Do., 13.10.2016

Fußball: 3. Liga Neue Führungskräfte und große Pläne für die Preußen

Die neue Führungsmannschaft bestehend: (v.l.) Marc Zahlmann, Walther Seinsch, Frank Rheinboldt, Jürgen Becker, Martin Jostmeier, Christoph Strässer, Fabian Roberg, Siggi Höing, Michael Klein, Frank Westermann, Werner Bisplinghoff, Christoph Metzelder, Wilhelm Schwellenbach, Carsten Gockel und Bernhard Niewöhner.

Die neue Führungsmannschaft bestehend: (v.l.) Marc Zahlmann, Walther Seinsch, Frank Rheinboldt, Jürgen Becker, Martin Jostmeier, Christoph Strässer, Fabian Roberg, Siggi Höing, Michael Klein, Frank Westermann, Werner Bisplinghoff, Christoph Metzelder, Wilhelm Schwellenbach, Carsten Gockel und Bernhard Niewöhner. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der 13. Oktober stellt einen großen Einschnitt in der 110-jährigen Vereinsgeschichte des SC Preußen dar. Vier neue Männer im Vorstand, drei neue im Aufsichtsrat – und dazu große Pläne für ein neues Stadion. Außerdem soll die Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert werden.

Von Ansgar Griebel

Der SC Preußen sieht neuen, möglicherweise sehr großen Zeiten entgegen. Der Club präsentierte am Donnerstagnachmittag mit dem Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer einen neuen Präsidenten, den vorher wohl niemand auf der Liste hatte, reklamierte in einer flammenden Antrittsrede des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Fabian Roberg die neue prägende Maxime, die da heißt, „ Münster braucht einen starken SC Preußen“ – und hatte schließlich mit Walther Seinsch den Mann in den Reihen, an dessen Seite es künftig auch für die neuen Führungskräfte sehr schwer werden dürfte, eigene Schlagzeilen zu schreiben. Seinsch, der als Autor der Erfolgsgeschichte beim Bundesligiste FC Augsburg eine eindrucksvolle Visitenkarte mit sich führt, skizzierte als neues Vorstandsmitglied seine Visionen einer Preußen-Zukunft, die bislang niemand in dieser Konsequenz zu formulieren wagte.

"

Ich versuche, dem Verein so viel wie möglich zurückzugeben. Er hat mir den Einstieg in den Profifußball ermöglicht.

Christoph Metzelder

"

"Preußen hat zwei Möglichkeiten"

„Die Dinge liegen eigentlich ganz einfach“, sagt der 74-Jährige. „Preußen hat zwei Möglichkeiten: Der Verein bleibt an der Hammer Straße und bündelt alle Kräfte, um in der 3. Liga zu bleiben – und die Wahrscheinlichkeit, dass er absteigt, ist groß. Oder wir versuchen nach oben zu kommen, mittelfristig in die zweite langfristig in die erste Liga. Dazu brauchen wir erstens die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft und zweitens den Bau eines neuen Stadions.“ Das war schon mal eine Ansage – aber nicht die letzte beim ersten öffentlichen Auftritt der kurz zuvor neu konstituierten Führungsgremien.

Vorstandskollektiv

Nicht mehr zum Vorstand der Preußen zählen Finanzexperte Mike Schmitz, Uwe Landheer, zuständig für die Liegenschaften, und Sportvorstand Carsten Gockel, der künftig seine volle Aufmerksamkeit der Geschäftsführung widmen darf. Alle drei Spezialgebiete werden jetzt mehrheitlich im Vorstandskollektiv entschieden, sagt Seinsch, der wohl nicht nur an diesem Donnerstag Meinungs- und Wortführer dieses Gremiums war.

"

Wir halten es für angebracht und vernünftig, die wichtige Entscheidung der Trainerfrage dem neuen Team zu überlassen.

Thomas Bäumer

"

Neues Stadion?

Er hat sehr konkrete Pläne, was das neue Stadion angeht, das auf einem Areal von 220 000 Quadratmetern 40 000 Besucher fassen soll und insgesamt eine Investitionssumme von rund 80 Millionen Euro benötigt. Er selbst sieht sich nicht als Investor, sondern als den Mann „der dazu beitragen kann, Preußen für Investoren interessant zu machen“. Dazu bedarf es natürlich in erster Linie sportlicher Erfolge, für die baldigst ein neuer Trainer sorgen sollte.

„Wir sind in Gesprächen“, sagt Seinsch, der den Nachfolger des vor Wochenfrist gechassten Horst Steffen und von Interimscoach Cihan Tasdelen bis Ende der kommenden Woche präsentieren will. Der in der Gerüchteküche aufgekochte Name des ehemaligen Augsburger Aufstiegstrainers Jos Luhukay werde dabei keine Rolle spielen, stellte Seinsch klar.

"

Wir wollen ein Stadion in Münster! Deshalb werden wir mit Kommunalpolitikern und Verwaltung kurzfristig Gespräche aufnehmen. Wir hoffen, dass sich die Stadt zeitnah bewegt. Die Hammer Straße bleibt ein Kristallisierungspunkt für den SCP. Wir werden den Standort nicht aus den Augen verlieren, sei es als Jugendleistungszentrum oder Ähnliches.

Fabian Roberg

"

 

Fotostrecke: Das ist die Führungsmannschaft des SCP

 

Interessant sollen die Preußen auch und vor allem für die Fans werden, fordert Roberg, der sich „in jedem Heimspiel mehr Zuschauer wünscht als üblich“. Die Anhänger sollen so in Vorleistung gehen, um die gesellschaftliche Relevanz des „größten Vereins Münsters“ zu unterstreichen – und damit ein weiteres Signal an die Verwaltung und die lokale Politik zu senden, auf deren Mithilfe und Unterstützung die Preußen mehr denn je – oder vielleicht endlich – bauen. Roberg betonte dabei den klaren Vorsatz, ein neues Stadion im Stadtgebiet errichten zu wollen – auch hier sieht er die lokale Politik gefordert. Diese Beziehungen zu verbessern und auszubauen dürfte auch eine zentrale Aufgabe des neuen Präsidenten Strässer sein.

Preußen Münster präsentierte sich an diesem Donnerstag mit großen Zielen, die alle Beteiligten glaubwürdig mit großen Engagement verfolgen – Garantien wollte niemand geben.

"

Wir sind davon überzeugt, dass der Verein mit unseren Amtsnachfolgern in professionellen und guten Händen ist und wünschen ihnen viel Erfolg und eine glückliche Hand.

Georg Krimphove

"

Die neuen Führungsriegen

Das neue Preußen-Präsidium wird angeführt von  Christoph Strässer. Begleitet wird er von Walther Seinsch (Sport, Stadion), der stellvertretende Handwerkerbildungszentrum-Geschäftsführer Martin Jostmeier (Finanzen), der bisherige Jugend-Koordinator Bernhard Niewöhner (Nachwuchs) und aus dem Vorgängergremium Siggi Höing (Sponsoren).

Auch im Aufsichtsrat hat es gravierende Veränderungen gegeben: Fabian Roberg hat den Vorsitz übernommen, Stellvertreter ist weiter Michael Klein. Werner Bisplinghoff, Frank Rheinboldt, Wilhelm Schwellenbach, Wilfried Tandetzki und Marc Zahlmann bleiben auch. Neue Gesichter sind Steuerberater Jürgen Becker, Ex-Profi Christoph Metzelder, Jochen Terhaar, der sich mit Metzelder auch um sportliche Be­lange kümmert, und Anwalt Frank Westermann.

Mehr zum Thema



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4368807?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F