Mo., 28.03.2016

Volleyball: Bundesliga Der USC ist in Wiesbaden vom direkten Pfad abgekommen

Vergeblich versuchte Trainer Andreas Vollmer, den USC mit (v.l.) Michala Kvapilova, Sarah Petrausch, Ashley Benson und Amanda Sá wieder auf Kurs zu bringen. Immer wieder streckten sich die brasilianische Zuspielerin (kl. Foto, l.) und Ines Bathen beim 2:3 in Wiesbaden ohne Erfolg.

Vergeblich versuchte Trainer Andreas Vollmer, den USC mit (v.l.) Michala Kvapilova, Sarah Petrausch, Ashley Benson und Amanda Sá wieder auf Kurs zu bringen. Foto: Jürgen Peperhowe

Wiesbaden - 

Es sah lange gut aus für den USC Münster, der am Ostersamstag beim VC Wiesbaden die ersten beiden Sätze gewann und direkt dem Playoff-Halbfinale entgegensteuerte. Doch dann gab es im Spiel der Unabhängigen Nachlässigkeiten, die den VCW zurück in die Partie brachten.

Von Henner Henning

Lange war der USC Münster am Ostersamstag auf dem direkten Weg in das Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Mit dem Sieg aus der ersten Partie im Rücken und einer 2:0-Satzführung schien der erste Einzug in die Vorschlussrunde seit 2012 nur noch eine Formsache, ehe die Mannschaft von Trainer Andreas Vollmer den richtigen Pfad mit einem Schlenker verließ und nun nachsitzen muss. Nach dem 2:3 (25:22, 25:20, 15:25, 20:25, 14:16) beim VC Wiesbaden kommt es am Mittwoch (19.30 Uhr) zum Showdown am Berg Fidel, für beide Teams heißt es dann im dritten und letzten Spiel der Best-of-three-Serie: siegen oder fliegen.

Eine Situation, die der USC aber hätte umgehen und verhindern können. Zwei Durchgänge lang war Münster in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit das dominierende Team und hatte auch ohne großartig zu glänzen mit einer soliden, seriösen Leistung alles im Griff. „Die ersten beiden Sätze waren klasse von uns“, sagte Kapitänin Leonie Schwertmann, die später enttäuscht die Auszeichnung zur wertvollsten USC-Spielerin entgegennahm.

Bruch im Spiel

Doch wie ihre Teamkolleginnen ließ auch die Mittelblockerin nach der zehnminütigen Pause extrem nach, im münsterischen Spiel gab es einen erheblichen Bruch. Es fehlte an Nachdruck, in allen Elementen war der Gast plötzlich nachlässig. „Wir haben den Fehler gemacht, dass wir nach der Pause nicht mehr mit der Energie und Konsequenz wie vorher gespielt haben. Es war alles ein bisschen langsam und weniger vehement. Das war direkt sichtbar im Resultat“, meinte Trainer Andreas Vollmer, der besonders in den Abschnitten drei und vier einen wankenden, instabilen USC sah.

Bedingt durch die wacklige Annahme gerieten die nicht in Bestform agierende Amanda Sá oder später auch Irina Kemmsies im Zuspiel in Not. Im Angriff knüpfte Sarah Petrausch nicht an die Form vom 3:1-Erfolg im ersten Playoff-Spiel an, auch Michala Kvapilova brachte später trotz 22 Punkten ihre Bälle nicht mehr auf den Boden oder scheiterte am Wiesbadener Block, der mit 14 direkten Blocks acht mehr in der Statistik zu verzeichnen hatte als die Unabhängigen. Und da eine von Münsters Stärken, der Aufschlag, ebenfalls nicht mehr die Wirkung wie zu Spielbeginn entfachte, hatten es der Mittelblock und die Feldabwehr gegen die VCW-Angriffe von Jennifer Pettke, Esther van Berkel oder Delainey Aigner-Swesey mehr als schwer. „Wir hatten es in der Hand, waren aber zum Teil zu passiv“, sagte Vollmer und fand in dem negativen Ergebnis dennoch positive Aspekte.

„Chancen nicht genutzt“

So etwa, dass der USC im Tiebreak wieder auf Augenhöhe agierte und nicht verlor, weil die Hessen zu stark waren. Die drei letzten VCW-Punkte lieferte Münster dem Gastgeber praktisch frei Haus – ein Aufschlagfehler von Alisha Ossowski, eine Netzberührung von Irina Kemmsies beim Zuspiel sowie Linda Dörendahls Fehleinschätzung – die Libera ließ den Aufschlag von Esther van Berkel zum 14:16 segeln – sind für Vollmer Dinge, die sein Team schnell beheben kann. „Wir haben im fünften Satz wieder Energie reingebracht, haben dann unsere Chancen nicht genutzt. Es lag an uns, aber wir wissen um unsere Fähigkeiten. Die Serie ist jetzt wieder offen, aber wir haben den Heimvorteil“, erklärte Vollmer zuversichtlich.



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