So., 20.03.2016

Volleyball: Bundesliga Vorteil USC nach starkem Playoff-Auftritt gegen Wiesbaden

Michala Kvapilova, ausgezeichnet als wertvollste USC-Spielerin, setzte sich nicht nur gegen Esther van Berkel (l.) durch und sorgte mit ihren 19 Punkten häufig bei ihren Teamkolleginnen für Jubel (kl. Foto).

Michala Kvapilova, ausgezeichnet als wertvollste USC-Spielerin, setzte sich nicht nur gegen Esther van Berkel (l.) durch und sorgte mit ihren 19 Punkten häufig bei ihren Teamkolleginnen für Jubel (kl. Foto). Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Es war ein Spiel auf hohem Niveau, das sich der USC Münster und Dauerwidersacher VC Wiesbaden im ersten Playoff-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft lieferten. Die Gastgeber haben nach dem 3:1-Sieg am Berg Fidel nun einen klaren Vorteil.

Von Henner Henning

Der USC Münster hat einen großen Schritt in Richtung Halbfinale gemacht. Im ersten Duell mit dem VC Wiesbaden gewannen die Unabhängigen mit 3:1 (29:27, 21:25, 25:11, 25:20) und haben damit in der Best-of-three-Serie nun schon am kommenden Samstag die Chance, in die Runde der letzten acht einzuziehen. „Der erste Sieg ist eingefahren, auf diesem Spiel können wir aufbauen“, sagte Kapitänin Leonie Schwertmann nach dem verdienten Erfolg.

Im Vorfeld hatten die befreundeten Trainerkollegen Andreas Vollmer und Dirk Groß eine knappe Partie erwartet – und ihre Schützlinge bestätigten die Vorhersagen ihrer Coaches in den ersten beiden Sätzen und lieferten umkämpfte Ballwechsel, bei denen die Teams mit ihrer Block-Feld-Abwehr auftrumpften. Kein Punkt wurde abgehakt, mit Herz und Leidenschaft hechteten die Spielerinnen dem Ball hinterher. Zunächst mit Vorteilen für die Hessen, die nach einer Stellerfinte von Kaisa Alanko zum 4:3 erstmals in Führung gingen, diese ausbauten und konstant bis zum 17:14 transportierten. Dann aber griff USC-Coach Vollmer korrigierend ein. Für Amanda Sá rückte Irina Kemmsies kurz in die Zentrale, Hanna Orthmann entlastete Michala Kvapilova. Eine gute Entscheidung. Orthmann punktete direkt, Sina Fuchs und Ashley Benson per Ass legten nach und egalisierten. Spätestens jetzt waren die 1673 Zuschauer voll da und unterstützten ihren USC lautstark.

Es knisterte in der Halle Berg Fidel, zumal sich die Spannung von Aktion zu Aktion steigerte. Ein Doppelblock gegen Wiesbadens Esther van Berkel bescherte dem Gastgeber zwei Satzbälle, die Niederländerin sowie Delainey Aigner-Swesey aber wehrten diese ab. Es folgte der bis dahin längste und wohl charakteristischste Ballwechsel mit mehreren Chancen für beide Seiten – und mit dem besseren Ende für den VCW, weil Kvapilova einen Angriff ins Netz drosch. Plötzlich hatte Wiesbaden die Möglichkeit zur Satzführung, die aber die Unabhängigen wie auch beim 25:26 eliminierten. Und als nach einem Aufschlagfehler der früheren Münsteranerin Rebecca Schäperklaus im Doppelblock Schwertmann und Kvapilova den Angriff von Tanja Großer stoppten, hatte der USC nach 32 Minuten Durchgang eins in der Tasche. „Wir wollten unbedingt den ersten Satz noch drehen und haben ihn auch gedreht. Das war wichtig“, so Vollmer.

Zunächst aber zeigte sich der VCW überhaupt nicht beeindruckt und erarbeitete sich wie zu Spielbeginn Vorteile. 5:3 und 17:13 lauteten die Zwischenstationen, ehe Münster nach einem Service­winner von Sarah Petrausch zum 16:17 wieder Kontakt hatte. Diesmal aber reichte es nicht für eine Wende, auch weil Fuchs und Orthmann mit Fehlern Wiesbaden auf dem Weg zum Satzausgleich kräftig voranbrachten – 21:25.

Doch der USC gab eine glänzende Antwort. Mit der Startsechs auf dem Feld erwischten die Unabhängigen einen Sahneabschnitt, in dem sie sich fast in einen Rausch spielten. Dabei drehte besonders die Amerikanerin in USC-Diensten auf, es begann die Benson-Time im Volleydome. Schon für das 6:3 war die Mittelblockerin verantwortlich, zwei Blöcke gegen van Berkel und Schäperklaus sowie ein Aufschlagpunkt gegen die Niederländerin ließ Benson folgen – nun klappte nahezu alles beim USC, Wiesbaden schien rat- und hilflos, auch die Wechselspiele von Groß stoppten Münsters Spielfluss nicht. Nach nur 20 Minuten hieß es 25:11. „Anfangs war es das erwartet offene Spiel. Aber der dritte und vierte Satz waren total stark von uns, wir haben dominiert“, meinte Vollmer, dessen Schützlinge auch nach dem dritten Seitenwechsel nicht nachließen und nicht einmal mehr in Rückstand gerieten. Das kurze Aufbäumen des Gastes bis zum 16:15 ließ den USC kalt, Schwertmann und Fuchs mit einem Lob machten den Deckel drauf.

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