Sa., 19.03.2016

Fußball: 3. Liga Preußen nach 0:2 gegen Aalen in der Krise

Fußball: 3. Liga : Preußen nach 0:2 gegen Aalen in der Krise

Auch Kapitän Amaury Bischoff konnte gegen den VfR Aalen nichts bewirken. Nach der 0:2-Niederlage sind alle Aufstiegshoffnungen nichts mehr als Wunschträume. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Jetzt geht es für Preußen Münster wohl nur noch darum, die Saison irgendwie abzuwickeln. Nach dem 0:2 (0:2) ist das Aufstiegsrennen definitiv beendet, nur Platz vier ist ein verbliebenes Ziel. Wenn auch eher ein theoretisches nach dieser ganz schwachen Heimvorstellung.

Von Ansgar Griebel, Thomas Rellmann

So langsam wird es ungemütlich für die Preußen. Das belegen die Zahlen nach der 0:2 (0:2)-Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Ein Punkt aus den jüngsten vier Spielen, ein Sieg aus den vergangenen acht Partien. Auch der Relegationsrang ist jetzt zehn Zähler entfernt, Rang vier nur noch in der Theorie erreichbar. Die Leistung am Samstag war in jeder Hinsicht desillusionierend. Einfach hilflos wirkte das Anrennen gegen die dicht gestaffelte Abwehr des Zweitliga-Absteigers, der nur dosiert, aber effektiv angriff. 

Entsprechend bedient waren die Protagonisten nach dem Abpfiff. "Eine Chance pro Halbzeit ist nicht unser Anspruch. Wir haben viele Dinge, angefangen beim Aufbau im Mittelfeld, nicht so gemacht, wie wir sie uns vorgenommen hatten. Vielleicht fehlte nach den letzten Ergebnissen auch die Überzeugung", betonte Trainer Horst Steffen. Abwehrchef Marco Pischorn sagte: "Ich bin maßlos enttäuscht. Vom Ergebnis, von unserer Leistung, von meiner Leistung."

Fotostrecke: Einzelkritik nach dem 0:2 der Preußen gegen Aalen

Auch Felix Müller gab sich selbstkritisch: "Uns muss schon etwas mehr einfallen. Wir haben es dem Gegner bei den Toren auch noch viel zu leicht gemacht." Richtig angefressen war Keeper Niklas Lomb: "Das war ein gebrauchter Tag für uns. Es fehlt im Moment am Selbstvertrauen. Aber wir dürfen uns trotzdem vom 0:1 nicht so aus der Bahn werfen lassen."

Spieltagskommentar

Die Preußen offenbaren eine lange Mängelliste, meint Thomas Rellmann in seinem Kommentar zum Spiel.

Mittlerweile können zudem auch Klaustrophobiker wieder ins Preußenstadion kommen: Ganz so eng ist es auf den Tribünen nicht mehr, beim viertletzten Heimspiel der laufenden Spielzeit wollten noch 6330 Zuschauer das Spiel sehen. Und auch sie werden ihr Kommen möglicherweise bereut haben, denn der Spaßfaktor hielt sich in sehr, sehr bescheidenen Grenzen - es sei denn, man zählte zur bestens gelaunten Minderheit von Aalen-Fans. Etwa 50 Anhänger hatten den langen Weg nach Münster in Angriff genommen und sahen eine in allen Belangen überlegene VfR-Formation.

SCP-Trainer Horst Steffen hatte zuvor sowohl auf die aktuelle Verletztenmisere als auch auf die zuletzt gezeigten Leistungen reagiert: Adriano Grimaldi und Benjamin Schwarz fehlten mit einem gelben Schein, die Franzosen Stephane Tritz und Elie Laprevotte bekamen eine schöpferische Pause verordnet. Links hinten startete Felix Müller, einen Taktik-Strich davor Danilo Wiebe - erstmals in diesem Jahr. Marcel Reichwein ersetzte Grimaldi in der Sturmspitze, der wiedergenesene Amaury Bischoff übernahm wieder den Part von Schwarz. Gebracht hat es nichts.

Fotostrecke: Preußen Münster gegen VfR Aalen

Die Preußen brachten tatsächlich fast eine ganze Halbzeit lang nicht einen echten Torschuss zustande, geschweige denn eine wirkliche Chance. Der Gast erwies sich als sattelfest, war aber auch kein Stück gefordert gegen eine völlig in sich zusammenstürzende Offensive der Gastgeber. Keine Impulse aus dem Mittelfeld, keine Flankenläufe, keine Robustheit im Strafraum. Da passte gar nichts. Stattdessen zwei dicke Aussetzer im Rückwärtsgang. Erst fehlte bei Dominick Drexlers Sololauf von der Mittellinie bis zum Torabschluss aus spitzem Winkel jede Absicherung, ja sogar der Geleitschutz (21.). Und beim 0:2 drückte Lion Schweers ohne größere Not oder Bedrängnis eine Drexler-Flanke ins eigene Netz (38.). Immerhin: In der zweiten Minute der Nachspielzeit musste VfR-Torwart einen Bischoff-Freistoß um den Pfosten lenken. Der Kapitän der Preußen hatte diesen aber zuvor ausgeführt, ehe er freigegeben war und dafür seine zehnte Gelbe Karte kassiert. Er fehlt in zwei Wochen in Rostock.

Nach der Pause kamen Cihan Özkara und Rogier Krohne für die enttäuschenden Reichwein und Mehmet Kara. Kevin Schöneberg durfte nach knapp einer Stunde für den abbauende Björn Kopplin ran. Der Effekt aller Wechsel? Nahezu null. Auch im zweiten Abschnitt fand der SCP nichtg mal ansatzweise ein Mittel gegen den geschickten Riegel des Clubs von der Ostalb. Das Bemühen wurde zwar größer, die Strafraumszenen aber blieben aus. Im Gegenteil. Münsters Keeper Niklas Lomb musste sogar noch zweimal gegen Maximilia Welzmüller (70.) und Drexler (74.) einen weiteren Gegentreffer verhindern. Fest steht seit diesem Nachmittag: Die Preußen stecken in der Krise.

Preußen Münster: Lomb - Kopplin (59. Schöneberg), Schweers, Pischorn, Müller - Bischoff, Philipps, Wiebe -- Hoffmann, Reichwein (46. Krohne), Kara (46. Özkara)

VfR Aalen:  Bernhardt - Schwabl, Menig, Neumann, Chessa - Müller - Welzmüller, Kotzke, Kartalis (87. Klauß) - Drexler (84. Morys) - Wegkamp (90.+2 Reisig)

Schiedsrichter: Justus Zorn

Tore: 0:1 Drexler (21.), 0:2 Schweers (38./ET)

Zuschauer: 6330

Gelb: Müller, Kara, Bischoff, Özkara, Philipps - Drexler



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