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Mi., 19.10.2016

Nachbarschaftsduell am Samstag Jüngste Preußen-Niederlagen gegen Lotte hallen nach

Ein gutes Jahr her: Ex-Preuße Benjamin Siegert (2.v.r.) bejubelt für Lotte das Tor zum 3:1-Endstand gegen seinen Ex-Club. Inzwischen hat er das Autobahnkreuz verlassen.

Ein gutes Jahr her: Ex-Preuße Benjamin Siegert (2.v.r.) bejubelt für Lotte das Tor zum 3:1-Endstand gegen seinen Ex-Club. Inzwischen hat er das Autobahnkreuz verlassen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Zum ersten Mal treffen die Sportfreunde Lotte und Preußen Münster in der 3. Liga aufeinander. In den vergangenen Jahren kreuzten sich die Wege oft, die Vereine verbinden diverse Geschichten. Auch wenn die SCP-Fans davon eigentlich nicht viel wissen wollen.

Von Thomas Rellmann

Wer treue Preußen-Fans fragt, erhält eine klare Antwort: Nein, das Spiel gegen die SF Lotte ist ein Nachbarschaftsduell, kein Derby. Diesen Status besitzen nur Partien gegen Arminia Bielefeld , den VfL Osnabrück oder vielleicht RW Essen. Keeper Max Schulze Niehues entgegnete jüngst auf genau diese Überlegung angesprochen: „Es fühlt sich fast so an, das sind ja nur ein paar Kilometer.“ Aber eine finale Klärung traute er sich auch nicht zu.

Kaffee und Kuchen

In Sachen Tradition können die Sportfreunde mit dem SCP natürlich nicht mithalten. Doch in den vergangenen Jahren hat sich schon eine spezielle Beziehung zwischen den Vereinen, die am Samstag (14 Uhr) am Autobahnkreuz aufeinandertreffen entwickelt. Zu Regionalliga-Zeiten, als der Underdog den Preußen schon einmal den Rang abgelaufen hatte, hieß es aus Lotte mal, der Erfolg erkläre sich durch den Zusammenhalt im Team, das nachmittags auf der Geschäftsstelle auch zu „Kaffee und Kuchen“ zusammenkomme. Seitdem ist der Begriff in Münster eine Art Synonym für den Emporkömmling. Abwertend oder liebevoll? Das möge jeder selbst entscheiden.

16 Pflichtspiele bestritten beide Seiten seit 2003, acht davon gewann der Favorit, vier verlor er – eigentlich eine passable Bilanz. In Erinnerung geblieben sind aber vor allem die jüngsten Niederlagen. Nach dem 0:1 im März 2011 stand Trainer Marc Fascher urplötzlich auf der Kippe. Er durfte bleiben, gewann die folgenden neun Partien und wurde mit dem SCP gefeierter Regionalliga-Meister. Als Münster also endlich Drittligist war, kreuzten sich die Wege erst mal nur noch in Testspielen – und im Westfalenpokal.

Sportfreunde entschlüsselten SCP-Taktik

Dort brachte der Außenseiter den Preußen im vergangenen Jahr zwei schmerzhafte Schlappen bei. Zunächst im Mai ein 0:1 an der Hammer Straße (Torschütze Jesse Weißenfels). Dann im Oktober in der ConnectM-Arena, als der Gastgeber mit 3:1 gewann. Beide Male war der Traum von der lukrativen Qualifikation für die Hauptrunde im DFB-Pokal geplatzt, beide Male hatte Lottes Trainer Ismail Atalan die Taktik von SCP-Coach Ralf Loose mit Ankündigung entschlüsselt.

Beliebter gemacht hat sich der heutige Drittliga-Neuling in Münster damit nicht. Nun kommt es zum ersten Match in einer bundesweiten Klasse.

Filiale am Autobahnkreuz

Im vergangenen Jahrzehnt wurden die Sportfreunde zu einer kleinen Preußen-Filiale. Alexander Thamm, Marc Lorenz, Julian Loose, Jerome Assauer, André Poggenborg, Sebastian Lodter, Stephan Sloot, Uwe Seggewiß, Thomas Piorunek, Sven Hozjak, Julian Westermann, Julian Büscher Marko Karamarko, Felix Frank, Benjamin Siegert wechselten von der Hammer Straße nach Lotte – vollständig ist diese Liste nicht. Heute haben Alexander Langlitz, Ersatzkeeper David Buchholz und Reservist Semih Daglar noch eine Vergangenheit in Münster. Genau wie Coach Ismail Atalan und Torwarttrainer Bastian Görrissen. Andersherum bediente sich der SCP auch schon mal in Lotte. 2015 kam Jesse Weißenfels, in diesem Jahr Jeron Al-Hazaimeh.

 

Fotostrecke: Erstes Training unter dem neuen SCP-Coach Möhlmann

 



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