Fr., 18.03.2016

Fußball: 3. Liga Preußen brauchen gegen Aalen dringend einen Sieg

Youngster Lion Schweers (r.) hat seinen Stammplatz in der Innenverteidigung im Moment sicher. Deshalb muss sich Vizekapitän Marc Heitmeier, der am Freitag 31 wurde, vorerst auf der Bank gedulden.

Youngster Lion Schweers (r.) hat seinen Stammplatz in der Innenverteidigung im Moment sicher. Deshalb muss sich Vizekapitän Marc Heitmeier, der am Freitag 31 wurde, vorerst auf der Bank gedulden. Foto: Johannes Oetz

Münster - 

Die Zahlen sprechen nicht gerade für Preußen Münster. Ein Punkt aus den vergangenen drei Spielen, nur ein Sieg in den jüngsten sieben Partien. Und am Freitagabend legten die Konkurrenten aus Aue (4:0 gegen Halle), Osnabrück (1:0 beim VfB Stuttgart 2) und Würzburg (4:1 gegen Fortuna Köln) vor. Dennoch hat Trainer Horst Steffen vor dem Gastspiel des VfR Aalen seinen Optimismus nicht verloren.

Von Thomas Rellmann

Die aktuellen Krisenclubs der 3. Liga heißen SV Wehen Wiesbaden und Chemnitzer FC. Sie belegen die letzten beiden Plätze der Rückrundentabelle und haben jüngst sogar ihren Trainer gewechselt. Diesen Schritt hat der SC Preußen bereits im Dezember vollzogen, doch Münster belegt in der Wertung der zweiten Saisonhälfte mit elf Punkten aus elf Partien Position 18, also auch einen Abstiegsrang. Nun ist diese Ausbeute keineswegs nur Neu-Coach Horst Steffen anzukreiden, die letzten beiden Partien des Jahres leitete Vorgänger Ralf Loose und verlor sie.

Doch die aktuelle Quote ist auch nicht die einer Mannschaft, die Aufstieg, Relegation oder den zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigenden vierten Platz ins Visier nehmen kann. Zuletzt holte der SCP einen Zähler aus drei Partien. Um Träumereien, die rechnerisch durchaus noch eine gewisse Berechtigung haben, fortsetzen zu dürfen, ist ein Sieg gegen den VfR Aalen am Samstag (14 Uhr) Pflicht.

Kein Stück Frust

Steffen kennt die derzeitigen Probleme genau. Intern wird er sie kritisch aufzeigen, nach außen dringt allerdings kein Stück Frust. Nein, seinen Enthusiasmus hat der 47-Jährige nicht eingebüßt trotz nur eines Sieges aus den vergangenen sieben Partien. „Wir hatten zuletzt viele durchschnittliche Leistungen, in der Tendenz vielleicht etwas besser. Aber ich traue uns nach wie vor eine Serie zu.“ Vielleicht wird es ja dann doch noch was mit dem Angriff auf die Vorderen. Immerhin hat der SCP auch in diesem Jahr schon starke Auftritte hingelegt wie beim 0:0 gegen Osnabrück im letzten Heimspiel.

„Auch nach unserem Sieg im Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf war die Hoffnung da, dass wir weiter sind. Natürlich wäre es mir recht gewesen, wenn wir schneller gute Ergebnisse erzielen“, sagt Steffen. „Aber ich habe damit gerechnet, dass noch Schwankungen auftreten.“ Der Verweis auf die sich zuletzt mehrenden Ausfälle ist in dem Zusammenhang nachvollziehbar. „Natürlich haben wir uns bei dem einen oder anderen mehr Stabilität erhofft“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel. „Aber es kamen auch einige Verletzungen dazwischen.“

Vollmann-Rückkehr, Schulz gesperrt

Zwischen Preußen und Aalen gibt es die eine oder andere alte Seilschaft. Zum Beispiel Trainer Peter Vollmann: Der 58-Jährige war zwei Mal Coach in Münster (1996 bis 1998 und 2002/03), in 98 Pflichtpartien in der Verantwortung. Beim VfR war seine Aufgabe, den Zweitliga-Absteiger zu konsolidieren. Als Elfter mit 37 Punkten ist das wohl als gelungen anzusehen. Zuletzt setzte das Team zur einer Miniserie an und blieb in drei Partien ungeschlagen. Und, was wohl das Wichtigste für den SCP sein dürfte, Aalen kann verteidigen. Mit nur 28 Gegentoren ist dies der viertbeste Wert der 3. Liga. Und auch das ist zu bemerken: Mit Thorsten Schulz spielt ein Ex-Preuße dort, er war in der Vorsaison in 15 Partien für Münster als Außenverteidiger aktiv. Allerdings wird er in Münster nicht auflaufen, weil er nach der zehnten Gelbe Karten gesperrt ist. Hinter Dennis Erdmann (Hansa Rostock), der bislang 13 Mal verwarnt wurde in dieser Saison, liegt der 30-Jährige unter anderem auf Platz zwei der Gelb-Wertung. Und: Marcel Reichwein spielte für Aalen in der 2. Bundesliga, in 53 Partien kam er auf sieben Tore, ehe es ihn im Sommer 2014 nach Münster verschlug. Mit sieben Saisontreffern ist der 30-Jährige aktuell der erfolgreichste Torschütze der Preußen.

Neben Adriano Grimaldi, Benjamin Schwarz und Abdenour Amachaibou (Rückkehr ins Training für Mittwoch geplant) droht weiter auch Amaury Bischoff auszufallen. Der Kapitän arbeitet seit Donnerstag wieder mit der Mannschaft, ist aber noch nicht beschwerdefrei. Wenn er spielt, dann von Anfang an. Sein Vertreter im Mittelfeld könnte Danilo Wiebe, der unter Steffen auch verletzungsbedingt noch nicht zum Zuge kam, sein. Oder Mehmet Kara geht wieder eine Position zurück. In diesem Fall könnten Rogier Krohne und Marcel Reichwein wieder gemeinsam beginnen. Letzterer hat allerdings keinen Bonus, weil es gegen den Ex-Club geht. „Ich finde es immer lustig, wenn das angeführt wird. Ein Spieler sollte gegen jeden Gegner besonders motiviert sein“, sagt Steffen.

► In dieser Woche absolvierten die Preußen eine Reihe von Sprint- und Athletiktests mit einem Team der Uni Münster. „Die Ergebnisse hatten ein Top-Niveau“, befand der Coach.

►Vor dem Anpfiff leistet der SCP einen Beitrag zu den internationalen und den münsterischen Aktionswochen gegen Rassismus.  Einlaufkids tragen symbolisch Rote Karten ins Stadion.

►  SCP: Lomb - Kopplin, Pischorn, Schweers, Tritz – Bischoff, Philipps, Laprevotte – Hoffmann, Reichwein, Kara



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