Mi., 23.03.2016

Radsport: Bundesliga Venjakob fiebert Auftakt mit dem Team Maxx-Solar entgegen

Imposantes Panorama: Dafür hat sich die Strampelei den Berg hoch gelohnt. Katharina Venjakob (2.v.r.) mit ihren neuen Teamkolleginnen von „Maxx-Solar“ im Trainingslager in Italien.

Imposantes Panorama: Dafür hat sich die Strampelei den Berg hoch gelohnt. Katharina Venjakob (2.v.r.) mit ihren neuen Teamkolleginnen von „Maxx-Solar“ im Trainingslager in Italien. Foto: Maxx-Solar Cycling

Münster - 

Sie hat das geschafft, wovon andere Mädels träumen: Katharina Venjakob fährt in dieser Saison für das Bundesliga-Team Maxx-Solar und weilte zuletzt zur Vorbereitung in einem Trainingslager in Italien. Die Vorbereitung gestaltete sich hart und intensiv.

Von André Fischer

Facebook und Twitter – Sportler bedienen sich nur liebend gern der sozialen Netzwerke, um Kontakt mit Freunden und Fans zu halten. Katharina Venjakob, semiprofessionelle Radsportlerin aus Münster, tickt da nicht anders. Zuletzt war sie enorm fleißig, etliche Posts zeugen von ereignisreichen Wochen. „Ja, ich habe verdammt viel erlebt“, gesteht die 26-Jährige mit einem Lächeln im so frühlingshaften März.

Zwölf Tage Toskana liegen hinter ihr. Zwölf Tage Trainingslager in Lido di Camaiore, dem bekannten Seebad an der Versilia, mit ihrem neuen Bundesligateam „Maxx-Solar“. Eine schweißtreibende Angelegenheit – ebenso lehrreich wie lohnend. Und: erstmals allein unter Frauen. „Das war Weltklasse, wir haben uns alle beschnuppert, eine tolle Truppe“, sagt die diplomierte Rechtspflegerin, die extra Urlaub nehmen musste. Schon wieder. Noch Ende Januar trainierte sie individuell auf Mallorca. Magere 16 Resttage hat sie noch. Das Jahr ist lang. Aber all das ist es ihr Wert. Mit der Aufnahme in das Lizenzteam von Ex-Profi Vera Hohlfeld hat sie sich einen Traum erfüllt.

"

Das war Weltklasse, wir haben uns alle beschnuppert, eine tolle Truppe.

Katharina Venjakob

"

Nun ticken die Uhren anders. Die zweifache Amateurweltmeisterin öffnet ein neues Kapitel ihrer Radsportkarriere. War sie in der Jedermann-Serie die Gejagte, die selbst der männlichen Zunft ihr Hinterrad zeigte, ist sie fortan die „Wasserträgerin“. Zum Flaggschiff gehören andere, Hanka Kupfernagel zum Beispiel, der Kopf des Teams und eine der erfolgreichsten deutschen Radfahrerinnen überhaupt. „Mit ihr zu fahren, ist Wahnsinn“, schwärmt Venjakob. Von Zickenterror keine Spur.

Teampräsentation am 11. April in Erfurt

Die Grundlagen sind also gelegt. Um die 1300 Kilometer hat die Crew in Italien runtergespult – und bei 1000 Höhenmetern dementsprechend viele Körner gelassen. Die Saison kann kommen.

Den nächsten offiziellen Termin hat sich die Münsteranerin übrigens fett im Kalender notiert. Es ist die Teampräsentation am 11. April in Erfurt, in der Heimat des ostdeutschen Radrennstalls. In den Fernsehstudios des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Ein würdiger Rahmen, in dem Neuling Venjakob ganz sicher vors Mikrofon muss.

Zuvor wird sie Ostersamstag beim 62. Sachsenringradrennen auf der Grand-Prix-Strecke ihre Form erstmals in einem offenen Wettkampf testen, ehe am 24. ­April die Bundesliga mit dem Rennen in Cadolzburg ihre Pforten öffnet. Nur eine Woche später hat „Maxx-Solar“ für eine Rundfahrt in Tschechien gemeldet. Sechs Mädels dürfen mit ihren Rädern auf den Zug aufspringen. „Wenn ich nominiert werde, wäre das der Wahnsinn“, wagt Venjakob einen Blick in die Zukunft. Sie weiß, dass sie das nur durch Leistung schafft. Der Druck ist groß. Viel größer als im German-Cycling-Cup.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3889774?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F