Fr., 13.01.2017

K+K-Cup: Bauernolympiade Der Thron des Seriensiegers wackelt

Harmonisch, rhythmisch, kreativ: Der RV Nienberge-Schonebeck zeigte bei der Bauernolympiade eine Kür vom Feinsten. Und der RFV Münster-Sprakel (kl. Bild) sorgte für einen tollen Abschluss eines bunten Abends.

Harmonisch, rhythmisch, kreativ: Der RV Nienberge-Schonebeck zeigte bei der Bauernolympiade eine Kür vom Feinsten. Und der RFV Münster-Sprakel (kl. Bild) sorgte für einen tollen Abschluss eines bunten Abends. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der RV Gustav Rau Westbevern ist in der Geschichte der Wanderstandarte der Stadt Münster das Maß der Dinge. 34 Erfolge sind der Bestwert, in den letzten neun Jahren war der Verein aus Telgte sechsmal der Beste – zuletzt sogar fünfmal in Serie. Doch in diesem Jahr wackelt Westbeverns Thron, der RV Nienberge-Schonebeck und der RV St. Georg Saerbeck rahmen den Rekordsieger ein und rütteln mächtig an seiner Vormachtstellung.

Von Henner Henning

Schon bei seinen ersten Teilnahmen gehörte der im Juni 2013 gegründete RV Nienberge-Schonebeck zu den Top-Teams, mit Platz zwei 2014 und Rang drei ein Jahr später klopfte die Equipe direkt oben an. Und nachdem Schonebeck vor zwölf Monaten wegen einer Druseinfektion am heimischen Stall auf seine Teilnahme verzichtete, knüpfte es bei der 81. Auflage nahtlos an die starken Auftritte der Vergangenheit an.

Fünfmal zückten die Richter in der Kür die Traumnote 10,0, besser war keiner an dem stimmungsvollen Abend. Dementsprechend überwältigt war Sabrina Geßmann , die in alter Familientradition die Equipe vorstellte. „Das war ein irres Gefühl“, sagte Geßmann, die umgehend das Lob ihres Großvaters Josef erhielt. „Ich bin jetzt das elfte Mal bei der Bauernolympiade dabei, das erste Mal in dieser Position. Mein Vater und mein Opa sind Vorbilder, ich habe so viel von ihnen gelernt“, so Geßmann.

Fotostrecke: Bauern-Olympiade 2017: Die Wanderstandarte der Stadt Münster

Wie viel sie an Erfahrungen aufgesogen hat, bekam auch der Titelverteidiger zu spüren, der aus der Rolle des Gejagten in den Part des Jägers versetzt wurde. Kleinere Fehler summierten sich in einer anspruchsvollen Kür zu Abzügen, die letztlich zum drittbesten Ergebnis des Abends führten und Westbevern einen – wenn auch minimalen – Rückstand (0,52 Punkte) auf Nienberge einbrockte.

Bauernolympiade

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„Wir haben uns natürlich gewünscht, dass es so laufen würde wie im Vorjahr“, sagte Reitlehrerin Tanja Alfers, die mit ihren Schützlingen 2016 sechsmal die höchste Bewertung eingesackt hatte. „Aber wir wissen auch, dass es nicht immer so geht. Wir haben gute Springpferde. Wenn die Reiter die Nerven behalten, haben wir noch gute Chancen“, erklärte Alfers, die vor Schonebecks Kür ein Top-Ergebnis des Konkurrenten vorhergesehen hatte. „Nienberge macht uns bestimmt Druck.“ Recht hatte sie.

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Rückblick: Verlauf der Mannschaftskür um die Wanderstandarte der Stadt Münster

Aber auch Saerbeck will bei der Vergabe des Titels noch mitmischen und kann am Samstag im abschließenden Springen trotz zwei Zählern Abstand auf den Spitzenreiter mit einer optimalen Ausbeute den Druck erhöhen. Zuzutrauen ist es dem Team von Christina Nordhues, das mit einer 10,0 in der Kür gleich zum Start einen Akzent gesetzt hatte,

Fotostrecke: Die Teilnehmer der Bauern-Olympiade 2017

Es waren aber nicht nur die Top-Drei, die in der ausverkauften Halle Münsterland beeindruckten. Da war der RFV Münster-Sprakel, der als letzte der 15 Mannschaften in das Viereck ritt und für einen tollen Abschluss sorgte – der Lohn ist Rang sieben in der Zwischenwertung. Zufriedenheit herrschte auch beim derzeit achtplatzierten RFV Handorf-Sudmühle, der zur Musik von Udo Jürgens das Publikum begeisterte.

Jubelstimmung hier, Enttäuschung da. „Ja, die ist riesig“, gestand Karin Richter, Reitlehrerin des RV Roxel, nachdem ein Pferd zu Beginn der Darbietung sichtbar nervös für Unruhe im Quartett gesorgt hatte. „Darauf waren wir nicht vorbereitet, zu Hause hat es immer gut geklappt.“ Wie auch beim Nachbarn RV Albachten, der als Vierter einen respektablen Rückstand von 4,6 Punkten auf Nienberge hat. „Wir hatten einige Patzer, das war zu viel. Aber wir greifen am Samstag an“, sagte Carmen Ohmen. Ein Motto, das für alle Verfolger gilt.



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