Do., 22.09.2016

3. Liga: Preußen Münsters nächste Niederlage Mit dem Rücken zur Wand

Unter gewaltigem Druck: Preußen-Trainer Horst Steffen gerät nach der 1:4-Pleite in Frankfurt in arge Bedrängnis.

Unter gewaltigem Druck: Preußen-Trainer Horst Steffen gerät nach der 1:4-Pleite in Frankfurt in arge Bedrängnis. Foto: Jürgen Peperhowe

Frankfurt - 

Bislang sagten vor allem die Zahlen aus, dass Preußen Münster ein Abstiegskandidat sein könnte. Am Mittwoch unterstrich die Mannschaft diese These mit Nachdruck – durch eine absolute Minusleistung in den ersten 45 Minuten des Kellerduells. Beim FSV Frankfurt kamen die Adlerträger mit 1:4 (0:2) unter die Räder und durften sich über das deutliche Resultat noch nicht mal beschweren.

Von Thomas Rellmann

Wie es weiter geht? Die Verantwortlichen tauchten nach dem Schlusspfiff ab. Es ist anzunehmen, dass nun erstmals doch über Trainer Horst Steffen gesprochen wird. Personelle Konsequenzen sind, auf welcher Ebene auch immer, nicht auszuschließen nach dem Debakel am Riederwald. Der Coach selbst ging, was er selten tut, auf Distanz zum Team.

„Wir haben den Gegner nur begleitet und waren selbst kaum am Ball“, sagte er über Abschnitt eins. „Da fällt es mir schwer, Verständnis aufzubringen. So eine Leistung war im Training nicht zu erahnen.“ Der einzige Erklärungsansatz, der ihm einfiel: „Nach dem schnellen 0:1, das so niemals fallen darf, fangen vielleicht einige an zu grübeln, weil wir schon wieder hinten liegen, und sind dann automatisch einen Schritt zu spät.“

Fotostrecke: FSV Frankfurt vs. Preußen Münster - 8. Spieltag - Saison 2016/17

Das Schlusslicht begann mit zwei Änderungen. Denis Mangafic ersetzte Stéphane Tritz als Rechtsverteidiger. Bemerkenswert war der Zuschlag für Jeron Al-Hazaimeh im Abwehrzentrum anstelle von Sebastian Mai, der zuletzt patzte. Doch seine Teamkollegen präsentierten sich am Bornheimer Hang kaum gefestigter. Im Gegenteil. Yannick Stark durfte den Ball nach Massimo Ornatellis Ablage, bestaunt von der kompletten Preußen-Abwehr, aus sechs Metern über die Linie drücken. Keeper Max Schulze Niehues sah beim 0:1 die Kugel ganz spät (8.). Der FSV-Torschütze (14.) und Cagatay Kader (17.), der an Schulze Niehues scheiterte, hätten schon erhöhen können.

Dann war da die eine Szene, die – Konjunktiv – der Partie eine Wendung hätte geben können: Adriano Grimaldi trat an, zog ab und blieb aus spitzem Winkel an Torwart Sören Pirson hängen. Den Abpraller schnappte sich Jesse Weißenfels und drückte ihn per Rückzieher an die Lattenunterkante (20.). Münster im Pech. Doch als Wachrüttler taugte die Szene nicht. Der Aufbau blieb schwach. Sobald die Frankfurter attackierten, war der Ball weg. Ins Aus geknallt oder den Verteidigern in die Füße. Im Mittelfeld verlor der SCP beinahe jeden Zweikampf und so oft schnell die Kugel.

Zum Thema

KommentarAuch Steffen im Kreuzfeuer

Spielbericht: Nichts geht mehr

Stark spielte sich derweil weiter in einen Rausch. Beim 2:0 hatte er nach Ornatellis Anspiel Zeit, das Leder anzunehmen. Weit und breit kein Gegenspieler, im Sechzehner wohlgemerkt. Also der Schuss aus 13 Metern – drin! 2:0 nach 29 Minuten. Stark hatte sogar noch zwei gute Möglichkeiten auf den Hattrick (37./41.). Vom Tabellenletzten kam nichts. Es gab schon Schwierigkeiten, die Mittellinie für Vorstöße zu überqueren. „Der Gegner hat mehr investiert, wir hatten riesige Probleme“, befand Lion Schweers hinterher. Benjamin Schwarz pflichtete bei: „Es ist schwer zu begreifen, wie wir da aufgetreten sind. Wir wollten, ja – aber wir hatten überhaupt keinen Zugriff. Das darf uns nicht passieren.“

Ach ja, eine zweite Hälfte war da auch noch. In der verbuchten die Preußen sogar ein kleines Plus an Chancen. Sie warfen sich nun besser in die direkten Duelle, vermittelten phasenweise den Glauben, die Wende herbeiführen zu können. Doch ein Konter, der mit Starks Flanke und Fabian Schleuseners Kopfballtor endete, führte erst mal zum 3:0 (52.), gerade als sich der Gast aufgerafft hatte. Trotzdem kam der SCP noch mal heran. Der eingewechselte Tobias Rühle flankte, Grimaldi schloss aus der Drehung zum 1:3 ab (65.). 

Plötzlich war etwas Stimmung da. Michele Rizzi (66.), Grimaldi, dessen Kopfball Pirson großartig aus dem Winkel lenkte (75.), Rühle (82./86.), Sandrino Braun (85.) – es war noch was möglich. „Wir hätten noch aus einem schwachen Spiel einen Punkt mitnehmen können“, sagte Steffen. Verdient wäre der nicht gewesen. Auch der FSV hatte über Ornatelli (60./Eckball an die Latte) eine dicke Chance. Kurz vor dem Abpfiff machte Schleusener nach Zuspiel des Ex-Münsteraners alles klar, als die Abwehr der Gäste wieder wie in der ersten Hälfte dilettierte.

Fotostrecke: FSV Frankfurt - Preußen Münster - die Einzelkritik

Am Ende mussten die Profis, die in die Kurve gingen, die Standpauke Fans ertragen. „Man kann sich nur entschuldigen“, meinte Schulze Niehues. „Die singen, sie geben alles für Preußen Münster. Wir können das hier nicht behaupten.“ Der „absolute Tiefpunkt“, den Edisson Jordanov einräumte, ist nicht mehr zu leugnen.

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4321710?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F