Do., 10.03.2016

Rad: Deutschland-Tour Gerdemann hat noch was vor

Münster - 

Linus Gerdemann aus Münster gewann 2008 die letzte Austragung der Deutschland-Rundfahrt. Der Radprofi hat sich mit seinem neuen Team Stölting Service Group einiges vorgenommen. Aber 2018 könnte sich für ihn endgültig der Kreis schließen.

Von Alexander Heflik

Linus Gerdemann hat alle bedeutenden Rundfahrten für Radprofis in Deutschland gewonnen. Es gab in der letzten Dekade derer zwei mit der Deutschland-Tour und der Bayern-Rundfahrt. Und 2008, als das einwöchige Etappenrennen durch die Republik letztmals ausgetragen wurde, da war der damals 25-Jährige von Team Columbia zur Stelle.

So gesehen freut sich Gerdemann auf das geplante Comeback der Deutschland-Tour. „Für 2017 wird es schwer, diese Veranstaltung zu organisieren. Aber 2018 könnte es klappen. Und das wäre super“, sagt er. Amaury Sports Organisation (ASO) aus Frankreich – der Sportvermarkter richtet auch die Tour de France aus – hat den deutschen Markt wieder­entdeckt. Im kommenden Jahr wird der Start der Frankreich-Rundfahrt in Düsseldorf stattfinden, ansonsten soll Profi-Radsport auch weiterhin in Deutschland angeschoben werden.

Zehn Jahre nach seinem Sieg würde Gerdemann, der in dieser Saison gemeinsam mit einem weiteren Münsteraner, Fabian Wegmann, für das Team Stölting Service Group fährt, nur zu gerne noch einmal mitmischen bei einer Deutschland-Tour. „Ich war total überrascht, dass es eine Wiederbelebung geben soll. Natürlich möchte ich dann auch um den Sieg mitfahren“, ist die Vorfreude groß. Immer noch hat er Spaß an diesem Sport, dann, 2018, wäre er 35 oder 36 Jahre alt. Gerdemann, der 2009 die Bayern-Rundfahrt gewann und die Tour of Luxemburg (2011 und 2015) erfolgreich bestritt, zählt sich nicht zum alten Eisen.

Aktuell würde er sich ein strafferes Rennprogramm wünschen („Das ist nicht rosig“), im April sieht er sich vor allem als Helfer von Gerald Ciolek und Wegmann bei den Halbklassikern und Tagesrennen in Frankreich und Benelux. Da will er schon, obwohl ihn gerade ein Magen-Darm-Infekt einbremst, eine gute Form haben. Aber im Mai bei Rundfahrten in Norwegen oder Luxemburg oder rund um Dünkirchen will er voll da sein, seiner Rolle als Kapitän des Rennstalls aus Gelsenkirchen gerecht werden.

Das Jahr 2016 steht für Gerdemann und seine Equipe aus dem Zirkel der professionellen Continental-Teams als Saison, in der man sich etablieren will. „Wir brauchen viele gute Ergebnisse, damit Rennveranstalter uns einladen“, fordert Gerdemann von sich und seinen Mitstreitern eine Menge. Die Deutsche Straßenmeisterschaft in Erfurt (26. Juni) wird auf einem flachen Kurs ausgetragen, das ist nichts für Gerdemann. Auch die brettflache Straßen-WM in Doha (16.10.) ist nicht auf den 33-Jährigen zugeschnitten. Dafür aber das Rennen bei den Olympischen Sommerspielen am 6. August in Rio de Janeiro über 230 Kilometer und 4600 Höhenmeter. Mal sehen, was für Gerdemann bei der Quali möglich ist.

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Im Mai muss ich in Topform sein. Dann will ich bei Rundfahrten um Siege mitfahren.

Linus Gerdemann

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