Di., 22.03.2016

Fußball: 3. Liga Preußen-Sportvorstand Gockel zwischen Relativierung und Selbstkritik

Schwere Zeiten: Sportvorstand Carsten Gockel (l.) und Trainer Horst Steffen.

Schwere Zeiten: Sportvorstand Carsten Gockel (l.) und Trainer Horst Steffen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Sportvorstand Carsten Gockel bemüht sich in Tagen der sportlichen Krise um Sachlichkeit. Bei den Preußen läuft es nicht nach Wunsch, doch der 42-Jährige möchte auch keine Panik aufkommen lassen. Im Gespräch betont er: „Ich bin auch selbstkritisch.“

Von Thomas Rellmann

Die aktuelle 14-tägige Pause dürfte dem in ein sportliches Loch gerutschten SC Preußen wohl nicht schaden. Erst am 2. April geht es für den zuletzt viermal sieglosen Drittligisten bei Hansa Rostock weiter. Bis dahin sollte Stürmer und Hoffnungsträger Adriano Grimaldi (Muskelfaserriss) wieder fit sein. Auch Angriffskonkurrent Marcel Reichwein, der sich beim 0:2 gegen den VfR Aalen einen Bänderanriss im Sprunggelenk zuzog, dürfte bis dahin wieder einsatzfähig werden. Am Donnerstag ist der niederländische Zweitligist FC Emmen für einen Test zu Gast an der Hammer Straße (18 Uhr). Nach dem Auslaufen am Freitagmorgen sind den Profis über Ostern zweieinhalb freie Tage gegönnt.

Mit Sorge, aber ohne Panik beobachtet der selbst vermehrt in die Kritik geratene Sportvorstand Carsten Gockel die Entwicklung. Am Mittwoch stellte sich der 42-Jährige im Video-Interview dieser Zeitung und nahm Stellung zu der Krise und den Perspektiven. Seine Botschaft bezüglich der Restsaison ist eindeutig: Ein Abrutschen in den Abstiegskampf oder gar lizenzbedingt in die Oberliga, ist kein Thema für ihn. „Es ist nicht mein Ding, in solchen Schlagzeilen zu denken. Wenn man kein Aufstiegskandidat ist, ist man ja nicht automatisch ein Abstiegsanwärter. Ich beschäftige mich eher damit, dass wir zuletzt nicht an unsere Grenze gekommen sind.“ Überhaupt bemüht sich Gockel, den Frust über den Niedergang der vergangenen Monate – von Platz zwei auf acht – unaufgeregt einzuordnen: „Vielleicht standen wir zu weit oben für unser Leistungsvermögen.“

In der Verantwortung

Dass er selbst mehr und mehr in den Fokus der entnervten Fans gerät, hat der Geschäftsführer, der ja der nach der Trennung von Ex-Coach Ralf Loose der einzige verbliebene Verantwortliche für die Kaderzusammenstellung ist, registriert. „Ja, ich bin sehr selbstkritisch. Persönliche Diffamierungen lasse ich aber nicht zu.“

So oder so lässt sich erahnen, dass auch in diesem Sommer wieder ein kleiner Umbruch ansteht. 15 Verträge laufen aus, darunter auch die Leihgeschäfte über Keeper Niklas Lomb, Elie Laprevotte und Chris Philipps.



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