abschluss der Hauptrunde vergönnt. Doch schon ab heute gilt der Fokus einzig und allein dem Viertelfinale. „Wir werden zielgerichtet trainieren. Ein bisschen durften sich die Mädels ausruhen, aber wir haben ja nicht mal zwei Wochen Zeit, ehe es losgeht“, sagt Trainer Andreas Vollmer, der nun also in den Playoffs direkt wieder auf seinen Ex-Club trifft, mit dem er 2013 und 2014 seinen heutigen Arbeitgeber in exakt dieser Runde aus dem Wettbewerb kegelte.

Die Konstellation ist daher so oder so speziell. Dass sich Münster durch das 3:1 gegen Aurubis Hamburg Rang vier noch unter den Nagel riss und von dabei von der knappen VCW-Pleite gegen Schwerin profitierte, macht die Sache vielleicht noch brisanter, vor allem aber komfortabler für den Rekordmeister mit Blick auf das Heimrecht am 20. und eventuell am 30. März. Die Position nach Abschluss der Punktspiele rang Vollmer jedenfalls Genugtuung ab. „Wir müssen uns vor Augen führen, wen wir hinter uns gelassen haben. Potsdam, Aachen, Vilsbiburg zum Beispiel. Über dieses Resultat können wir uns freuen.“

Start der K.o.-Runde

Auf die Hauptrunde folgen in der Volleyball-Bundesliga die K.o.-Spiele. Die beginnen mit den Pre-Playoffs, in denen sich ab Mittwoch der SC Potsdam mit LiB Aachen sowie der Köpenicker SC mit Aurubis Hamburg um die zwei verbleibenden Viertelfinalplätze streiten. Die Sieger dieser Partien, die wie die Runde der letzten acht im Best-of-three-Modus ausgetragen werden, treffen auf den Dresdner SC und den Schweriner SC. Dazu spielt ab dem 19. März Allianz MTV Stuttgart gegen die Roten Raben Vilsbiburg und der USC gegen den VC Wiesbaden.

Bereits vor Wochen hatte der 48-Jährige betont, dass er mit Wiesbaden auch deshalb zweimal den Halbfinaleinzug gepackt hatte, weil sich das Team ebendiese Ausgangslage für die K.o.-Runde geschaffen hatte. Eng dürfte es allemal zwischen den Dauerrivalen zugehen. Was für Münster spricht, ist derzeit die Bandbreite des Kaders. Am Samstag umfasste das Aufgebot 14 Spielerinnen inklusive der lange verletzten Julia Schaefer, die als Ersatzlibera gekleidet war. Mit Sarah Pet­rausch, Hanna Orthmann, Irina Kemmsies und vor allem am Ende Alisha Ossowski (Vollmer: „Ein ganz großer Faktor, meine MVP“) brachte der Coach, wenn auch mit Verzögerung, Frische und Qualität. „Wir sind jung und haben Bock“, verriet Kemmsies augenzwinkernd das Erfolgsrezept für den Umschwung, an dem jedoch auch ihre Kolleginnen wie die erste Regisseurin Amanda Sa und der nachlassende Gegner beteiligt waren. „Dass wir draußen nur zwei Optionen hatten, war ein Knackpunkt, Münster war da besser aufgestellt und hat in kritischen Situationen gut gewechselt“, so Hamburgs Zuspielerin Denise Imoudu.

Viele Wechselspiele

Allerdings zeigen die vielen Wechselspiele auch, dass der USC nicht in Bestform unterwegs ist. Die Niederlagen gegen Schwerin und vor allem in Stuttgart hatten diesen Verdacht genährt, die ersten beiden Sätze gegen Hamburg bestätigten ihn. „Das war definitiv kein konstantes Spiel“, sagte Vollmer. „Wir hatten zum Beispiel kaum Blockpunkte.“ Ines Bathen, die in ihrer Teilzeitrolle nicht ganz glücklich wirkte, pflichtet bei: „Da war Luft nach oben. Mit Amanda und mir fehlt es uns manchmal an Höhe.“

Zehn Tage bleiben dem USC, um auch dieses kleine Problem in den Griff zu bekommen. „Das Halbfinale ist das klar definierte Ziel“, sagt Kemmsies. „Wir sind zweimal rausgeflogen gegen Wiesbaden, jetzt ist es Zeit für die Revanche.“ Münster, im Vorjahr noch am unterlegenen Pokalfinalisten Stuttgart gescheitert, sieht sich nach dem Umbruch im Sommer als Team für die Top vier. „Es werden interessante Spiele“, sagt Bathen. „Und es ist ein Vorteil, im möglichen dritten Match Heimrecht zu haben.“ Die Zuversicht regiert weiter am Berg Fidel, eine Steigerung ist aber auf jeden Fall unabdingbar.



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