Di., 08.03.2016

Handball: Bezirksliga SC Münster 08 steht kurz vor dem Aufstieg

Niels Sibbersen (r.) ist einer von nur drei Nullachtern, die vor zwei Jahren knapp den Aufstieg verpassten. In diesem Frühjahr möchte der Club Verpasstes nachholen.

Niels Sibbersen (r.) ist einer von nur drei Nullachtern, die vor zwei Jahren knapp den Aufstieg verpassten. In diesem Frühjahr möchte der Club Verpasstes nachholen. Foto: Christian Lehmann

Münster - 

Mehrfach versuchte sich der SC Münster 08 in den vergangenen Jahren am Landesliga-Aufstieg. Nun, in der letzten Saison der alten Bezirksligen, scheint es zu klappen. Fünf Punkte Vorsprung bestehen fünf Spieltage vor Schluss – trotz der jüngsten Niederlage.

Von Nicolas Hendricks

Über 45 Jahre ist es her, da feierten die Handballer des SC Münster 08 die Westdeutsche Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga. Die Stadt hatte damals das überregionale Aushängeschild, nach dem heute fieberhaft gesucht wird. In diesen Tagen stehen die Nullachter wieder vor einem großen Erfolg – auch wenn der anvisierte Bezirksliga-Titel diesmal lediglich zum Sprung in die Landesliga berechtigen würde.

Am Wochenende reisten die Nullachter zum Spitzenspiel nach Vreden. Ein Erfolg gegen den heimischen TVV hätte den Abstand auf die Verfolger bis auf neun Punkte anwachsen lassen können und somit eine Vorentscheidung herbeigeführt. Doch weil Trainer Björn Hartwig nach zuvor zwölf gewonnenen Spielen in Serie beim 21:24 (8:12) die erste Niederlage seiner Mannschaft seit Anfang November sah, rückten die Westmünsterländer bis auf fünf Punkte heran.

Hartwig zurückhaltend

Dennoch ist klar: Gewinnen Hartwig und sein Team drei der fünf ausstehenden Spiele, dann ist ihnen der Landesliga-Aufstieg nicht mehr zu nehmen. „Wir blicken nicht auf das große Ganze, sondern nur auf das nächste Spiel, in dem wir immer alles geben wollen“, sagt Hartwig. Er trägt seit Sommer 2014 die Hauptverantwortung am Kanal. Kurz zuvor musste der gebürtige Nordfriese als Co-Trainer von Marcel Graefer schmerzlich miterleben, wie der damals anvisierte Landesliga-Aufstieg als Vizemeister im allerletzten Relegationsspiel gegen den TuS Spenge II noch in die Hose ging.

Von der damaligen Mannschaft sind neben Hartwig lediglich drei Akteure übrig geblieben: Niels Sibbersen, Julian Döring und Thomas Paus. Das Team hat, besonders durch Hartwig, ein neues Gesicht bekommen. Und dieses strahlt vor allem eines aus: Entschlossenheit. Vor der Niederlage in Vreden setzten sich die Nullachter viermal in Serie auf teils dramatische Art und Weise in den Schlusssekunden durch. Dreimal davon mit einem Treffer Vorsprung. Gegen die HSG Hohne/Lengerich erzielte Jakob Schmidt erst 20 Sekunden vor der Sirene das Siegtor zum 31:30, und im jüngsten Heimspiel gegen die HSG Ascheberg/Drensteinfurt war es Dominik Keller, der seine Teamkameraden mit dem 30:29 auf ähnliche Weise kollektiv in Ekstase versetzte. „Das hat gar nicht so viel mit Glück zu tun, wie andere Leute sagen. Je länger ein Spiel dauert, umso konzentrierter und konsequenter werden meine Jungs“, weiß Hartwig. Diese Aussage gilt nicht nur für die Offensivaktionen. Auch die Defensive wächst in den Schlussmomenten immer wieder über sich hinaus. Im Tor hält Jonas Igelmann gerade in den letzten Wurfaktionen des Gegners den einen oder anderen eigentlich unhaltbaren Ball.

Selbst gedrehte Videosequenzen

In den letzten fünf Saisonspielen geht es für die Nullachter und ihren Trainer, der sein Team regelmäßig mit selbst gedrehten Videosequenzen auf den kommenden Gegner vorbereitet, zunächst gegen Eintracht Coesfeld und nach der Osterpause zu Vorwärts Gronau. Zum Abschluss warten dann nacheinander mit Ibbenbüren, Emsdetten und Senden die drei einzigen Reserveteams der Liga. Ein Nachteil? „Gerade zum Saisonende besteht in solchen Spielen immer eine gewisse Gefahr, dass Spieler aus höheren Mannschaften abgestellt werden. Aber das müssen wir abwarten. Unsere Konkurrenz hat auch noch schwere Aufgaben vor der Brust“, gibt sich Hartwig gelassen. Sein Fokus liegt in dieser Woche sowieso ganz woanders: „Für uns zählt aktuell nur Coesfeld.“

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